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Zwischen Aller und Oker
Ausgabe 7/2026
Die Samtgemeinde informiert
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Geschichten aus dem historischen Archiv

Moin!

Wenn einer eine Reise tut… wird heute häufig per WhatsApp, Instagram, Facebook und Co. jede Aktivität und Bewegung, vom Planen der Reise bis hin zur Rückkehr, haarklein und minutiös dokumentiert. Manchmal wird weniger Rücksicht genommen, was oder was auch nicht interessiert.

Das war auch schon anders: Reisebüros boten die neuesten Kataloge der diversen Reiseveranstalter an. Vor den heute üblichen Kreuzfahrten und Fernflugreisen waren Bus-, Club- und Pauschalreisen, die Fahrt mit dem Schlafwagen der Bahn nach Italien oder gar Spanien ein Abenteuer der besonderen Art.

Teenager fuhren mit dem Interrail-Ticket in den Sommer- und Semesterferien durch ganz Europa. Strapaziös und nicht immer sehr bequem ging es auf diesen Reisen zu. Der Rucksack war oft das einzige Reisegepäck der „jungen Leute“, die in kurzer Hose und luftigem Hemd Europa erkundeten und oft an ihrem Brustbeutel mit der häufig schmalen Reisekasse zu erkennen waren. Auf der Rückreise fielen dann die „Jesus-Latschen“ aus Portugal oder Griechenland auf und die ganz Mutigen hatten sich auf der Reise mit einem ledernen Hut vor der ungewohnten südlichen Sonne geschützt. Neckermann und Quelle brachten in den 1970er Jahren dann die sonnenhungrigen, reiselustigen, oft Rucksacktouristen nach Kreta und die Balearen. Aber auch Fahrten nach Norwegen, Schweden, ja sogar bis an den Polarkreis mit der nie untergehenden Mitternachtssonne gehörten zu den Höhepunkten vieler Urlaubsreisenden.

Zu dieser Zeit war es oft die einzige, aber auch wunderbare Möglichkeit, einen Gruß aus dem Urlaub zu schicken, wenn man sich daran machte, eine Ansichtskarte zu schreiben. Nur wenig Text fand auf der Karte Platz und häufig war das umseitige Fotomotiv viel wichtiger als die wenigen Worte. So manches Mal erreichte die Karte den Empfänger erst, wenn der Schreiber schon tagelang wieder an seinem Heimatort der Arbeit nachging.

Ansichtskarte 1905 aus Durban Südafrika Hunderte dieser Karten sind auch im Historischen Archiv der Samtgemeinde Meinersen zu finden und geben uns einen kleinen Einblick, wohin es die Menschen schon vor vielen Jahren gezogen hat. So ist es uns möglich, einen Eindruck der Reisegewohnheiten zu gewinnen. Manch liebevoller Text zeigt uns, dass trotz des ersehnten Urlaubs die Familie und Freunde vermisst wurden.

Ansichtskarten, heute fast schon ein Relikt aus vergangenen Zeiten, liefern uns aber spannende Informationen. Dies kann manch ein Handyfoto, oft eines von Hunderten vielleicht, welches schon nach kurzer Zeit dem begrenzten Speicherplatz zum Opfer fällt, nicht liefern. Diese Ansichtskarten und auch andere Dinge, die heute selten geworden, teilweise sogar ganz verschwunden sind, gibt es zu den verschiedensten Themen in den Räumen des „Haus der Geschichte“, dem Historischen Archiv der Samtgemeinde Meinersen, zu bestaunen.

Gerne begrüßen wir Sie zum Stöbern und Erkunden in unseren Räumen in der Dalldorfer Straße 9 in Meinersen. Neben Ansichtskarten, Fotos, Dokumenten, Landkarten, Urkunden, Schriftstücken, Büchern und vielem mehr finden Sie auch viele Informationen zur Familien- und Ahnenforschung.

Manches Duplikat, speziell von Büchern und Ansichtskarten, findet den Weg ins Archiv und wird von uns gern an Sammler und Interessierte, gegen eine Spende, abgegeben.

Wir sind jeweils montags (ausgenommen Feiertage) von 10:00 – 12:00 Uhr und 15:00 – 17:00 Uhr ohne vorherige Anmeldung für Sie da.

Andere Termine am Mittwochnachmittag von 13:00 bis 17:00 Uhr und Freitagvormittag von 09:00 bis 13:00 Uhr sind möglich-jedoch nur nach vorheriger Terminabsprache.

Nutzen Sie bitte auch die Onlinerecherche unter:

http://www.historisches-archiv-sg-meinersen.findbuch.net/

Fragen und Terminabsprachen über E-Mail an historisches-archiv@sg-meinersen.de oder Telefon 05372 9719307 sowie Handy 0162 9807466.

Ihr Normann Schruwe und das Team des Historischen Archivs