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Wathlinger RegionsEcho
Ausgabe 13/2025
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Von der Naturkontaktstation wird berichtet: Der Regenwurm – nicht einfach nur ein Wurm

Jeder kennt ihn, den Regenwurm. Obwohl er eigentlich Bodenwurm heißen müsste. Manch einer findet ihn eklig, für andere wiederum ist er ein nützlicher Helfer und viele messen ihm keinerlei Bedeutung bei. Wobei der Name Regenwurm an sich allerdings etwas verwirrend ist, lebt er doch im Boden und ist nachtaktiv. An der Bodenoberfläche sieht man ihn eigentlich nur wenn es regnet oder er sich beispielsweise unter Steinen oder Laub versteckt hält, im Dunkeln. Kommt er ungewollt ans Tageslicht, ist es die UV-Strahlung die ihn sterben lässt. Es wird jedoch vermutet, dass dieser zu den Würmern zählende Wurm bei Regen die Wohngänge im Boden verlässt um nicht zu ersticken wenn sich diese mit Wasser füllen. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Regenwürmer durchaus mehrere Monate ohne Sauerstoff überleben können, da sie ihren Stoffwechsel auf die Verbrennung von Zucker umstellen können. So sind sie in der Lage bei länger langanhaltenden Überschwemmungen zu überleben, voraus gesetzt das Wasser ist sauerstoffreich. In Deutschland gibt es derzeit 46 verschiedene Arten von ihnen. Am bekanntesten sind jedoch der Tauwurm und der Kompostwurm. Die Würmer können bis zu acht Jahre alt werden. Stark abhängig von ihrer Lebenserwartung sind natürlich die Lebensbedingungen. Die Regenwürmer sind kleine Helferlein im Garten und in der Landwirtschaft, sie sind kleine „Fabriken“ die gefüttert werden wollen und müssen um arbeiten zu können und um am Leben erhalten zu werden.

Hauptsächlich nachtaktiv, sind sie in der Lage durch die Aufnahme von abgestorbenen Pflanzenteilen wertvollen Humus zu fabrizieren, der pflanzenverfügbare Nährstoffe enthält- bester Dünger für die Pflanzen.

Wertvoll sind auch ihre tiefgehenden Gänge, die sie meist fast senkrecht in die Erde graben und die mehrere Meter tief sein können. Durch ihre Grabtätigkeit vermischen sie den Mineralboden mit wertvollem Humus. Und wer kennt sie nicht, die kleinen Pyramiden auf dem Rasen, zwischen Fugen, auf Wegen, die diese kleinen nützlichen Helfer zu Tage bringen. Durch die gegrabenen Röhren kann Sauerstoff in den Boden eindringen. Auf diesem Wege werden aerobe (Sauerstoff benötigende) Bakterien ausreichend mit Sauerstoff versorgt um Pflanzenteile zersetzen zu können. Regenwasser kann über die Gänge besser in den Boden eindringen und Pflanzenwurzeln können darin schneller in die Tiefe wachsen.

Alles in allem doch eigentlich eine win-win Situation für jeden Gartenbesitzer und Landwirt, oder? Vorrausetzung für diese kleinen unterirdischen Helfer ist die Nahrung. In diesem Fall abgestorbene Pflanzenteile. Laub, Rasenschnitt, Gartenabfälle im Allgemeinen. In der Landwirtschaft hat ein Umdenken stattgefunden. Da werden nach der Ernte Zwischenfrüchte gedrillt, über Winter stehen gelassen oder bei einer gewissen Höhe gemulcht. Wertvolles Futter für den Regenwurm.

Das kann auch im eigenen Garten so sein. Mal nicht alle Blätter wegharken, Zwischenfrüchte auf dem abgeernteten Gemüsebeet anbauen oder den Rasenschnitt liegen lassen. Dafür belohnt es der Wurm mit kostenlosem, bestem Dünger, der Pflanzen üppig wachsen lässt und ganz nebenbei, ist der Boden durch die Bedeckung noch vor Erosion geschützt. Einfach mal den Mut haben und ein wenig gärtnerische Unordnung zulassen.

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