Seit 2018 wächst der „Vogerlwoaz“, wie der Berchtesgadener Vogel liebevoll genannt wird, wieder im Berchtesgadener Land. Dabei handelt es sich um eine alte Winterweizensorte, die früher in unserer Gegend so verbreitet war, dass die Region namensgebend wurde. Aktuell werden dringend interessierte Verarbeitungsbetriebe gesucht.
Mit seinen langen Grannen, fadenförmigen Ährenfortsätzen und einer Höhe von mehr als 1,50 Metern gilt er als „unverzüchtet“ – er hat seine ursprünglichen Eigenschaften also beibehalten. Als Wintergetreide wird der „Berchtesgadener Vogel“ Ende Oktober ausgesät und Mitte Juli geerntet. Genetisch ähnelt er dem nahe verwandten „Laufener Landweizen“.
Als im Laufe des 20. Jahrhunderts die Vielfalt an landwirtschaftlichen Kulturen und Sorten stark zurückging, verschwand auch der Berchtesgadener Vogel von den Feldern. Durch ein Projekt der Landesanstalt für Landwirtschaft zum Erhalt bayerischer, pflanzen-genetischer Sorten wurden ab 2011 alte Sorten aus Gendatenbanken hochvermehrt. Mittlerweile können bayernweit wieder ehemalige, regional bestens angepasste Sorten angebaut werden – so auch der „Vogerlwoaz“.
Der Erhalt alter Getreidesorten ist gerade in einer Biosphärenregion bedeutend, da sie ein wichtiger Bestandteil unseres kulturellen Erbes und der Biodiversität sind. Sie fördern die ökologische Vielfalt, indem sie Ackerwildkräutern wie Kornblume oder Frauenspiegel durch ihren lichten Wuchs beste Lebensbedingungen bieten. Außerdem sind sie sehr schmackhaft und bekömmlich, häufig auch bei Unverträglichkeiten.
Karin Heinrich von der Biosphären-Verwaltungsstelle
(E-Mail: karin.heinrich@reg-ob.bayern.de, Tel.: 08654 30946-16).
Weitere Informationen zu alten Getreidesorten finden Sie unter:
www.biosphaerenregion-bgl.de/alte-getreidesorten
Auch in diesem Herbst plant die Biosphären-Verwaltungsstelle zur Unterstützung von landwirtschaftlichen Betrieben mehrere Freiwilligenaktionen auf Almen. Dazu werden freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht.
Bei den sogenannten Schwend-Maßnahmen, die viel Handarbeit erfordern, wird auf Almflächen unerwünschter Gehölzaufwuchs entfernt. Dadurch können artenreiche Almweiden als wertvolle Lebensräume und Grundlage der traditionellen Almwirtschaft im Berchtesgadener Land langfristig erhalten bleiben. Bei allen Freiwilligeneinsätzen kommt neben den naturschutzfachlichen Aspekten der gesellige und informative Teil nicht zu kurz. Durch die Schutzgebietsbetreuenden wird im Zuge der Aktionen Wissenswertes über die Natur- und Kulturlandschaft in der Biosphärenregion vermittelt.
Für interessierte Erwachsene, die tatkräftig mit anpacken möchten, ist für sämtliche Termine eine Anmeldung bei Luis Frank von der Biosphären-Verwaltungsstelle verpflichtend (E-Mail: luis.frank@reg-ob.bayern.de, Tel.: 08654 30946-20).
Mehr Hintergrundinfos zu den einzelnen Aktionen gibt es unter „Besuchen & Erleben“ im Veranstaltungskalender auf www.biosphaerenregion-bgl.de.
Ab sofort gibt es in regelmäßigen Abständen Einblicke in laufende Projekte, Veranstaltungstipps und Geschichten aus der Biosphärenregion. Hier geht‘s zur Anmeldung zum Newsletter: www.biosphaerenregion-bgl.de/#newsletter