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Stadtblatt Trostberg an der Alz
Ausgabe 4/2023
Trostberger Klima-Info
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Konsumklima hellt sich auf

So oder so ähnlich liest man die letzten Tage in den Zeitungen. Ist das auch eine Klima-Info? Irgendwie schon. Aber bei tieferer Betrachtung muss man sagen: Geht’s mit dem einen Klima bergauf, so verschlechtert sich das andere. Gewinnt der allgemeine Konsum an Fahrt, so steht es zunehmend schlechter um das Weltklima. Die Zeitungsmeldung soll ja eine positive sein - wenn sich was „aufhellt“, entflieht es der bedrohlichen Dunkelheit. Aber steigender Konsum bedeutet mehr Ressourcen- und Energieverbrauch. Unser ökologischer Fußabdruck wird größer und der Treibhauseffekt nimmt zu. Genau das Gegenteil müssten wir anstreben. Eine weitere überraschende Meldung ist, dass die Wirtschaft - aller Unkenrufe zum Trotz - ein merkliches Wachstum verzeichnen kann. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das beruhigend. Aber auch dieser Trend wirkt sich aufs Klima negativ aus, solange der „Wirtschaftsmotor“ hauptsächlich mit fossilen Stoffen in Gang gehalten wird. Das müsste aber nicht sein. Wäre unsere Energieversorgung bereits auf Sonne, Wind, Wasser und Biomasse ausgerichtet, könnten wir tatsächlich auf ein Wachstum stolz sein und Konsum würde nichts verdunkeln. An allen Ecken wird fieberhaft nach Alternativen geforscht. Gesetze und Verordnungen geben die Richtung vor; in Landkreisen und Kommunen entstehen konkrete Pläne für den Ausbau der regenerativen Energieversorgung. Die Umsetzung dieser Pläne geht natürlich nicht von heute auf morgen. Daher gibt es gewichtige Gründe, dass Zurückhaltung und Sparsamkeit geübt werden. Die umweltverträglichste Energie ist die, die nicht gebraucht wird. Ohne deutliche Reduzierung ist die Energiewende nicht zu machen. Die Übergangs-Kohleverstromung muss wegen CO2-Ausstoss aufs Nötigste begrenzt bleiben. Und bis der Ausbau der Infrastruktur mit erneuerbaren Energien weitgehend abgeschlossen ist, steht auch damit nicht die volle Leistung zur Verfügung.

Wir haben allerdings vielfältige Möglichkeiten den Umbau zu unterstützen. Lassen Sie uns Strom und Wärme sparen. Strom sparen Sie am besten, indem Sie Elektrogeräte bewusst nur so lange wie nötig einsetzen. Dabei sind Wärmeerzeuger (Herd, Heizlüfter) die größten Verbraucher. Aber auch Akkugeräte sind zu berücksichtigen. Auch E-Autofahrer sollten wie alle anderen auf überflüssige Fahrten verzichten. Wärmepumpenheizungen erhöhen zwar den Stromverbrauch, helfen aber deutlich, fossile Brennstoffe zu vermeiden. Wärme ist überhaupt ein großes Thema. Bitte keine Dauerlüftung beheizter Räume. Vermeiden Sie Wärmeverluste durch Abdichten oder Erneuern von Fenstern und Türen. Wenn möglich sollten wir unseren Häusern einen „Winterpullover“ verpassen. Nutzen Sie Kleidung und Geräte schonend, so dass sie lange halten. Geht was kaputt muss es nicht gleich auf den Müll. Seit einiger Zeit gibt es in Trostberg einmal im Monat das „Reparatur-Café“. Dort, aber auch im Handel vor Ort, werden Reparaturdienste angeboten. Das alles spart Energie und wertvolle Ressourcen - und Kosten! Das Konsumklima wird darunter leiden, aber das ist ein vergleichsweise geringer Preis im Vergleich zu den zu erwartenden Umweltschäden.

Info: johann.stalleicher@trostberg.de