Am heutigen Montagvormittag wurden die Feuerwehren Wietze und Wieckenberg, der Rettungsdienst sowie die Polizei zu einem Verkehrsunfall mit eingeschlossener Person in einem LKW auf die Bundesstraße 214 zwischen Wietze und Jeversen gerufen. Es sollte sich hierbei um einen Gefahrgut-LKW handeln, dieser hatte Propangas geladen.
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte bestätigte sich die Lage zum Teil. Der verletzte Fahrer wurde bereits durch Ersthelfer befreit und durch diese betreut. Entgegen der ersten Meldung, dass kein Gas austreten soll, bestätigte sich dieses nicht. Es war deutlicher Gasgeruch wahrnehmbar, das ausströmen wurde auch akustisch wahrgenommen. Es wurde umgehend ein Sicherheitsbereich eingerichtet, der Brandschutz sichergestellt sowie der Betreiber des LKW hinzugerufen.
Über die TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem der deutschen Chemieindustrie) wurde ein Fachberater hinzugezogen, da die technische Bedieneinrichtung durch den Unfallmechanismus nicht einsehbar war und zudem über die ebenfalls hinzugezogene Feuerwehr Celle mit einem Mehrgaswarngerät ein explosionsfähiges Gasgemisch am LKW festgestellt wurde. Es wurde ein umfangreicher Löschangriff vorbereitet. Mit dem Fachberater der Werkfeuerwehr Honeywell wurde das weitere Vorgehen abgestimmt und weitere Einsatzkräfte aus Jeversen sowie einem weiteren Fachberater des Chemieparks Marl (Nordrhein-Westfalen) für Flüssiggasbehälter nachgefordert. Die Fachberater haben die Einsatzleitung bei den Maßnahmen beraten und damit eine wertvolle Fachexpertise geben können. Im weiteren Verlauf wurde auch noch eine Drohne der DLRG Winsen (Aller) nachgefordert, die aus der Luft wertvolle Informationen zu liefern konnte.
Das Aufrichten des LKW wurde durch sechs Drucklüfter begleitet, um das ausströmende Gas zu verflüchtigen und somit die Explosionsgefahr zu minimieren. Dieses wurde durch mehrere Gaswarngeräte der Celle Uelzen Netz begleitet. Im Verlauf musste noch die Stromversorgung für ein direkt angrenzendes Unternehmen temporär getrennt werden.
Nach knapp 10 Stunden konnte der Einsatz erfolgreich abgeschlossen werden, der havarierte LKW wurde durch ein Fachunternehmen geborgen und gesichert.
Dieser umfangreiche Einsatz forderte fünf Feuerwehren, die DLRG, die Polizei, die untere Wasserbehörde des Landkreises Celle sowie zwei Werkfeuerwehren mit Fachberatern aus Seelze (Region Hannover) sowie aus Marl. Dank dieser gemeinsamen Kraftanstrengung aller Einsatzkräfte inklusive der Fachexpertise der Fachberater konnte ein größeres Schadensereignis für die Gemeinde Wietze abgewendet werden.
Die gesamten Maßnahmen wurden durch die Feuerwehr Winsen (Aller) mit einem Einsatzleitwagen und einer Verpflegungskomponente unterstützt.
Insgesamt waren 62 Feuerwehrleute mit 10 Einsatzfahrzeugen, zwei Werkfeuerwehren mit vier Einsatzkräften, mehrere Streifenwagen der Polizei, ein Fahrzeug der DLRG Winsen (Aller) sowie zwei Rettungswagen im Einsatz.
Die Bundesstraße 214 war zwischen Wietze und Jeversen knapp 10 Stunden voll gesperrt.
Bericht und Bilder: Feuerwehr Wietze