Musik im Museum – Kolja Lessing, „Ferne Klänge“. Filmvorführung mit Klavierrecital
Auf den Spuren verschollener Musik des 20. Jahrhunderts
Film und Klavierrecital mit dem Pianisten Kolja Lessing
Berlin ist mit der Musikhochschule und der Akademie der Künste in den 20er und beginnenden 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Magnet. Junge, gegenüber der Moderne aufgeschlossene Komponisten aus Osteuropa finden hier optimale Ausbildungsmöglichkeiten und großartige Lehrer wie Franz Schreker oder Ferruccio Busoni. Zahlreiche Kompositionsschüler wie zum Beispiel Wladimir Vogel, Berthold Goldschmidt, Paul Ben-Haim, Haim Alexander oder Josef Tal müssen Deutschland mit dem Erstarken des Nationalsozialismus verlassen. Auch der Komponist Tzvi Avni aus Tel Aviv stammt ursprünglich aus Saarbrücken. Er berichtet, wie die Flüchtlinge in Palästina das Musikwesen des späteren Staates Israel aufbauen. Kolja Lessing: „Wir stehen erst am Anfang der Wiederentdeckung einer ganzen Generation von deutschen und osteuropäischen Komponisten und müssen die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts neu schreiben.“
Im Anschluss an die Vorführung des Films (ca. 70 Minuten Dauer) gibt Kolja Lessing ein Klavierkonzert mit Werken von Franz Schreker, Ursula Mamlok, Berthold Goldschmidt und anderen.
Nach Professuren für Violine und Kammermusik an den Musikhochschulen Würzburg Leipzig wirkt Lessing seit dem Jahre 2000 in gleicher Funktion an der Musikhochschule Stuttgart. Für seine Verdienste um die Wiederbelebung der Musik verfemter Komponisten empfing er 2015 die Otto-Hirsch-Auszeichnung der Landeshauptstadt Stuttgart, 2020 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Kolja Lessing: „Wir stehen erst am Anfang der Wiederentdeckung einer ganzen Generation von deutschen und osteuropäischen Komponisten und müssen die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts neu schreiben.“
Foto: Kolja Lessing