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Stadtblatt Trostberg an der Alz
Ausgabe 2/2026
Das Rathaus
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Das Rathaus

Anbau Bauteil F. Quelle: LS Architekten BDA

Auszug Kommunale Wärmeplanung. Quelle: ing Kess GmbH

In diesem Jahr fanden erneut zwei Bürgerversammlungen und eine Seniorenbürgerversammlung statt. Am 28.01. versammelten sich etwa 100 Bürgerinnen und Bürger im Postsaal, am 03.02. verzeichnete die Versammlung im Mehrzweckhaus in Oberfeldkirchen knapp die Hälfte an Besuchern. Am 04.02. um 14:00 Uhr nutzten rd. 90 ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger die Gelegenheit, sich bei der speziell am Nachmittag für sie organisierten Seniorenbürgerversammlung über die aktuellen Geschehnisse in der Stadt zu informieren.

Erster Bürgermeister Karl Schleid eröffnete die Versammlungen. Anschließend folgte ein Bericht über die kommunalen Finanzen. Stadtkämmerer Armin Gois ging auf das Rechnungsergebnis der Jahresrechnung 2024 und der vorläufigen Jahresrechnung für 2025 ein und erläuterte den Haushaltsplan für das laufende Jahr 2026. Abschließend stellte der Stadtkämmerer fest, dass die Finanzlage der Stadt Trostberg als (noch) geordnet zu bezeichnen sei. Es wird in Zukunft aber erheblichen Bedarf an Investitionen oder Verlustausgleiche geben, z.B. beim Freizeitzentrum, den Schulen, den Feuerwehren, dem Straßenerhalt, der Kommunale Wärmeplanung oder der Alois-Böck-Turnhalle. Dies wird die Stadt in den kommenden Jahren vor große finanzielle Herausforderungen stellen. Hierfür müsse man sowohl auf die Suche nach Fördermöglichkeiten als auch nach Einsparpotentialen gehen. Das Fazit des Stadtkämmerers: Auf Grund der schwindenden kommunalen Finanzmittel wird es eine große Aufgabe der nächsten Jahre sein, den Ist-Zustand zu bewahren und alle gesetzlich Vorgaben zu erfüllen, dennoch müsse man sich diesen Herausforderungen mit einer optimistischen Grundhaltung stellen.

Den Rechenschaftsbericht begann Bürgermeister Schleid wie üblich mit den statistischen Einwohnerdaten. Er informierte darüber, dass im Bürgerbüro seit vergangenem Jahr ein digitaler Passfoto-Automat den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht und mit dem Standesamt Schnaitsee ein weiterer Standesamtsbezirk (nach Tacherting und Altenmarkt) sich dem Standesamt Trostberg angeschlossen hat. Bürgermeister Schleid erinnerte an die in 2025 erfolgte Neuwahl des Seniorenbeirats und die Verleihung der Bürger-/Stadtmedaillen sowie die Erneuerung des Titels als „Fairtrade Stadt“. Hinsichtlich der bevorstehenden Kommunalwahl am 08.03.2026 bat er darum, Briefwahlunterlagen rechtzeitig zur Post zu geben, um den rechtzeitigen Eingang sicherzustellen. Alternativ kann man die ausgefüllten Unterlagen auch direkt im Rathausbriefkasten selbst einwerfen.

Hinsichtlich des Bürgerentscheids „Hände weg vom Schwarzerberg“ informierte der Bürgermeister darüber, dass als Reaktion seitens des Staatlichen Bauamts sämtliche Planungen zur Ortsumgehung Trostberg B 299 neu einstellt wurden. Bürgermeister Schleid erläuterte die Erhöhung der Kindergarten-/Krippengebühren zum 01.01.2026. Die Erhöhung sei u.a. auf Grund der steigenden Tariflöhne der Beschäftigten erforderlich geworden. Es sei wichtig, den Nettoaufwand der Kommune für die Kinderbetreuung weiterhin im Blick zu behalten, so Schleid. 2024 hatte die Stadt rd. 2,5 Mio. € für die Kinderbetreuung zu leisten. Ziel sei es, auch langfristig ein zuverlässiges und bezahlbares Angebot an Kinderbetreuung anbieten zu können, um jungen Familien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.

Des Weiteren ging Bürgermeister Schleid auf den „Feuerwehrbedarfsplan“ ein. Für die Feuerwehr Lindach ist die Beschaffung eines Fahrzeugs „LF 10 Allrad“ als Ersatz für das vorhandene LF 8/6 geplant. Bei der Feuerwehr Oberfeldkirchen stehen Umbaumaßnahmen am Gebäude an. Bisher bestehen dafür nur grobe Konzepte, die in nächster Zeit detaillierter ausgeplant werden sollen.

