Eine Alte Ratschn im Innenhof von Kloster Höglwörth
Pfarrer Ionel Anghel führt die Ministranten mit ihren Ratschen um das ehem. Kloster
Gruppenaufnahme der Ministranten vor dem ehem. Kloster Höglwörth mit Pfarrer Ionel Anghel
R.F.: Zur Liturgie am Gründonnerstag Abend „fliegen die Glocken fort" und das „Ratschen" übernimmt bis hin zum Auferstehungsgottesdienst deren Aufgabe. Mit der Auferstehung kommen mit großem und starkem Geläut die Glocken wieder zurück. Die Christen erleben mit dem "Tridum Sacrum" drei Heilige Tage ohne Glocken und ohne Orgelspiel.
Seit Jahrhunderten übernehmen „Ratschen" die Aufgabe der Glocken. Mit diesen ziehen die Ministranten um die Kirche und durch den Ort. In Höglwörth erfüllten diese Aufgabe am Karsamstag zum „Engel des Herrn" um 12 Uhr mittags die Angerer Ministranten und Ministrantinnen. Stolz ob dieser würdevollen Aufgabe trugen sie den Lärm der Ratschen durch den Klosterhof und rund um die Gebäude des ehemaligen Augustinerchorherrnstift – angeführt von Pfarrer Ionel Anghel.
Den Brauch nicht in Vergessenheit geraten zu lassen nahmen sich Lois Graspointner aus Vachenlueg und Sepp Edfelder aus Anger vor. Vor sechs Jahren brachte Sepp aus Neu Schönau im Bayerischen Wald acht kleine, in der Hand zu haltende und zu drehende Ratschen nach Anger mit. Eine große alte gab es noch in Anger. Nach diesem Muster bauten die beiden vor 3 Jahren 2 Stück nach - die auf Räder montiert - gezogen werden können. Nach dem Wunsch der beiden Initiatoren verbleibt eine der großen in Anger und eine wird in Vachenlueg aufbewahrt.