Typisches Kiebitz-Gelege
Bauhoftraining zum Obstbaumschnitt
Die seit 30 Jahren stark zurückgegangene Kiebitz-Population zu erhalten oder im Idealfall wieder zu vergrößern, ist seit 2024 das Anliegen des Projektes „Kiebitz-Schutz im Berchtesgadener Land“: Hierfür werden nach Rücksprache mit den landwirtschaftlichen Betrieben Ackerflächen zum „Abstecken“ der Kiebitz-Gelege betreten und der Bruterfolg erfasst.
Diese sind abgesehen von den Schutzgebieten im Landkreis (wie z. B. Ainringer Moos oder Haarmoos) Maisstoppeläcker oder frisch umgebrochene Felder in den Gemeinden Ainring, Saaldorf-Surheim, Laufen und Teisendorf. Dort legen die bodenbrütenden Vögel zwischen März und Mai vier bestens getarnte Eier in unauffällige, ausgepolsterte Mulden.
Das Projekt ist ein gemeinsames Artenschutzprojekt der Biosphären-Verwaltungsstelle und des Landschaftspflegeverbands Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Getragen wird das Projekt von den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die den Großteil des Monitorings auf den Flächen leisten. Sie werden geschult und koordiniert von den Schutzgebietsbetreuenden der Biosphären-Verwaltungsstelle und investieren von Mitte März bis Ende Juni viele Stunden in den Schutz des seltenen Vogels.
Um die Kiebitze im Berchtesgadener Land weiterhin gut unterstützen zu können, sind die Projektverantwortlichen auf die Mithilfe von Bevölkerung, Landwirten und Jägerschaft angewiesen.
Bitte melden Sie Kiebitz-Sichtungen auf landwirtschaftlichen Flächen, idealerweise mit Anzahl der festgestellten Tiere und genauer Ortsangabe, an die Schutzgebietsbetreuenden der Biosphären-Verwaltungsstelle unter der E-Mail: biosphaerenranger-bgl@reg-ob.bayern.de oder Tel: 08654 30946-26. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://brbgl.de/bereiche-aufgaben/landschaftsoekologie-biodiversitaet/kiebitzschutz/
Ende Februar veranstaltete die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion gemeinsam mit Josef Stein, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege, einen Obstbaumschnittkurs in Teisendorf. 22 Mitarbeitende aus sieben Bauhöfen im Landkreis waren der Einladung zum Bauhoftraining gefolgt.
Sepp Stein vermittelte zunächst die grundlegenden theoretischen Regeln des Obstbaumschnittes. Anschließend konnten die Teilnehmenden die Theorie an mehreren jungen Obstbäumen vor Ort praktisch in Form eines Erziehungsschnittes vertiefen.
Am Beispiel einiger älterer Obstbäume am Friedhof in Teisendorf verdeutlichte Sepp Stein zudem den hohen ökologischen Wert, welcher durch Altbäume in Form von seltenen Bruthabitaten, etwa für Vögel und Insekten, oder durch eine erhöhte Verdunstungskühlung entsteht. So ist der Erhalt dieser Strukturen auch hinsichtlich der klimatischen Änderungen wichtiger denn je.
Seit 2019 organisiert die Biosphären-Verwaltungsstelle regelmäßig Veranstaltungen für Bauhöfe, um den Mitarbeitenden dort fachliches Wissen zu verschiedenen ökologischen Themen in Theorie und Praxis zu vermitteln. Das nächste Bauhoftraining findet im Herbst dieses Jahres zum Thema „Ökologische Wertigkeit von Altbäumen“ statt.
Für Kinder, Familien und Erwachsene wartet wieder ein abwechslungsreiches Veranstaltungs- und Ferienprogramm. Alle Informationen gibt es unter „Besuchen & Erleben“ im Veranstaltungskalender
auf www.biosphaerenregion-bgl.de.