Aus dem Bereich „Planen und Bauen“ gab wieder viel zu berichten:

Die Schulhauserweiterung der Heinrich-Braun-Grundschule schreitet gut voran. Hier werden neue Klassenzimmer sowie Räume für die Ganztagsbetreuung geschaffen. Anhand der bereits ergangenen Aufträge ist absehbar, dass der Kostenrahmen von 11,8 Mio. € für die Gesamtmaßnahme eingehalten wird. Auch von einer planmäßigen Fertigstellung und Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus zum Schuljahr 2026/27 ist derzeit auszugehen, so Schleid.

Die beiden laufenden Wohnungsbau-Projekte der Stadt im Bereich Pechlerau-West und Eglsee sind in 2025 weiter vorangeschritten. Diverse vorgeschriebene Untersuchungen (z.B. Baugrund, Immissionen, Artenschutz) wurden durchgeführt. Auf diesen Grundlagen werden die Bebauungsplanverfahren durchgeführt. Für das Baugebiet Eglsee ist Ziel ein Maßnahmenbeginn für die Erschließung noch im laufenden Jahr 2026.

Auch einige Sanierungsmaßnahmen an Straßen und Bauwerken wurden 2025 durchgeführt: Nach der Generalsanierung der Turnhalle in Heiligkreuz wurden dort die Laufflächen der 100-m-Bahn sowie der Allwetterplatz durch eine Neubeschichtung verbessert. Die Dr.-Albert-Frank-Straße wurde neu asphaltiert, ebenso wie Straßenabschnitte in Perating, Pirach und im Angerweg asphaltiert. Die Maßnahmen wurden z.T. auch mit Aufgrabungen durch die Stadtwerke oder die Bayernwerk AG kombiniert, um Kosten zu sparen. In 2026 sollen die notwendigen Sanierungsmaßnahmen an der Tiefgarage „Alte Schule“ sowie die Straßensanierungen in der Schwarzau (Hochfellnstr., Sonntagshornstr., Watzmannstr.) weiter detailliert ausgearbeitet werden. Die bauliche Umsetzung ist jeweils in den Folgejahren vorgesehen.

2025 konnte die Gesamtmaßnahme zum Hochwasserschutz in Trostberg des Wasserwirtschaftsamts Traunstein abgeschlossen werden. Die Hochwasserschutzmauern in der Pechlerau und Saliterau wurden errichtet und die Radlwege wieder hergestellt. Die zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen wurden eingehalten. Zum Abschluss der Arbeiten wurde die Saliteraustraße neu asphaltiert.

Des Weiteren informierte Bürgermeister Schleid zur Kommunalen Wärmeplanung: Nach dem sog. „Wärmeplanungsgesetz“ sind Kommunen mit bis zu 100.000 Einwohnern bis Mitte 2028 dazu verpflichtet, einen Wärmeplan zu erstellen. Die Stadt Trostberg hat hierfür ein Ingenieurbüro beauftragt. Dieses hat seinen Bericht im Stadtrat vorgestellt und die Anregungen der beteiligten Akteure eingearbeitet. Der Stadtrat hat den Kommunalen Wärmeplan im September beschlossen. Er schafft die Grundlagen für eine CO2-neutrale Wärmeversorgung im Stadtgebiet. Mögliche Anknüpfungspunkte sind die Ausweitung des bereits bestehenden Nahwärmenetzes (Schulgebäude, AlzStadtKindergarten, Turnhallen). Denkbare Wärmequellen könnten neben tiefengeothermischer Nutzung auch industrielle Abwärme oder auch natürliche Ressourcen der Fließgewässer sein.

Was den Breitbandausbau angeht, hatte Bürgermeister Schleid gute Neuigkeiten zu verkünden. In den vergangenen Jahren waren die Anträge der Stadt Trostberg zur Förderung des Breitbandausbaus immer abgelehnt worden, da es noch viele andere Kommunen gab, die mehr Nachholbedarf hatten und nur eine begrenzte Anzahl an Finanzmittel bereitgestellt werden konnte. Nun wurde die Bundesförderung im „Graue-Flecken-Programm“ zugesagt. Bewilligt ist bisher eine Förderung von 50 % durch den Bund bei geschätzten Gesamtkosten von rd. 3,18 Mio. €. Im nächsten Schritt erfolgt nun das Auswahlverfahren zur Ermittlung eines Netzbetreibers für den Ausbau des Glasfasernetzes in den unterversorgten Ortsteilen. Anschließen kann die sog. „bayerische Ko-Finanzierung“ in Höhe von 40 % der Kosten beansprucht werden. 10 % der Ausbaukosten für den flächendeckenden Breitbandausbau muss die Stadt Trostberg selbst tragen.

