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Infoblattl Teisendorf
Ausgabe 4/2026
Teisendorf
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Starkbieranstich in Neukirchen

Fastenpredigerin Stephanie Enzinger

Stießen mit der ersten Maß auf ein fröhliches Starkbierfest an (v.l.n.r.): Bezirksrat Georg Wetzelsperger, Moderator Daniel Schader, Braumeister Bernhard Löw, Bürgermeister Thomas Gasser

Auch die Crew des Wikingerschiffs ließ sich den Impulsator schmecken.

Überlebenstraining auf dem Wikingerschiff

Was geschieht, wenn die große Flut kommt? Nun, der Markt Teisendorf ist gewappnet, denn er hat eine „Arche Noah" im Achthal stehn, die alle retten kann, wenn das Wasser der Ache steigt und steigt. Die Krux: Man muss wissen, wie man das Schiff navigiert und das will geübt sein.

Beim Starkbieranstich im Neukirchner Festsaal haben waschechte Wikinger gezeigt, wie schwierig das ist und was man dabei alles beachten muss. Aber mit Ausdauer, Humor und dem passenden Impulsator geht alles.

Der Saal war bis auf den letzten Platz mit Zuschauern gefüllt, darunter viel lokale Prominenz, Bezirksrat, Bürgermeister, Gemeinderäte, Braumeister und Brauereimitarbeiter. Geistlichen Beistand hatte man sich mit Pfarrer Martin Klein geholt, der wie gewohnt die Neukirchner Musi verstärkte. Diese sorgte den ganzen Abend über unter der Leitung von Andreas Zollhauser für beste Stimmung. Durch das Programm führte humorvoll und souverän Daniel Schader. Er war kurzfristig für den verhinderten Thomas Prechtl eingesprungen und hat seine Sache hervorragend gemacht.

Braumeister Bernhard Löw bedankte sich im Namen der Brauerei Wieninger bei den Organisatoren des Abends und nannte den Impulsator „flüssiges Schwarzgold". Es sei ein „stures" Getränk, das viel mehr Zeit im Lagerkeller braucht, als a normales Helles. „Holt man ihn zu früh raus, ist er wild und ungestüm. Wenn man ihm Zeit gibt, wird er kernig, malzig und ausgewogen im Geschmack", so Löw. In seiner Rede betonte Bügermeister Thomas Gasser das Gemeinschaftsgefühl, das von einem solchen Abend wie heute ausgeht. Einen kritischen Hinweis auf den hohen Stimmenanteil, den die AFD bei den Kommunalwahlen in Neukirchen erreicht hat, konnte er sich aber nicht verwehren. Die Konsequenz sei, dass zwei Neukirchner Gemeinderäte von den Freien Wählern und der CSU dem Gemeinderat nicht mehr angehören.

Der wichtigste Moment war das Anzapfen des Impulsators. Bürgermeister Thomas Gasser gelang dies mit zwei kräftigen Schlägen. Mit der ersten Maß stieß er mit Bernhard Löw, Georg Wetzelsperger und Daniel Schader auf ein geselliges Starkbierfest an.

Fastenpredigerin Stephanie Enzinger begann ihre Rede mit dem Derblecken von Gemeindeereignissen, wie die falsche Montage einer Abgasabsauganlage im Feuerwehrhaus Freidling oder das Eisstockschießen auf dem Wieninger Weiher bei Tauwetter. Es folgte der politische Teil, mit Seitenhieben auf die Kandidaten von Grünen, SPD, Freien Wählern und CSU bei den Kommunalwahlen 2026. So sollte eine potentielle Kandidatin der Grünen ihre Hochzeit, „auf irgendwann" verschieben, um zu kandidieren, „Weil man bei ‘de Greana‘ sonst nimma dran kommen kann". Die Kandidatin hat abgesagt. Der „Dauerlieblingskandidat" der SPD Georg Quentin wurde wegen seines hohen Alters und der Kandidatur von Familienmitglieder derbleckt: „Oben Quentin, unten Quentin, vorne Quentin, hinten Quentin" so macht die Kandidatensuche Sinn, meinte die Fastenpredigerin süffisant. Der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler, Fritz Gasser wurde wegen seines Aussehens wie a „Voipreiss" mit „Punktehemad" und straff gekämmtem Haar, wo keine Strähne verrutschen darf, aufs Korn genommen und erhielt den Ratschlag, sich auf Instagram etwas zurückzuhalten, denn dort „is amoi schnell recht grimmig posiert". Bei der CSU rückte die „sogenannte Teisendorfer Heilige Dreifaltigkeit, der Daxer, der Wetzelsperger und der Thomas Gasser" ins Fadenlicht des Derbleckens. Die Plakatierung der CSU vor der Stichwahl zum Landrat sah die Fastenpredigerin als einen Verstoß gegen die Plakatierungsverordnung der Gemeinde. Sie habe aus der „Heiligen Dreifaltigkeit eine dreifaltige Scheinheiligkeit gemacht".

 

 

 

 

Zum Schluss skizzierte die Fastenpredigerin eine eigenständige Gemeinde Neukirchen, denn die „Neikirchna mit Leib und Seel" fühlen sich in der Gemeinde Teisendorf vernachlässigt und mit Versprechungen abgespeist.

Zum Schluss gratulierte sie Bürgermeister Thomas Gasser zu seiner Wiederwahl („jetzt is aso") und hoffte für den neuen Gemeinderat „Vielleicht schaff ma’s a mitanand, dass ma den gsunden Menschenverstand zruck bringan in de Politik in unserm scheenen Hoamatland".

Was man bei einem Überlebenstraining auf einem Wikingerschiff so alles beachten muss, zeigten Michael Lindner jun,. Christina Gastager, Lisa Gastager, Hanna Sappel, Johanna von Kralik, Simon Enzinger und Fabian Noder, in entsprechender Wikingermontur, in einem gelungenen Singspiel in Anspielung an das nachgebaute Wikingerschiff „LOKI", das im Achthal seit langem steht und das angeblich bald auslaufen soll. Halvar, der Anführer des Trainingsteams war aufgeregt, weil er noch nie ein Schiff betreten hat, gab aber seine Befehle voller Inbrunst: „Schwimmwesten anlegen", "Boot besetzen und rudern", „Auslauflied singen" „Boot bei Wassereinbruch ausschöpfen", „navigieren", „Kommunizieren", „Proviant beschaffen" und „Anlanden". An Land wurde das Boot mit Rädern versehen, der Motor gestartet, Scheiben enteist, betankt, bevor es losging. Man kam aber nicht weit, denn wegen Dorftratsch wurde die Übung ständig unterbrochen. So wurden Bewohner, denen ein Missgeschick geschehen ist, genüsslich derbleckt.

Zuletzt löst sich aber alles in Wohlgefallen auf, denn das als Auto umgebaute Schiff landet beim Starkbierfest in Neukirchen. Zuletzt bedankte sich Moderator Daniel Schader bei allen, die zum Gelingen des Starkbierfestes beigetragen haben, vor allem aber bei dem so reichlich erschienenen Publikum. . „Ohne Eich wärs heid schee langweilig gwän", sagte Schader. Mit einem nachdenklichen Satz von Schader ging ein lustiger, intensiver, manchmal auch schonungsloser Abend zu Ende: „Haiff ma zam, im Ort, in da Gmoa und im Land. Glabts mas, es is so vui scheena und es geht a grood midanand!"

chris