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Stadtblatt Rehburg-Loccum
Ausgabe 5/2026
Kirchliche Nachrichten
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Klosterstube Loccum

Mit einer feierlichen Enthüllung des europäischen Kulturerbe-Siegels hat die Klosterlandschaft Loccum am Samstag, den 9. Mai, ihre besondere Bedeutung als Teil des europäischen Kulturerbe-Netzwerks Cisterscapes hervorgehoben. Rund 50 Besucherinnen und Besucher nahmen an der offiziellen Enthüllung teil.

Im Zentrum der Veranstaltung stand das europäische Kooperationsprojekt „Cisterscapes – Cistercian landscapes connecting Europe“. Das Netzwerk verbindet 17 zisterziensische Klosterlandschaften aus Deutschland, Polen, Österreich, Slowenien und Tschechien und macht die bis heute sichtbaren kulturellen, landschaftlichen und gesellschaftlichen Spuren der Zisterzienser in Europa sichtbar.

Im Jahr 2024 wurde das Netzwerk von der Europäischen Union mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet – einer der höchsten kulturpolitischen Auszeichnungen Europas.

Mit der Verleihung des Siegels ist die Klosterlandschaft Loccum erst der zweite Ort in Niedersachsen, der mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet wurde.

Zuvor hatten lediglich das Osnabrücker Rathaus gemeinsam mit dem Rathaus Münster die Auszeichnung als „Stätten des Westfälischen Friedens“ erhalten.

Die Auszeichnung würdigt insbesondere den europäischen Gedanken, der bereits im Mittelalter durch die Zisterzienser gelebt wurde: Wissenstransfer über Grenzen hinweg, nachhaltige Landschaftsgestaltung, gemeinschaftliches Leben und kultureller Austausch. Mit dem Projekt Cisterscapes wird dieses historische Netzwerk heute neu sichtbar gemacht und in einen modernen europäischen Kontext gestellt.

Zu den Rednern der Veranstaltung gehörten Abt Ralf Meister, Vertreter des Landrates Lutz Hoffmann, 1. Kreisrat des Landkreises Nienburg, sowie Bürgermeister der Stadt Rehburg-Loccum Martin Franke. In ihren Grußworten betonten sie die Bedeutung der Klosterlandschaft Loccum als lebendiger Teil eines gemeinsamen europäischen Kulturerbes und als Beispiel dafür, wie regionale Geschichte europäische Identität prägen kann.

Im Anschluss an die Enthüllung erkundeten zahlreiche Besucherinnen und Besucher den rund sieben Kilometer langen „Kleinen Klosterlandschaftsweg“. Entlang der Strecke luden eine digitale Mitmachaktion, eine Stempel-Sammel-Aktion und Informationsstationen dazu ein, die zisterziensisch geprägte Kulturlandschaft aktiv zu entdecken. Rund 30 Personen nahmen an der öffentlichen Führung mit Landschaftsführer Hans-Georg Sievers teil, der die historischen Zusammenhänge sowie die Bedeutung der Landschaft anschaulich vermittelte.

Das Kloster Loccum gilt als eines der am besten erhaltenen Zisterzienserklöster nördlich der Alpen. Gegründet im Jahr 1163, prägt es bis heute die Region zwischen Weser und Steinhuder Meer.

Mit Veranstaltungen wie „Kulturerbe entdecken in der Klosterlandschaft Loccum“ soll das europäische Kulturerbe nicht nur bewahrt werden, sondern insbesondere für die Öffentlichkeit und kommende Generationen erlebbar gemacht werden. Der europaweite „Weg der Zisterzienser“, ein rund 6.400 Kilometer langer Kulturwanderweg, verbindet alle Partnerstandorte des Cisterscapes-Netzwerks miteinander.

Über Cisterscapes

Cisterscapes – Cistercian landscapes connecting Europe ist ein internationales Projekt mit 17 Partnerlandschaften in fünf europäischen Ländern. Ziel des Netzwerks ist es, die gemeinsamen kulturellen Wurzeln Europas anhand zisterziensischer Kulturlandschaften sichtbar zu machen und grenzüberschreitenden Austausch zu fördern. Koordiniert wird das Projekt vom Landkreis Bamberg.

 

Cisterscapes Loccum – Yolanda Prange