Am Dienstag, den 26. Mai, stellte das Klimaschutzmanagement der Samtgemeinde Meinersen den Abschlussbericht zur kommunalen Wärmeplanung im Kulturzentrum Meinersen vor. Interessierte Bürgerinnen und Bürger informierten sich in Vorträgen und an Themenständen über wirtschaftliche Möglichkeiten zur nachhaltigen Wärmeversorgung und eigene Beteiligungsmöglichkeiten an der regionalen Wärmewende.
„Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht! Heute schlagen wir die Brücke von der Planung zur späteren Umsetzung der klimaneutralen Wärmeversorgung für unsere Samtgemeinde“, brachte Samtgemeindebürgermeisterin Karin Single in ihrer Begrüßungsrede das Motto der Veranstaltung auf den Punkt. Zufrieden blickte sie zurück auf einen Prozess, der von breiter Bürgerbeteiligung getragen war und der Anfang 2025 mit den Empfehlungen des Kommunalen Entwicklungsbeirates für die Energie- und Wärmewende der Samtgemeinde begann. „Das zeigt, dass die Wärmeplanung kein Papier für die Schublade ist, sondern Ergebnis eines gemeinsamen Weges, der zu einer wirtschaftlich tragfähigen und enkeltauglichen Wärmewende führt“, erklärte sie.
Themengeber und damit wichtigster Tagesordnungspunkt der Veranstaltung war die Vorstellung des Abschlussberichtes zur kommunalen Wärmeplanung. Dieser liegt noch bis zum 8. Juni im Rathaus aus und kann auch online auf der Website der Samtgemeinde unter Rathaus & Service/ Bekanntmachungen eingesehen werden. Lucas Bender von der IP Syscon GmbH und Nils Ziegenbein von der enercity AG, beides Projektpartner der Samtgemeinde, luden an ihrem Themenstand und in ihrem Vortrag alle Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde herzlich dazu ein, sich den Bericht anzuschauen, Fragen zu stellen und Rückmeldungen zu geben. Diese sollen in den Bericht einfließen, bevor der Samtgemeinderat darüber entscheidet.
Auch die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) war vor Ort, um den Prozess der kommunalen Wärmeplanung in den landes- und bundespolitischen Kontext einzuordnen. Patrick Nestler, Leiter Klimaschutz im öffentlichen Sektor der KEAN, stellte in seinem Vortrag hartnäckig verbreitete Fehlinformationen richtig, die sich um den angeblichen Zwang zum sofortigen Einbau neuer Heizungsanlagen und ähnliches drehen. Statt sich durch solche und ähnliche Mythen und Märchen verunsichern zu lassen, riet Patrick Nestler dazu, sich im Falle des Bedarfs einer neuen Heizungsanlage frühzeitig Unterstützung durch Experten zu holen. „Lassen Sie sich individuell beraten, welche Vorteile sich in Ihrem speziellen Fall aus der Wärmeplanung ergeben“, betonte er am Ende seines Vortrages.
Mit Neugier erwartet wurde der Auftritt der in Gründung befindlichen örtlichen Bürgerenergiegenossenschaft „Bürgerenergie Aller-Oker“. Die Mitglieder Manfred Freyermuth und Adrian Schwitalla konnten bereits drei Monate nach der Auftaktveranstaltung im Februar dieses Jahres die stolze Zahl von 30 Personen vermelden, die sich in diversen Arbeitsgruppen engagieren. Ein Satzungsentwurf sei bereits erstellt und beim Genossenschaftsverband eingereicht. Auch erste Energie-Projekte, die in der Samtgemeinde realisiert werden sollen, seien identifiziert. Geholfen habe bei diesen raschen Fortschritten die erstaunlich hohe Konzentration von Fachexperten, die in den Mitgliedgemeinden zu Hause sind und ihre Kompetenzen in die Genossenschaft einbringen, wie die beiden mitteilten. Außerdem riefen sie die Bürgerinnen und Bürger noch einmal ausdrücklich dazu auf, sich zu beteiligen – mit tatkräftiger Unterstützung und bzw. oder mit finanziellem Invest. Eine unverbindliche Absichtserklärung liegt bereit unter www.sg-meinersen.de/Samtgemeinde/Umwelt-Klima-und-Artenschutz/Energie-Klimaschutzmanagement/. „Der nächste Schritt der Bürgerenergie Aller-Oker wird die Vorstellung ihrer Pläne im Fachausschuss für Umwelt-, Klima- und Artenschutz des Samtgemeinderates sein“, erklärte Tobias Kluge, Fachbereichsleiter Planen und Bauen der Samtgemeinde Meinersen.
Weitere Unterstützung zur Gestaltung der Abschlussveranstaltung erhielt das Klimaschutzmanagement der Samtgemeinde u. a. durch die LSW, die zu Fördermöglichkeiten für neue Heizungsanlagen und Energieausweisen beriet, und den Landkreis Gifhorn. Kay Ehler Popp, Klimaschutzmanager des Landkreises, unterstrich die Bedeutung der Vernetzung der Gemeinden untereinander beim Thema Klimaschutz. Seine Kollegin Lea Schlodinski betonte: „Die Samtgemeinde Meinersen nimmt im Landkreis eine absolute Vorreiterrolle ein. Andere Kommunen fangen jetzt erst mit der Wärmeplanung an.“
Auch der Bürgerverein „Radweg Sohlriethe“ nutzte die Gelegenheit, um sich vorzustellen und die Besucher von einem Engagement zu überzeugen. „Wir setzen uns für einen sicheren und attraktiven straßenbegleitenden Radweg zwischen den Ortschaften Ahnsen und Flettmar ein“, erklärte Carsten-Wilhelm Hahn, 2. Vorsitzender des Vereins.“
Klimaschutzmanager Eduard Bayer ist zufrieden mit der von ihm organisierten Veranstaltung. „Die Besucherinnen und Besucher zeigten viel Interesse, auch an den Vorträgen“, fand Eduard Bayer. Außerdem freute er sich darüber, dass es mit der Wärmewende in der Samtgemeinde in Riesenschritten vorangeht. „Über den Abschlussbericht wird Ende Juni im Samtgemeinderat abgestimmt. Anschließend geht es weiter mit den energetischen Quartierskonzepten und dem Sanierungsmanagement für die Mitgliedsgemeinden. Wir hoffen, dass es gelingt, Mittel aus den Förderprogrammen für diverse Klimaschutzmaßnahmen in Leiferde, Meinersen, Müden (Aller) und Hillerse zu bekommen.“