Kennen Sie das? Tagtäglich braucht es beim umweltbewussten Einkaufen Entscheidungen: Nehme ich dies oder jenes? Ist die Milch besser im Getränkekarton oder in der Mehrwegflasche verpackt? Was bedeutet das Siegel, diese Klassifizierung oder jenes Label? Es ist wirklich schwierig zu erkennen, was jeweils gesünder ist und was sich weniger negativ auf die Umwelt sowie die Müllproblematik auswirkt. Denn eines ist klar: Egal was ich konsumiere, welche Verpackung ich akzeptiere - es geht immer eine gewisse Umweltbelastung damit einher. Es gibt phantasievolle Versuche der Hersteller, reelle oder auch nur erdachte Vorzüge ihrer Produkte oder Verpackungen herauszustellen. Das macht die Wahl für VerbraucherInnen nicht einfacher. Wenn ich lese „dieses Produkt ist zu 100% recyclingfähig“, stimmt das vielleicht. Möglicherweise ist aber ein Recycling-Prozess so aufwändig und teuer, dass kein Verfahren dazu wirtschaftlich betrieben werden kann. Damit bleibt in vielen Fällen nur die „thermische Verwertung“ (sprich Verbrennung) oder die Deponie. So ist es zum Beispiel bei Batterien. Batterien sind spätestens seit dem Markteintritt von E-Autos massiv in kontroverser Diskussion. Obwohl Batterien und Akkus bereits seit vielen Jahren in stark wachsender Menge in großen und kleinen Anwendungen akzeptiert sind, etabliert sich echtes Recycling erst mit den Fahrbatterien der E-Autos. Batterien jeglicher Art wären grundsätzlich bis zu 95% recyclingfähig, aber erst durch konsequentes Einsammeln in Fachgeschäften, Sammelstellen und Wertstoffhöfen lässt sich eine funktionierende Kreislaufwirtschaft aufbauen. Optimalerweise sollten alle Stoffe so lange es geht in der Nutzung verbleiben. Verbrennen ist die letzte Option und nur wenig besser als Deponieren. Um wieder auf unsere Kaufentscheidungen zurückzukommen: Bemühen wir uns, so wenig Abfall wie möglich zu erzeugen. Das geht, indem wir gute Qualität wählen und die Produkte über möglichst lange Zeit pfleglich behandeln. Vermeiden Sie Verpackung so gut es eben geht, trennen Sie Müll und Wertstoffe! Mülltrennung gilt als „typisch deutsch“ und wird manchmal auch gerne belächelt. Aber nur was sortenrein in den Containern landet, wird wieder zu neuen Rohstoffen und Produkten. Wer einen eigenen Garten besitzt, kann den Kreislauf direkt beobachten: Salat oder Früchte stehen ganz ohne Fahrweg oder Verpackung zur Verfügung und die Reste werden im Komposthaufen wieder zu wertvollem Gartendünger. Für alle anderen Stoffe steht der Trostberger Wertstoffhof bereit. Dort ist Platz für Papier und Karton, Weißblech, Alu, Metallschrott, Hartplastik, Folien, Weiß-, Grün- und Braunglas, Bauschutt und Keramik, Getränkekartons, Elektroschrott, Batterien, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen. Über gut erhaltene Altkleider und Schuhe freuen sich die KlAWOtte (aktuell Annahmestopp) und die Caritas Kleiderkammer. Zerschlissene Kleidung gehört in den Restmüll. Für die kleine Menge Restmüll reicht in der Regel die kleinste Mülltonne. Pfand- und Mehrwegsysteme verursachen zwar Transport- und Reinigungsaufwand, bleiben aber ohne energieintensive Neuproduktion lange direkt im Kreislauf.
Eine nette Version des Recyclings kann man erleben, wenn der Sohn oder die Tochter die alten, vor Jahren angesagten Klamotten der Eltern als ungeahnten Schatz ausgräbt. Das ist dann Wertschätzung und Wiederbelebung vergessen geglaubter Zeiten zugleich.
Informationen: johann.stalleicher@trostberg.de