Die Samtgemeinde Wathlingen geht einen weiteren Schritt in Richtung klimafreundlicher Wärmeversorgung. Auf Grundlage der kommunalen Wärmeplanung wurde jetzt eine detaillierte Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht, die prüfen soll, ob und wie die Abwärme aus dem Klarwasser der örtlichen Kläranlage künftig zur Versorgung umliegender Gebäude genutzt werden kann.
Bereits die strategische Vorerhebung im Rahmen der Wärmeplanung hatte ergeben, dass das Quartier im Zentrum Wathlingens ein besonders hohes Potenzial für ein zentrales Wärmenetz bietet. Neben einer hohen Wärmeliniendichte und relevanten Großabnehmenden stellt insbesondere die Kläranlage eine vielversprechende Wärmequelle dar: Rund 1,3 Megawatt thermische Leistung könnten dort aus dem gereinigten Abwasser gewonnen werden.
Die nun beauftragte Machbarkeitsstudie soll deutlich tiefer in die technischen und wirtschaftlichen Fragen eintauchen. Dazu zählen die genaue Analyse des verfügbaren Wärmepotenzials im Jahresverlauf, rechtliche Rahmenbedingungen wie Einleitgenehmigungen sowie Betreiberfragen hinsichtlich kommunalrechtlicher Machbarkeit. Neben dem Bedarf der kommunalen Gebäude auf dem Kläranlagengelände werden auch potenzielle weitere Abnehmer im Umfeld berücksichtigt.
Ebenso sollen Netzdimensionierung, notwendige Investitionen und kalkulierte Wärmegestehungskosten berechnet werden. Ein wichtiger Baustein ist die Möglichkeit einer Förderung über die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW). Diese unterstützt Machbarkeitsstudien mit bis zu 50 Prozent der Kosten und bildet die Grundlage für spätere Investitionsförderungen von bis zu 40 Prozent im Falle einer Umsetzung
Mit der geplanten Untersuchung will die Samtgemeinde die Grundlage für eine zukunftsweisende Entscheidung schaffen: Kann Wathlingen seine Wärmeversorgung nachhaltig, regional und kosteneffizient um Abwasserwärme ergänzen?