Wenn mich jemand fragt, ob unsere Anstrengungen zum Klimaschutz „etwas bringen“, sage ich: Auf jeden Fall! Natürlich löst sich ein Stau auf der Straße nicht auf, wenn ich anstatt mit dem Auto mit dem Fahrrad auf dem Radweg unterwegs bin. Auch das Kohlekraftwerk wird erst mal weiterlaufen, wenn ich den Trockner meide und die Wäsche auf die Leine hänge. „Also echt, was bringt´s dann?“ Es bringt erst mal das gute Gefühl, es richtig gemacht zu haben. Mehr geht in diesen Augenblicken eben nicht. Die Anderen in den Autos oder der Nachbar mit dem Wäschetrockner spielt erst mal keine Rolle - es geht um mich und meine Art und Weise, eine Aufgabe zu lösen. Auch die große Politik ist in dem Moment außen vor. Regeln sollten im besten Fall eingehalten werden, weil sie sinnvoll erscheinen („Was du nicht willst, das man dir tu…“) und nicht nur, weil ihre Einhaltung mit rechtsstaatlichen Mitteln erzwungen wird. Trotz ellenlanger Formulierungen, um Gesetzeslücken zu vermeiden und Missbrauch auszuschließen, finden sich ansonsten doch wieder Schlupflöcher und Wege, den eigentliche Sinn ins Gegenteil zu verdrehen. Elektromobilität wird bezuschusst. Sieht man aber immer mehr großvolumige, schwere PKWs, bleiben die Klimavorteile des Elektroantriebes wieder auf der Strecke. Wie bringt man den Verbrauch eines schweren Geländewagens auf unter 4 Liter? Man lässt ihn stehen! Im Ernst: Wir müssen nicht alles Alte verteufeln. Wir sollten nur bewusst damit umgehen. Dazu braucht es das Wissen um die Zusammenhänge und deren Klima-Auswirkungen. Und vor allem braucht es die Bereitschaft, gewohnte und allzu bequeme Pfade auch mal zu verlassen. Ich schränke mich heute ein, um nachfolgenden Generationen ein erfüllendes Leben zu ermöglichen. Das kann durchaus zufrieden machen. Bin ich zufrieden, spüre ich keine Einschränkung - eher eine Bereicherung. Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Der eingangs genannte Verkehrsstau wird letztendlich doch verschwinden. Entweder Einsicht oder die veränderten Umstände werden das bewirken. Vermeidung von Treibhausgasen setzt sich zu guter Letzt durch. Bleiben Sie zuversichtlich. Das gibt Ihnen Kraft und das ist die wirkungsvollste Voraussetzung für eine positive Entwicklung.
Dieser Text ist vorerst die letzte Klima-Info im Trostberger Stadtblatt, da die Stelle des Klimaschutzmanagers mit dem Februar ausgelaufen ist. Die Aufgaben des Klimaschutzmanagements werden in der Stadtverwaltung weitergeführt und vertieft, denn Klimaschutz spielt seit jeher eine wichtige Rolle in Trostberg. In den letzten Monaten erfuhr u.a. die Nahwärme-Heizzentrale in der Mittelschule eine deutliche Effizienzsteigerung, eine Machbarkeitsstudie soll die Realisierbarkeit von Fernwärme im Stadtgebiet aufzeigen und verschiedene Flächen im Außenbereich werden für Erneuerbare Energieerzeugung geprüft. Trostberg rüstet sich für die Anforderungen der Zukunft. Machen Sie mit!