Am 1. April 1951 trat Franz Enzensberger in den Pidinger Ortsverband des VdK ein. Der damals zwölfjährige Bub wurde von seinen Eltern im drei Jahre zuvor gegründeten Ortsverband angemeldet, der in den ersten Jahren maßgeblich vom Arzt Dr. Karl-Heinz Jochum und von Bürgermeister Josef Frauenlob geleitet wurde. Das war Grund genug für einen Besuch des OV-Vorsitzenden Siegfried Fiedler beim Jubilar. Er sprach seinen Dank für die jahrzehntelange Treue aus und überreichte das Ehrenzeichen des VdK-Landesverbandes in Gold mit Urkunde und kleinen Präsenten. Franz Enzensberger erzählte von den schweren Verbrennungen, die er mit sechs Jahren in Folge eines alliierten Bombenabwurfs in Marzoll erlitten hatte. Monatelang sei er in wechselnden Krankenhäusern gelegen, ganz allein, weil seine Eltern wenig Geld und Zeit für Besuche hatten. Danach aber habe er ein erfülltes Leben führen können, und jetzt sei er glücklich in seiner Familie und über die gut geratenen Kinder, Enkel und Urenkel.
Die Verletzung aber habe ihn geprägt. „Ich kann das nicht verstehen, dass diese Narren heute wieder und immer noch Krieg führen“, meinte er kopfschüttelnd, „wir sind doch alle Menschen“. Dem konnte Siegfried Fiedler nur zustimmen und auf die Arbeit des VdK im Gedenken einerseits und im Gestalten der Zukunft anderseits hinweisen. 178 Mitglieder habe der Pidinger VdK damals gehabt, jetzt seien es knapp 600.
Er erinnerte an die nächste Aktivität, den Kaffeeratsch am 25. Juli.
Er sei immer gern dabei gewesen, antwortete Enzensberger zum Abschied, jetzt müsse er halt sehen, wie’s gesundheitlich aussehe. „Wir werden sehen, was die Zeit noch bringt.“