Das Kulturjahr 2025 war geprägt durch die elfte Trostberger Kunstmeile. Diese lockte 5.500 Besucherinnen und Besucher aus nah und fern nach Trostberg. Die wachsende Zahl an Bewerbungen von Kunstschaffenden verdeutlicht die zunehmende überregionale Bedeutung der Kunstmeile. Das Kulturprogramm in Postsaal und Atrium hob Bürgermeister Schleid ebenfalls lobend hervor. Die überaus guten Besucherzahlen zeigen, dass das Angebot scheinbar den Geschmack trifft. Die Programmplanung im Postsaal folgt auch weiterhin dem Grundsatz eine gute Mischung anzubieten aus überregionalen Gastspielen und Angeboten, die besonders das lokale Publikum ansprechen. Bürgermeister Schleid erinnerte auch an die Ausstellung zu den legendären „Trostberger Dreicksrennen“ im vergangenen Oktober im Atrium, die viel Anklang fand. Altstadtfest und Weihnachtsmarkt sind zwei feste Größen im jährlichen Veranstaltungskalender der Stadt und werden auch 2026 wieder stattfinden. Der Termin für das diesjährige Altstadtfest ist der 27.06.2026. Auch auf die Arbeit der Trostberger Musikschule ging der Bürgermeister in seinem Vortrag lobend ein. Diese ist mit über 100 Veranstaltungen und rd. 20.000 Besuchern ein wichtiger Bestandteil im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Kommune. Schleid versäumte es in diesem Zusammenhang auch nicht, allen ehrenamtlich Engagierten in Trostberg zu danken, denn „die Gemeinschaft lebt vom Ehrenamt, das kann nicht die Kommune alleine stemmen“, so Schleid.

Abschließend berichtete der Bürgermeister über die Arbeiten des städtischen Bauhofs sowie der Stadtwerke Trostberg. Für den Bauhof wurde im vergangenen Jahr ein Traktor als Ersatz beschafft, mit einem Anbaugerät zum Mähen der Bankette und Zurückschneiden von Hecken an Gemeindestraßen. Für die Befüllung der Sandsäcke in einem Hochwassereinsatz wurde eine Vereinbarung mit der Stadt Traunreut zur Nutzung von deren Befüllmaschine getroffen. Mit dieser Maschine können im Ernstfall bis zu 1500 Säcke in der Stunde befüllt werden. 500 Sandsäcke wurden für die Feuerwehren der Stadt bereits als Notfallversorgung befüllt. Schleid informiert auch, dass im Stadtgebiet im vergangenen Jahr zusätzliche Sitzbänke aufgestellt wurden. Der Untergrund wurde teilweise gepflastert, um einen ungehinderten Zugang zu ermöglichen und den Pflegeaufwand beim Rasenmähen gering zu halten. 2025 hatte der Bauhof auch wieder mit der Reparatur von Kiesstraßen zu tun, die auf Grund von Starkregenereignissen ausgeschwemmt wurden. Ein besonderes Ärgernis sind wilde Sperrmüllablagerungen. Wenn die Urheber identifiziert werden können, stellt das Landratsamt hierfür Bußgeldbescheide aus und die Entsorgung wird den Verursachern in Rechnung gestellt.

Hinsichtlich der Stadtwerke Trostberg wies Bürgermeister Schleid darauf hin, dass die Störungsnummer 08621 806050 für Versorgungsstörungen (Strom, Wasser, Internet/TV/Telefon) gedacht ist. Ausgefallene Straßenbeleuchtung kann über die Störungsmeldung der Stadt Trostberg (Homepage oder App), telefonisch während der Geschäftszeiten oder per E-Mail gemeldet werden. Störungsmeldungen über die Sozialen Medien werden nicht bearbeitet.

Weitere Themen der Stadtwerke waren der fortschreitende Glasfaserausbau (nordöstliche Stadtteile) und die in 2025 erfolgten Baumaßnahmen (Wasserleitungen, Trafostationen, Sanierungen am Freizeitzentrum). Bürgermeister Schleid betonte, dass es keine Pläne zur Abschaltung des Kupfernetzes seitens der Stadtwerke gibt. Dies war von einem konkurrierenden Anbieter im Rahmen der Kundengewinnung an der Haustüre z.T. behauptet worden. Der Bürgermeister informierte darüber, dass zum 1. Januar 2026 die Strompreise im Sondertarif „Clever“ um 3,1 Cent von 38,0 Cent auf 34,9 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden konnten (durchschnittliche Ersparnis rd. 125 € im Jahr). Sollte der Bundeszuschuss an die Übertragungsnetzbetreiber für das Jahr 2027 allerdings ausbleiben, sei wieder mit steigenden Netzentgelten und damit auch höheren Strompreisen zu rechnen. Erfreulich sei, so Schleid, dass Freibad und Eisstadion weiterhin gute Besucherzahlen verzeichnen, auch wenn hier natürlich immer auch das Wetter mitspielen muss.

Im Anschluss an die Präsentation des Bürgermeisters hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit ihre Anliegen vorzubringen. Bürgermeister Schleid beantwortete die Fragen oder versprach, dass die Anliegen an die zuständigen Stellen weitergeben werden. Sofern es sich um Anträge handelt, werden diese dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt. Schleid bedankte sich abschließend bei allen Anwesenden für ihr Interesse.