Zum „Ramadama“ sind die Schüler der Grundschule Heiligkreuz ausgerückt. Schon fast professionell ausgestattet sind sie mit Mülltüten, Handschuhen und Müllgreifern sternförmig von der Schule aus mit Lehrern und einigen engagierten Müttern losgezogen. Nicht nur in Heiligkreuz wurde nach Müll gesucht, der sich am Wegesrand befindet, sondern auch in Richtung Eglseer Sportplatz und zum Bolzplatz an den Alzauen ging es. Nach Wäschhausen wanderten die Kinder ebenfalls. Nach etwa eineinhalb Stunden kamen sie zurück und präsentierten ihren Müllfund.
„Wir haben ganz schön viel Zigarettenkippen gefunden“, erzählte Katharina Gröbner. Moritz Gröbner hat einen zerbrochenen Stuhl von Wäschhausen bis nach Heiligkreuz geschleppt. „Der war in Richtung der Förgenthalbrücke im Wald gelegen“, berichtete er. „Wir haben ein vermodertes Kinderspielzeug auf dem Kinderspielplatz in Heiligkreuz gefunden -das braucht keiner mehr“, erklärten die Erstklässler. Halbleere Getränkeflaschen aus Plastik, Dosen und Kanister, in denen sich noch Reste von Frostschutzmittel befanden, eine zerfledderte Liegeauflage, zerbrochene Blumentöpfe, geknickte Gardinenstangen durchgeweichte Kartonagenreste, Glasflaschen und Scherben und weiterer Plastikmüll wanderte in die Mülltüten der Kinder.
„Warum kann man das nicht in der Mülltonne entsorgen? Warum muss ein Guatlpapier in den Wald oder auf die Straße geworfen werden?“, fragten die Kinder, die ihre Augen offenhielten und sich gegenseitig ermutigten, das nächste Stück Müll zu finden. Ins Auge fielen jedoch nicht nur Plastik, Glas und Papier. Marie und Antonia aus der ersten Klasse fanden auf dem Gehsteig in Heiligkreuz eine große Menge Raupen. Auch wenn es sich bei der genaueren Betrachtung um Schädlinge handelte, wurden sie nicht in den Müll gekippt, sondern auf eine nahe Wiese gebracht. Damit setzten die Kinder ein Zeichen gegen das Vermüllen und für den Schutz der Landschaft.
„Man wirft keinen Müll in die Gegend. Zuhause müsst ihr auch aufräumen“, betonte Rektor Manfred Duschl. Für ihren Einsatz wurden die Kinder mit Butterbrezen belohnt. Doch nicht nur die Grundschule Heiligkreuz hat sich an der Aktion beteiligt. Viele Klassen der Heinrich-Braun-Grund- und Mittelschule, der Realschule und des Hertzhaimer-Gymnasiums waren in puncto Naturschutz und Müllsammlung unterwegs. Dabei wurden nicht nur die „Hotspots“ in Sachen Müll, wie am Wehrbau, besucht, sondern auch die gängigen Spazierwege.
Aufgerufen zu der Aktion hatte die Stadt Trostberg. Johann Bichlmaier, zuständig in der Stadtverwaltung für Abwasserbeseitigung und technischen Umweltschutz, hat die Anregung aus der Bürgerschaft für ein „Ramadama“ gerne aufgenommen, Die Vertreter der Schulen setzten sich zusammen und beschlossen, an vier Tagen Müll zu sammeln und damit mit gutem Vorbild voranzugehen.
Die Begeisterung bei den Schülern war groß“, hat Bichlmaier in Erfahrung gebracht. Auch von den Bürgern habe er nur positive Rückmeldungen erhalten. „Früher hat es ein,Ramadama' schon einmal gegeben. Doch ist die Aktion weitgehend eingeschlafen. Wir hoffen, dass sich auch Vereine künftig an der Aktion beteiligen“, so sein Wunsch. Doch bleibt das Hauptanliegen, dass Müll ordnungsgemäß entsorgt wird und Diese Aufgaben nicht allein beider Stadt Trostberg, beim Bauhof und bei den Schulen bleiben. „Wir setzen auf Vernunft, Einsicht und Vorbild“, sagte Bichlmaier. Der gesammelte Müll wurde an gut sichtbaren Stellen deponiert, damit er vom Bauhof abgeholt und entsorgt werden konnte
Die Schüler der vier Klassen der Grundschule Heiligkreuz waren als fleißige Müllsammler unterwegs. Für die Müllsünder gibt es den Daumen nach unten: „Gefällt gar nicht.“