Taching am See – Was als Kinderflohmarkt begann, wurde am Freitagabend zu einem kleinen Fest der Begegnung: 18 Stände, selbst gekochte afghanische Spezialitäten und T-Shirts mit großen Botschaften – ein Flohmarkt der besonderen Art in Taching hat viele Besucherinnen und Besucher angelockt und für einen rundum gelungenen Abend gesorgt.
Von 17 bis 20 Uhr füllte sich der Veranstaltungsraum mit Familien, die gut erhaltene Kinderkleidung und Spielzeug anboten oder nach Schnäppchen suchten. 18 Stände luden zum Stöbern ein – darunter auch ein Stand des Echt und Fair Ladens aus Waging, der faire und nachhaltig produzierte Artikel im Angebot hatte und das Thema Fairtrade mitten ins Geschehen brachte. Die Standgebühren und der Erlös aus dem Essensangebot wurden an die Grundschule gespendet, die das Geld für ein Zirkus- und Theaterprojekt verwendet.
Das Highlight des Abends war zweifellos die Küche: Zohra Azizi, Muzdah Sediqi, Atiqullah Sadiqi und Mayel Niazi von der Tachinger Flüchtlingsunterkunft hatten selbst zubereitete afghanische Spezialitäten gekocht – darunter Mantu, gedämpfte Teigtaschen mit Hackfleischfüllung, Aschak als vegetarische Variante, Bolani, ein herzhaft gefülltes Fladenbrot, sowie Kabuli Palau, ein traditionelles Reisgericht. Das Essen kam hervorragend an, die Schlange vor dem Stand riss den ganzen Abend kaum ab. Bei den Zutaten wurde bewusst auf Qualität und Herkunft geachtet: Das Fleisch stammte von Sabine und Kerstin Mayer aus Taching, die übrigen Zutaten aus dem Bioladen in Traunstein, die Gewürze eigens aus einem afghanischen Laden in München.
Wer sich an einen Tisch setzte, kam unweigerlich ins Gespräch – mit den Köchinnen und Köchen, mit Nachbarinnen und Nachbarn, mit Menschen, die man vielleicht noch gar nicht kannte. Essen verbindet, das zeigte sich an diesem Abend auf besonders schöne Weise. Eine Ausstellung mit bedruckten T-Shirts rundete das Programm ab und machte mit prägnanten Botschaften auf soziale und ökologische Missstände in der Modeindustrie aufmerksam.
Der Abend hat gezeigt, was möglich ist, wenn Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und gelebte Nachbarschaft zusammenkommen – und dem man gerne eine Fortsetzung wünscht.