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Stadtblatt Trostberg an der Alz
Ausgabe 3/2025
Das Rathaus
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Das Rathaus

Die Häuser Traunsteiner Straße 4-10 nach der Sanierung.

Hochwasserschutz an der Alz;

Fortsetzung vom Titelblatt:

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Karl Schleid, stand der „Bericht zur Haushaltslage“ von Stadtkämmerer Armin Gois auf der Tagesordnung. Der Kämmerer informierte über das Rechnungsergebnis der Jahresrechnung 2023 und der vorläufigen Jahresrechnung für 2024. Anschließend wurde der Haushaltsplan für das laufende Jahr 2025 erläutert. Herr Gois schloss mit der Feststellung, dass die Finanzlage der Stadt Trostberg gerade noch geordnet sei. Auf Grund der schwindenden kommunalen Finanzmittel sei es in den nächsten Jahren eine große Herausforderung, den Ist-Zustand zu bewahren und alle gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben zu erfüllen. Das Fazit des Stadtkämmerers: Der Stadt Trostberg drohe das Geld auszugehen – für finanzielle Erleichterungen oder Wunschprojekte bestehe daher kein Spielraum. Dennoch schloss Herr Gois seinen Bericht mit vorsichtiger Zuversicht: „Herausforderungen sind da, um bewältigt zu werden!“

Zu Beginn des Rechenschaftsberichtes stellte Bürgermeister Schleid zunächst wie üblich die statistischen Einwohnerdaten vor. Anschließen ging er auf die Organisation der vorgezogenen Bundestagswahl und die Umstrukturierung der Wahllokale ein. Schleid berichtete über den Abschluss des Leader Projektes „Wanderwegekonzept“. Die drei „Trostberger Runden“ über Heiligkreuz, Lindach und Oberfeldkirchen konnten Ende 2024 eröffnet werden. Des Weiteren wies der Bürgermeister auf die bevorstehende Neuwahl des Seniorenbeirats hin.

Bürgermeister Schleid informierte über die Veröffentlichung einer Broschüre zu den städtischen Friedhöfen (erhältlich im Standesamt oder unter https://www.trostberg.de/stadt-buerger/staedtische-einrichtungen/friedhof/) sowie über den Feuerwehrbedarfsplan, der letztes Jahr dem Stadtrat vorgelegt wurde. In Zuge der Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans ist die Ersatzbeschaffung eines Gerätewagens Atemschutz/Strahlenschutz für die Freiwillige Feuerwehr Trostberg geplant sowie die Erweiterung des Feuerwehrhauses Lindach um einen Spind-/Umkleideraum.

Aus dem Bereich „Planen und Bauen“ gab es viel zu berichten:

Die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude in der Traunsteiner Straße 4 – 10 konnte 2024 abgeschlossen werden. Nur noch die Freiflächen müssen fertig hergestellt werden. Der SozialRaum konnte bereits letzten Sommer einziehen. Er dient als Vernetzungspunkt für zahlreiche Beratungs- und Unterstützungsangebote für Trostberg und den ganzen nördlichen Landkreis.

Die Planungen zur Schulhaus-Erweiterung der Heinrich-Braun-Schule laufen auf Hochtouren. Es sollen 16 Klassenzimmer über zwei Stockwerke entstehen. Eine Containeranlage mit 4 Klassenräumen und zwei weiteren Räumen wurde bereits bezogen. Der nötige Teilabbruch des Bauteils G wird in den Osterferien durchgeführt.

Die Stadt Trostberg verfolgt derzeit zwei Projekte im Bereich Wohnungsbau. In der Pechlerau-West sollen ca. 94 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau entstehen. Hierbei stehen v.a. kostengünstiges Wohnen, Mehrgenerationenwohnen sowie eine serielle und flächenschonende Bauweise im Fokus. Derzeit werden erste Gutachten erstellt sowie ein Entwurf für den Bebauungsplan erarbeitet. Auch im Bereich Eglsee soll neuer Wohnraum entstehen. Mit den Eigentümern konnte eine Einigung bezüglich einer Gebietsausweisung im „Trostberger Modell“ getroffen werden. Zielsetzung ist auch hier die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für vielfältige Wohnbedarfe. Derzeit werden die Grundlagen für den Bebauungsplanentwurf erarbeitet.

