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Gemeinde-Zeitung Waging a See
Ausgabe 6/2026
Mitteilungen der Verwaltungsgemeinschaft Waging
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Mitteilungen der Verwaltungsgemeinschaft Waging

Die Führungsspitze der Verwaltungsgemeinschaft vor dem Rathauseingang nach der Wahl: Der neue erste Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Waging am See, Bürgermeister Martin Dandl (Bildmitte), mit seinem ersten Stellvertreter Martin Fenninger (rechts) und Karl Heinz Neumann, der zum zweiten Stellvertreter gewählt wurde. Gemeinsam wollen sie die Arbeit der Verwaltungsgemeinschaft in bewährter Weise fortführen und erfolgreich in die kommende Amtsperiode führen.

Martin Dandl wurde zum neuen Gemeinschaftsvorsitzenden gewählt

Die Verwaltungsgemeinschaft Waging am See hat eine neue Führungsspitze: Martin Dandl wurde zum Vorsitzenden gewählt, Martin Fenninger und Karl Heinz Neumann übernehmen die Stellvertretungen.

Bei der ersten Sitzung der Gemeinschaftsversammlung in der neuen Amtszeit wurden damit die zentralen Führungsfunktionen neu besetzt.

Verwaltungsgemeinschaften wurden in Bayern im Zuge der kommunalen Gebietsreform geschaffen, um kleineren Gemeinden eine leistungsfähige Verwaltung zu ermöglichen und gleichzeitig Kosten zu sparen. Die Verwaltungsgemeinschaft Waging am See, die mittlerweile rund 10.650 Einwohner zählt, entstand 1978 mit vier Kommunen; seit dem Austritt Pettings im Jahr 1986 arbeiten Waging, Taching und Wonneberg seit nunmehr vier Jahrzehnten verlässlich und reibungslos zusammen.

Bei der nun erfolgten ersten Sitzung der Gemeinschaftsversammlung in der neuen Amtszeit leitete zunächst noch einmal der bisherige Vorsitzende Matthias Baderhuber den Auftakt, bevor das Gremium turnusgemäß den neuen Gemeinschaftsvorsitzenden und dessen Stellvertretungen wählte.

Die Gemeinschaftsversammlung setzt sich aus den ersten Bürgermeistern sowie weiteren Vertretern der einzelnen Gemeinderäte zusammen; jede Gemeinde verfügt über so viele Stimmen, wie Vertreter anwesend sind. Der Vorsitzende, der aus der Mitte der Bürgermeister gewählt wird, trägt eine Schlüsselrolle: Er ist Dienstvorgesetzter der Beschäftigten und prägt die Zusammenarbeit der drei Kommunen für die Dauer seines Amtes maßgeblich.

Baderhuber erinnerte die Runde daran, wie anspruchsvoll das Amt des Gemeinschaftsvorsitzenden ist, und bat die nominierten Kandidaten, sich, ähnlich einer kurzen Selbstpräsentation, zu ihren Qualifikationen, Zielen und Vorstellungen zu äußern. Baderhuber verhielt sich konsensorientiert und schlug alle drei Bürgermeister für seine Nachfolge vor.

Als Kandidat wurde recht schnell Martin Dandl ins Spiel gebracht, der Bürgermeister der mit 7.039 (am 30.06.2025) Einwohnern und 48,86 Quadratkilometern größten Mitgliedsgemeinde Waging am See. Dandl hob hervor, dass er als hauptamtlicher Bürgermeister ganztägig im Rathaus präsent sei, bereits Erfahrung als zweiter Bürgermeister gesammelt habe und sich derzeit durch gezielte Schulungen in Mitarbeiterführung weiterbilde. Er fühle er sich für diese Aufgabe gut vorbereitet.

Franz Röckenwagner, Leiter der VG-Geschäftsstelle, die die laufenden Verwaltungsarbeiten erledigt, nahm beratend an der Versammlung teil und übernahm zugleich den Vorsitz des für die Abstimmung gebildeten Wahlausschusses. Diesem Ausschuss gehörten außerdem Bauamtsleiterin Sabine Strohhammer sowie die für Taching in der Verwaltungsgemeinschaft zuständige Kassenverwalterin Sabine Mayer an.

