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Mitteilungsblatt der Einheitsgemeinde Stadt Oebisfelde-Weferlingen
Ausgabe 7/2019
Kolumne
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Kolumne

Auf zum nächsten coolen Event zur Verbesserung unserer Work-Life-Balance! Oder doch lieber zur schönen Veranstaltung, die uns Freude bereitet?

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

die Zeiten, in denen jeder in seinem stillen Kämmerlein sein eigenes Süppchen kochte und sich um die ach so böse Welt da draußen einen Teufel scherte, sind gottlob vorbei. Die ganze Welt ist mehr und mehr miteinander vernetzt und selbstverständlich bedarf dies einer Sprache, die viele verstehen können. Sowas nennt sich wohl Weltsprache und ich bin auf die Engländer auch gar nicht neidisch, dass sie eine solche haben.

Ich frage mich aber ernsthaft, warum der gute alte und vor allem ehrbare Hausmeister zum facility-manager und die Auskunft bei der Bahn zum Service-Point mutieren. Ein Franzose käme nicht im Traum darauf, einen englischen Begriff für feststehende französische Floskeln zu verwenden. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine meiner damaligen Deutschlehrerinnen, die mir und meinen Mitschülern mit auf den Weg gab: „Benutzen Sie nur dann ein Fremdwort, wenn es in unserer schönen deutschen Sprache dafür kein gleich gutes oder gar ein besseres Wort gibt.“ Fremdwörter müssen einfach sein, das ist klar, sie werden ja auch nach Jahrhunderten des ständigen Gebrauchs zu Lehnwörtern - niemand, der bei Trost ist, würde für die Nase den Ausdruck (nicht Terminus !!!) Gesichtsvorbau gebrauchen.

Halten wir es mit den Fremdwörtern also wie in einer alten Müller-Weisheit: Zu viel zerreißt den Sack.

Herzlichst Ihr
Hans-Werner Kraul