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Pidinger Gemeinde-Report
Ausgabe 2/2026
Soziale Einrichtungen
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Soziale Einrichtungen

Leon Saffri (links) mit Ex-Küchen BufDi Sepp Kamml. Der Urwieser hatte eine ganz besondere Vergangenheit als BufDi in den Pidinger Werkstätten. Darüber mehr in der nächsten Ausgabe.

Die Pidinger Werkstätten (PWLH) bieten für ca. 270 Menschen mit Behinderung ein umfangreiches Arbeitsangebot. Die Mitarbeiter können an 2 Standorten – in Anger gibt es eine Zweigstelle – anspruchsvolle Tätigkeiten ausüben und erfahren berufliche Bildung und Förderung in den Bereichen Holz, Metall, Hauswirtschaft, Lebensmittel und Dienstleistung.

Ein großes Team qualifizierter Fachkräfte, vom Sozialarbeiter bis zum Heilerziehungspfleger ist zuständig für die Konzeption und Organisation der arbeitspädagogischen und begleitenden Prozesse von A – Z:

Arbeitssicherheit, Biozertifizierung, CO2-Bilanz über Klebearbeit und Qualitätsmanagement bis zum Zahlungsverkehr.

Unterstützt werden die Fachkräfte in den Arbeitsgruppen oftmals durch junge oder junggebliebene Menschen aus dem Landkreis, die einen Freiwilligendienst ausüben.

Leon Saffri (17) aus Berchtesgaden schildert uns seinen Einstieg in die PWLH und welche Perspektiven er für sich sieht:

„Ich habe eine Ausbildung als Rohrleitungsbauer begonnen und bald gewusst: das ist nicht das Richtige für mich. Dann habe ich mich auf die Suche gemacht und bin übers Internet auf die PWLH gekommen. Lässige Homepage, übrigens! Ich hatte bisher noch keine Erfahrung mit Menschen mit Behinderung, habe aber als Schüler oft mit den Heimbewohnern des Bürgerstifts zu tun gehabt: Spiele, Spazierengehen, Zuhören, Zeit verbringen. Dadurch wusste ich, dass ich ganz gut Zugang zu Menschen bekomme.

Also habe ich mich bei Herrn Schuhböck beworben und im Oktober 2025 gings los: Ich bin als Bufdi ein Mitglied des Küchenteams und kümmere mich mit den Mitarbeitern um die Abläufe im Speisesaal: Tische decken, für Ordnung und Sauberkeit sorgen, damit bei Essensverteilung alles wie am Schnürchen klappt. Ich habe den Überblick, wer welche Schonkost braucht, stelle sicher, dass die Fachkräfte die richtigen Portionen für ihre Leute bekommen. Da wird ja sehr viel Spezielles zusammengestellt, auch für Menschen mit Unverträglichkeiten oder besonderen Bedarfen. Wenn es Lunchpakete gibt, mache ich die Zählarbeiten und helfe bei der Vorbereitung mit. Und beim Reinigen des Speisesaals bin ich auch beteiligt. Da helfen wir alle zusammen, meine Kollegen sind super (grinst in Richtung Küchenmitarbeiter, die gerade ihren Kaffee schlürfen). Und natürlich spring ich auch in der Küche rum und erledige Spezialaufgaben, vom Kaffeekochen bis zur Warenannahme.

Meine Bosse, Max und Ina, geben mir immer wieder Tipps und Rückmeldungen, ich kann jederzeit mit meinen Fragen kommen und wir reflektieren meine Arbeiten und Ideen.

Nun hat sich etwas richtig Cooles ergeben:

Seit dem Herbst bin ich mit Hans Schuhböck im Gespräch, denn er kümmert sich in der PWLH nicht nur um die Freiwilligendienstler und Praktikanten, sondern auch um die Ausbildung. Um es kurz zu machen: ich kann meinen Bufdi auf 18 Monate verlängern, überbrücke anschließend in der Werkstatt durch einen Minijob die Zeit, die ich zum Vorpraktikum ohnehin noch benötige und kann im September 2027 meine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger beginnen. Die Schule ist in Traunstein, dauert drei Jahre, und ich habe schon mit den 3 aktuellen HEP-Schülern aus der PWLH gesprochen: Das pack ich!

Nach der Ausbildung schauen wir weiter. Ich sehe ja einige Kollegen, die noch als Zivi oder mit einem freiwilligen sozialen Jahr einen ähnlichen Start hatten und in der Werkstatt Karriere gemacht haben – vom Sozialdienst bis zur Teamleitung und darüber hinaus. Da ist noch einiges drin und ich freu mich drauf!“

Wer mehr über den Freiwilligendienst oder ein Vorpraktikum in den Pidinger Werkstätten erfahren möchte: www.pwlh.de

Florian Huber