Bei der turnusgemäßen, geheimen Abstimmung wurde Martin Dandl mit deutlicher Mehrheit zum neuen Vorsitzenden gewählt: Er erhielt 13 Stimmen, eine Stimme entfiel auf Tachings Bürgermeisterin Stefanie Lang, eine weitere war ungültig.

Damit ist Martin Dandl (FW) Repräsentant und Vorsitzender der Gemeinschaftsversammlung. Er führt die Verwaltung und trifft Personalentscheidungen für alle Stellen bis einschließlich Besoldungsgruppe A 8 beziehungsweise Entgeltgruppe EG 8 eigenständig; für höher eingestufte Positionen ist hingegen ein Beschluss der Gemeinschaftsversammlung erforderlich.

Was die Zahl der Stellvertreter betrifft, erläuterte Franz Röckenwagner, dass das Gesetz zwar einen oder zwei Stellvertreter vorsieht, die Situation in einer Verwaltungsgemeinschaft jedoch anders zu bewerten sei als in einer einzelnen Kommune. Durch die besondere Struktur der VG, mit mehreren Bürgermeistern und einer gesetzlich vorgeschriebenen Geschäftsstelle, sei die Handlungsfähigkeit der Verwaltung auch ohne zusätzliche Stellvertretung jederzeit gewährleistet. Ob dennoch ein weiterer Stellvertreter bestellt werden solle, liege daher allein im Ermessen der Gemeinschaftsversammlung.

Diese entschied sich dennoch einstimmig für die Bestellung von zwei Stellvertretern.

Für das Amt des ersten Stellvertreters traten zwei in der Verwaltungsgemeinschaft bestens vertraute Persönlichkeiten gegeneinander an. Martin Fenninger (Freie Bürgerliste), seit 2014 Bürgermeister der mit rund 1.550 Einwohnern und 18,01 Quadratkilometern kleinsten Mitgliedsgemeinde Wonneberg und bisher erster Stellvertreter der VG, wurde von Martin Dandl vorgeschlagen. Fenninger hatte seinerseits Dandl für den Vorsitz nominiert, ein Zeichen des guten und vertrauensvollen Miteinanders der beiden. In seiner kurzen Vorstellung verwies Fenninger auf seine langjährige Erfahrung und betonte, wie gerne er die Aufgabe weiterführen würde. Besonders hob er die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses hervor, deren Arbeit er ausdrücklich würdigte.

Auch Stefanie Lang, Bürgermeisterin der zweitgrößten Mitgliedsgemeinde Taching am See mit rund 2.085 Einwohnern und einer Fläche von 26,75 Quadratkilometern, stellte sich für das Amt der ersten Stellvertreterin zur Verfügung. Seit 2020 bekleidete sie das Amt der zweiten Stellvertreterin und hat es seither mit Kontinuität und großem Engagement ausgeübt. Lang betonte, dass sie sich in diesen Jahren die für höhere Aufgaben erforderlichen Qualifikationen erarbeitet habe, von Führungserfahrung bis hin zu sechs Jahren kommunalpolitischer Praxis.

In der Abstimmung setzte sich schließlich Martin Fenninger durch. Er erhielt zehn Stimmen, während sechs Stimmen auf Stefanie Lang entfielen.

Als anschließend die Wahl des zweiten Stellvertreters anstand, wurde Stefanie Lang vorgeschlagen. Doch die parteilose Bürgermeisterin wollte sich nicht erneut zur Verfügung stellen. Auch aus Taching am See meldete sich niemand von den delegierten Ratsmitgliedern, weder der dritte Bürgermeister Dominik Mayr noch die Gemeinderäte Markus Krautenbacher und Olga Wilhelm. Unter diesen Vertretern herrschte eine gewisse Unsicherheit, ob auch ein einfaches Gemeinderatsmitglied dieses Amt übernehmen könne, was die spontane Bereitschaft offenbar hemmte.

