Im Vorfeld der Stadtratssitzung am 30.04. besichtigte der Trostberger Stadtrat die Baustelle der Hochwasserschutzmaßnahme in der Saliterau. Herr Heinz vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Traunstein informierten über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und die nächsten Schritte. Auch Michael Grebe von der ausführenden Firma Hager Tiefbau begleitete die Stadtratsmitglieder und stellte sich deren Fragen.
Die Bauarbeiten schreiten zügig voran. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten wird mit eher kleinerem Gerät gearbeitet, dennoch ist der Fortschritt erfreulich. Die bereits errichteten Schutzmauern werden – insbesondere in Verbindung mit der bereits abgeschlossenen Alzaufweitung – schon zur diesjährigen Hochwassersaison, welche laut WWA ca. von Juni bis September geht, ihre Wirksamkeit zeigen und den betroffenen Gebieten in der Pechlerau und Saliterau mehr Sicherheit bieten. Die Schutzmauer ist so konzipiert, dass sie Hochwasserereignissen standhält, die das statistische „Hundertjährige Hochwasser“ sogar um 15 % überschreiten.
Herr Heinz betonte, dass im gesamten Maßnahmenbereich besonderes Augenmerk auf die Erhaltung des alten Baumbestands gelegt wurde. Wo immer möglich, wurde versucht, diesen zu erhalten. In einzelnen Fällen war jedoch eine Entfernung unumgänglich. Hierfür seien Nachpflanzungen vorgesehen. Insbesondere die Eschen seien z.T. durch das sog. Eschentriebsterben, eine Pilzerkrankung, welche die Wurzeln der Bäume befällt, ohnehin sehr geschwächt, so Heinz. Dies sei unabhängig von der Hochwasserschutzmauer. „Das oberste Ziel der Maßnahme ist der Hochwasserschutz“, betonte auch Bürgermeister Schleid. Dem verbesserten Schutz für Anlieger und der Sicherheit für Leib und Leben müssten daher Vorrang eingeräumt werden. Herr Heinz bestätigte, dass der Naturschutz in der Planung ausführlich betrachtet wurde und dieser auch bei der Umsetzung der Maßnahme berücksichtigt wird.
Im Bereich der Pechlerau steht die Hochwasserschutzmauer inzwischen. Hier wird demnächst mit der Begrünung begonnen. Der Spielplatz kann dann bald wieder in Betrieb genommen werden. Auch in der Saliterau ist der Baufortschritt deutlich sichtbar. Im Zuge der Errichtung der Schutzmauer wurden im Radweg einige Sparten (Strom/Wasser) verlegt sowie Leerrohre für die Stadtwerke eingebracht. Sobald möglich, werden die Fuß-/Radwege entlang der Alz und auch der Fußgängersteg entlang der Eisenbahnbrücke wieder freigegeben. Ein genaues Datum hierfür konnte noch nicht genannt werden.
Lob gab es sowohl für die ausführende Baufirma als auch für die Geduld der Anwohner während der Bauphase. Besonders erfreut zeigten sich Bürgermeister und Stadtratsmitglieder hinsichtlich der Prognose des WWA, dass die Maßnahme im gesteckten Kostenrahmen von rd. 3,8 Millionen Euro bleiben werde. Die Stadt trägt laut Vereinbarung davon einen Anteil von 35 % (rd. 1,4 Mio. €). Abschließend lud Herr Heinz zur Führung „Ökologie und Hochwasserschutz im Trostberger Auwald“ am 06.06.2025 von 14-16 Uhr ein, welche in Kooperation mit der VHS Trostberg angeboten wird.