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Snevern Aktuell
Ausgabe 6/2025
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Gärtner von Eden

bk/uh. Die langanhaltende Trockenheit stellt die Natur vor große Herausforderungen - warum also nicht die Weichen für einen Garten stellen, der für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels gerüstet ist? Wie das gelingen kann, erklärt Gartengestalter Reinhard Wahlers aus Westeresch.

Durch Trockenheit und Hitze bereits im Mai wird der Klimawandel immer spürbarer. Jetzt ist der optimale Zeitpunkt, um den Garten bewusst weiterzuentwickeln. Angesichts zunehmender Wetterextreme lohnt es sich, ihn nicht allein auf die kommende Saison vorzubereiten, sondern Schritt für Schritt nachhaltige Strukturen zu schaffen, damit der Garten den Herausforderungen des Klimawandels standhält und zukunftsfähig ist. Ob trockenheitsresistente Pflanzen, ein durchdachtes Wassermanagement oder klimaangepasste Gestaltungselemente: Klimaresilienz wird bei der Gartengestaltung immer wichtiger, weiß der Gartengestalter aus Westeresch, Gärtner von Eden. „Viele heutige Gärten sind weder auf viel Niederschlag in kurzer Zeit noch auf lange Phasen ohne Regen bei großer Hitze eingestellt.“

Einer der Schlüssel zum Erfolg sei eine gute Bodenvorbereitung, um die Wasserhalteeigenschaften des Pflanzgrundes zu optimieren: „Allzu schwerer, verdichteter Boden muss aufgelockert, eher sandiger mit Humus angereichert werden.“ Ebenfalls von großer Bedeutung sei die Auswahl der Pflanzen. Er setzt vor allem auf solche Arten und Sorten, die Trockenperioden ebenso tolerieren wie ein Überangebot an Wasser. Tiefwurzelnde Pflanzen gehören zu den Gewinnern des Klimawandels. Bei Gehölzen sind das zum Beispiel Amber- oder Schnurbaum und Gleditschie. Eher schwer haben dürften es hingegen in Zukunft zum Beispiel Buchen und die flach wurzelnde Birke. Wer auf trockenheitsliebende Stauden setzt, sei mit Lavendel, Salbei oder Mexikonessel gut beraten.

Grüner Teppich

Für viele Menschen gehört ein gepflegter, grüner Rasen zum Idealbild eines Gartens. Allerdings ist Wahlers davon überzeugt, dass man hier langfristig wird umdenken müssen. In Zeiten abnehmender Niederschläge und zunehmender Wasserknappzeit dürfte der klassische Rasen es schwer haben. Die Alternative zum braunen Rasen: „Zum Glück gibt es ja die Möglichkeit, über Pflanzungen mit trockenheitsverträglichen Stauden auch weiterhin lebendige Gartenbilder zu erschaffen“, so der Gartenfachmann.

Flächenversiegelung

Um für Starkregenereignisse gewappnet zu sein, sollte man sich auch mit dem Thema Flächenversiegelung im Garten befassen. „Je mehr Fläche zur unmittelbaren Versickerung, desto besser“, lautet Wahlers‘ einfache Formel. Deshalb empfiehlt er, die wirklich notwendige Größe von Terrasse, Einfahrt und Stellplätzen, die Formate der Plattenbeläge und den Fugenanteil genau zu hinterfragen. Außerdem wichtig zu klären: Wohin und in welchen Mengen kann Oberflächenwasser abgeleitet werden?

Eine fachkundig geplante, vorbereitete, bepflanzte und gepflegte Vegetationsfläche bleibt aus Sicht des Experten die sinnvollste Antwort auf den Klimawandel. Stein- und Schotterwüsten sind dagegen unattraktiv und belegen Flächen, die schön bepflanzt für die Natur und den Betrachter viel Gutes tun könnten.