Geschäftsleiter Röckenwagner stellte jedoch klar, dass das Amt nicht zwingend einem Bürgermeister vorbehalten sei, sondern sowohl als erster als auch als zweiter Stellvertreter alle Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung gewählt werden können. Dennoch fand sich spontan niemand aus Taching, der kandidieren wollte.

So stand schließlich nur ein Bewerber zur Wahl: Karl Heinz Neumann, dritter Bürgermeister der Marktgemeinde Waging am See, der von seiner CSU-Fraktionskollegin Christine Schuhegger vorgeschlagen worden war. Neumann erhielt 14 der 16 abgegebenen Stimmen; eine Stimme war ungültig, eine weitere entfiel auf Markus Krautenbacher. Nach seiner Wahl bedankte sich Neumann für das Vertrauen und versprach, sich dafür einzusetzen, dass auch die Interessen der Seengemeinde Taching in der VG weiterhin gut vertreten werden.

Im weiteren Verlauf der Sitzung setzte die Gemeinschaftsversammlung, wie bereits in den vergangenen Jahren, für die neue Wahlperiode 2026 bis 2032 erneut einen Rechnungsprüfungsausschuss ein, der für die interne Kontrolle zuständig ist und entsprechend berichten muss.

„Für Verwaltungsgemeinschaften ist ein solcher Ausschuss zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber für die jährliche örtliche Prüfung der Jahresrechnung sehr zu empfehlen“, erläuterte Röckenwagner. Wie bisher solle jede der drei Mitgliedsgemeinden ein Mitglied entsenden.

Die Versammlung beschloss daher die Bildung eines dreiköpfigen Ausschusses unter dem Vorsitz des Waginger Gemeinderats Georg Huber. In den Ausschuss berufen wurden zudem Josef Mayr aus Wonneberg, vertreten durch Karl Glaner, sowie Markus Krautenbacher aus Taching, vertreten durch Olga Wilhelm. Für Georg Huber übernimmt Karl Heinz Neumann die Stellvertretung.

Weil die Verwaltungsgemeinschaft neben dem Meldewesen unter anderem auch standesamtliche Aufgaben zu erfüllen hat, erfolgte im Anschluss die turnusgemäße Bestellung der Standesbeamten. Da die bisherigen Ernennungen mit dem Ende der Wahlperiode ausgelaufen waren, mussten die Bürgermeister erneut bestellt werden, um weiterhin Eheschließungen und Lebenspartnerschaften beurkunden zu können. Die Gemeinschaftsversammlung bestätigte daher Martin Dandl, Stefanie Lang und Martin Fenninger für die Amtszeit 2026 bis 2032 als Eheschließungsstandesbeamte des Standesamtsbezirks Waging am See.

Danach befasste sich das Gremium mit seiner Geschäftsordnung. Die bestehende Fassung aus dem Jahr 2014 regelt, ähnlich wie in den Gemeinden, die grundlegenden Abläufe und Arbeitsweisen der Gemeinschaftsversammlung. Einstimmig wurde beschlossen, die Geschäftsordnung bis zur Erarbeitung einer neuen Fassung unverändert fortzuführen.

Zum Abschluss widmete sich die Versammlung der Entschädigungssatzung. Da diese die Höhe der Sitzungsgelder festhält, muss sie bei Änderungen entsprechend angepasst werden. Angesichts der allgemeinen Preisentwicklung hielt Geschäftsleiter Röckenwagner nämlich eine Erhöhung für angemessen. Vorgeschlagen wurde, das Sitzungsgeld ab 1. Mai 2026 von bisher 30 auf 40 Euro anzuheben. Karl Glaner unterstützte die Anpassung ausdrücklich. Die Gemeinschaftsversammlung beschloss daraufhin die entsprechende Änderungssatzung.

Schließlich konnte Bürgermeister Dandl noch erfreuliche Nachrichten überbringen: Leonie Haslberger und Andreas Hopf haben den Beschäftigtenlehrgang I erfolgreich abgeschlossen. Ebenso bestand Matthias Hobmayer seine Weiterbildung zum Fachwirt für Gebäudemanagement. Damit würdigte er das Engagement und die fachliche Weiterentwicklung der Mitarbeitenden im Rathaus.

A. Caruso