Nach dem Gottesdienst am Sonntag, 16.11.2025, bildeten Blaskapelle und Kirchenchor sowie die Fahnenabordnungen der Vereine den Rahmen für das Totengedenken am Kriegerdenkmal im Friedhof.
Pfarrer Ionel Anghel würdigte das Leben und die Leistungen der Verstorbenen und gab der Hoffnung auf ein ewiges Leben, auf die Erlösung von allem Bösen und auf irdischen Frieden Ausdruck. Auch Bürgermeister Hannes Holzner gedachte der Gefallenen und Verstorbenen und beantwortete die Frage, ob denn heute noch so ein Tag sinnvoll sei, mit einem klaren JA. Er forderte mit Blick auf die derzeitigen Kriege und auf so manche Verhärtungen im Alltag zu Rücksichtnahme im Alltag und gegenseitiger Hilfe auf.
Der Ortsvorsitzende des Pidinger VdK schloss daran an und erinnerte an die Geschichte dieses Tages:
1919 sei er eingeführt worden zum Gedenken an die deutschen Kriegstoten, heute fordere er zu Versöhnung, Verständigung und Frieden weltweit auf, im Alltag wie auf den Schlachtfeldern.
Dazu zitierte er aus der Rede von Bundeskanzler Konrad Adenauer aus dem Jahre 1956:
„Der Mensch vergisst, aber zuweilen vergisst er, so fürchte ich, zu leicht und zu schnell. … Eindringlicher als in den vergangenen Jahren ist uns am heutigen Volkstrauertag bewusst, dass unsere Trauer nicht nur Rückerinnerung ist. Der Geist des wahren Friedens ist noch immer nicht zurückgekehrt auf unsere Erde. … Wie lärmend und erschreckend auch immer die Unruhe in der Welt sein mag, wir wollen und dürfen nicht nachlassen mitzuarbeiten, auf dass Gedanken des Friedens wieder Kraft gewinnen in der Welt.“
Geradezu erschreckend sei die Aktualität dieser 70 Jahre alten Worte. Neben den Opfern aller Kriege müsse man auch die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in das Gedenken einbeziehen und dürfe die Betroffenen von Terror und Flucht, Elend und Naturkatastrophen nicht außer Acht lassen. Jeder einzelne solle auf sein Gewissen hören und nicht den Ansichten von Nationalisten, Populisten und Extremisten folgen.
Er legte zusammen mit Manfred Cernik den Kranz nieder und schloss mit der Hoffnung und Zuversicht, dass wir alle die richtigen Lehren aus der Vergangenheit ziehen und Entscheidungen für ein friedliches Zusammenleben treffen.