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Pidinger Gemeinde-Report
Ausgabe 2/2025
Soziale Einrichtungen
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Neujahrsempfang mit Benefizkonzert HPZ Piding

Jung geblieben und erfrischend: Der Chor „Zammklang

Das Akkordeonquintett „Amici Fisarmonica“ unter der Leitung von Martin Pioch begeisterte die Besucher

Neujahrsempfang und Benefizkonzert am Heilpädagogischen Zentrum Piding

Am Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) Piding hat es heuer eine Premiere gegeben. Erstmals wurde ein Neujahrsempfang mit anschließendem Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins organisiert. Das Konzept ist aufgegangen. Am Freitagabend waren die Sitzgelegenheiten in der Aula der Pidinger Einrichtung dicht besetzt mit Freunden des unbeschwerten Musikgenusses. Die Gruppe „Amici Fisarmonica“ und der Chor „Zammklang“ gestalteten ein mitreißendes Programm. Für die Moderation konnten die Organisationen den Brauchtumspfleger Siegi Götze aus Marquartstein gewinnen. So wurde dem Publikum ein gelungener Mix aus Musik, Gesang und verbindenden Worten präsentiert.

Vor Konzertbeginn gab es einen Empfang im Foyer des Heilpädagogischen Zentrums in Piding. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten alles bestens vorbereitet, so dass die Gäste bei Häppchen und Getränken schnell ins Gespräch kamen, nicht zuletzt dank der Aufmerksamen Bewirtung durch Schülerinnen und Schüler. Unter die Besucher hatten sich auch Landrat Bernhard Kern, Schirmherr, Bürgermeister Hannes Holzner und als Vertreter des HPZ-Trägers dessen Geschäftsführer Peter Wichelmann gemischt. So war es für Sonderschulrektor Gerhard Spannring eine große Freude, die Ehrengäste und die vielen Besucher willkommen heißen zu können. Mit dem Grußwort verband er auch den Dank an alle Beteiligten, durch deren Mitwirken dieser Abend zustande kommen konnte. Alexander Gehrig informierte das Publikum in seiner Funktion als erster Vorsitzender des HPZ-Fördervereins über Hintergründe. Der Verein besteht mittlerweile seit 42 Jahren, hat derzeit rund 230 Mitglieder und ist nur für den Standort Piding zuständig. Ziel ist es, durch finanzielle Unterstützung wie beispielsweise Kostenübernahme bei Ski- oder Schwimmkursen die Aufwendungen für die Eltern zu reduzieren aber auch Anschaffungen zu tätigen. Die Beschaffung eines rollstuhlgerechten Zugangs zum Bus nannte Gehrig dazu als aktuelles Beispiel. „Wir sehen uns in der Verantwortung und leisten dort finanzielle Unterstützung, wo Geld vom Träger oder der Schulförderung fehlt.“, so die Erklärung des Vorsitzenden. Somit freut sich der Verein über jede Spende. Dass die Kasse an diesem Abend aufgebessert werden konnte und die Besucher gerne einen Obolus gaben, dafür sorgten die Mitwirkenden des fast zweistündigen Programms. Die Begeisterung, die Musiker und Sänger bei der Interpretation ihrer Stücke an den Tag legten, schwappte mit den ersten Tönen auf das Publikum hinüber und schon beim Auftakbeitrag machte sich launige Stimmung im Raum breit. Kein Wunder, denn mit dem tänzerisch beschwingen Walzer „Mademoiselle des Paris“ unternahm das Akkordeonquintett Amici Fisarmonica einen musikalischen Ausflug in die französische Hauptstatt, bei der eine galante junge Frau an den Sehenswürdigkeiten der Metropole vorbei flaniert. Gleich darauf ging es akustisch über den „großen Teich“ nach Südamerika. Die fünf Instrumentalisten wirkten mit „Adios Nonino“ als klangvolle Botschafter der in Argentinien typischen Tangomusik. Das Quintett aus Traunstein, das seit 2013 zusammen musiziert und aus Spielern des ehemaligen Chiemgauer Akkordeonorchesters besteht, bezauberte mit mitreißendem Vortrag und mancher im Saal hielt förmlich den Atem ab, ob des aufgebauten Spannungsbogens. Danach hatte der Chor „Zammklang“ seinen ersten Auftritt und entführte die Abendgesellschaft in eine „wundervolle Welt“. Die Komposition „What a wonderful world“ erzählt von den Glücksmomenten des Lebens, und solche vermittelten die Sängerinnen und Sänger ihrer Zuhörerschaft mit begeistertem Vortrag und mit Billy Joels „For the longest time“ gab es gleich darauf einen weiteren Welthit zu hören. In bunter Reihenfolge wechselten sich Musiker und Sänger im Programm ab. Die Instrumentalisten unter der Leitung von Martin Pioch griffen in die schwarz-weißen Tasten und begeisterten von der flotten Foxtrott Vision bis hin zur Swingime und die Chormitglieder auf der Bühne schwangen bei manchem Stück spontan im Takt mit. Die Sängerinnen und Sänger, die sich aus einem früheren Jugendchor entwickelt haben, werden von Ute Schidlowski und Martin Reiter geleitet. Die jung gebliebene Singgemeinschaft zelebrierte förmlich ihre Programmnummern, die mit Soloeinlagen und instrumentaler Begleitung einen zusätzlich attraktiven musikalischen Anstrich verliehen bekamen. Musik und Gesang waren der eine Bestandteil des erfolgreichen Abends, der andere war die gekonnte Moderation von Siegi Götze. Der Brauchtumskenner ist eigentlich im Genre „Volksmusik“ zu Hause. „Heute komme ich mir wie ein versierter Rollstuhlfahrer vor, der sich auf eine Eisfläche begibt“, so sein Bekenntnis bei der Eröffnung. Doch die Organisatoren haben mit seiner Wahl einen „guten Griff“ getan, denn der erfahrene Moderator traf genau den richtigen Ton. Kurze Informationen zu Komponisten und Stücken, eine heitere Anekdote zur rechten Zeit und eine gesunde Portion an Lebensweisheit. Und so war es nicht verwunderlich, dass am Ende des Programms lang anhaltender Applaus aufbrandete und auch die Forderung nach Zugaben laut wurde, der die Mitwirkenden gerne nachkamen.

Gerhard Spannring