Bürgermeister Schleid berichtete über die 2024 durchgeführte Sanierung des Gehsteigs an der Dr.-A.-Frank-Straße. 2025 werden als größere Straßen- bzw. Bauwerkssanierungen die Asphaltierung der Dr.-A.-Frank-Straße sowie die Sanierung des Fußgängerstegs an der Eisenbahnbrücke durchgeführt. Außerdem sind erste Planungsschritte für die zukünftige Straßensanierung in der Schwarzau sowie die Sanierung der Tiefgarage Alte Schule vorgesehen.

Unter der Regie des Wasserwirtschaftsamtes wurden 2023 umfangreiche Maßnahmen zum Hochwasserschutz an der Alz begonnen. Nach der Aufweitung und Umgestaltung des Uferbereiches sowie der Dammschüttung entlang der Siedlung Pechlerau stehen in 2025 noch die Errichtung der Hochwasserschutzmauern in der Pechlerau und Saliterau an.

Der Bürgermeister informierte darüber, dass die Stadt Trostberg eine Kommunale Wärmeplanung beauftragt hat. Diese soll untersuchen, in welchen Bereichen, welche Art von Wärmeversorgung sinnvoll wäre und als Grundlage für eine zukünftige Umsetzung dienen. Erste Ergebnisse sind zur Jahresmitte 2025 zu erwarten. Für die Ausweisung von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen wurde vom Stadtrat 2024 ein Standortkonzept verabschiedet. Aktuell wird ein Verfahren zur Ausweisung einer ca. 2,5 ha große Fläche im Bereich Tinning durchgeführt. Als Mitglied im Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel verfolgt die Stadt Trostberg das Ziel, eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung für die Zukunft ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie der lokalen Wirtschaft zu gewährleisten.

Bezüglich dem Breitbandausbau in Trostberg hatte Bürgermeister Schleid leider keine guten Nachrichten: Die bisher gestellten Förderanträge waren nicht erfolgreich. Es muss auf die nächste Förderrunde gewartet werden.

Mit dem Kulturjahr 2024 zeigte sich der Bürgermeister durchaus zufrieden. Die Postsaal-Broschüre hat einen neuen Anstrich bekommen und ein Rabatt für Frühbucher („Early Bird Ticket“) wurde eingeführt, sowie ein ermäßigter Eintritt für alle jungen Erwachsenen bis einschl. 23 Jahre. Altstadtfest und Weihnachtsmarkt sind seit vielen Jahren gut etabliert und werden auch 2025 wieder stattfinden, kündigte der Bürgermeister an. Schleid lobte auch das Engagement der Trostberger Musikschule. Dort lernen derzeit ca. 750 Schülerinnen und Schüler in 28 Unterrichtsfächern von 17 Lehrkräften. Die Musikschule ist mit ihren über 100 Veranstaltungen pro Jahr auch eine große Bereicherung für das das kulturelle Leben der Stadt, so der Bürgermeister.

Abschließend berichtete Schleid, dass im vergangen Jahr für den Bauhof die Ersatzbeschaffung eines Traktors sowie eines PKW getätigt werden konnte und berichtete über verschiedenen Arbeiten, die der Bauhof im vergangenen Jahr erledigt hatte. Auch die Baumaßnahmen durch die Stadtwerke (Leitungserneuerung Pienzenauerstraße, Übergabestation bei Alzchem, Trafostation Heinrich-Braun-Straße), die Entwicklung der Strompreise und das Freizeitzentrum mit dem Eisstadion und dem Freibad wurden aufgegriffen.

Im Anschluss an die Präsentation des Bürgermeisters hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit sich mit Fragen zu Wort zu melden. Folgende Themen wurden u.a. angesprochen: Gebäude Traunsteiner Straße 4-10, Schutz der Altstadt bei Starkregen, Defibrillatoren-Liste, Wohnbauplanung, Photovoltaik in der Altstadt, Wärmenetz, Studie zur Zeit des Nationalsozialismus in Trostberg, Grundsteuer, Bodenrichtwert, Schloss Schedling, Schulbus-Halte.

Bürgermeister Schleid beantwortete die Fragen oder versprach, dass die Anliegen an die zuständigen Stellen weitergeben werden. Sofern es sich um Anträge handelt, werden diese dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt. Schleid bedankte sich abschließend bei allen Anwesenden für ihr Interesse.