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Schnaitsee
Ausgabe 5/2026
Infos und Interessantes rund um Schnaitsee
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Vereine und Verbände

Sigi Hudelist in der historischen Feuerwehruniform

Schnaitsee – „Gott zu Ehr´, dem nächsten zur Wehr“ - kaum jemand stand über Jahrzehnte so in den Diensten für die Freiwillige Feuerwehr Schnaitsee wie der kürzlich verstorbene Siegfried Hudelist. „Er war ein Urgestein, das Herz der Truppe der Schnaitseer Wehr“ so gedachte Schnaitsees Bürgermeister Thomas Schmidinger am Grab. „Sigi kombinierte Pflichtbewusstsein mit Geselligkeit und Leichtigkeit, so dass die ehrenamtliche Arbeit vielen Freude bereitete. Für seine lange aktive Zeit gebührt ihm der Dank der gesamten Gemeinde“ zeigte sich nicht nur der Bürgermeister bei der Beerdigung tief bewegt.

Den Trauergottesdienst in Schnaitsees Pfarrkirche zelebrierte Pater Ludwig Götz vom Kloster Gars, musikalisch umrahmt vom Kirchenchor. Waltraud Schuhbeck erinnerte in ihrem Lebenslauf nochmals an die wichtigsten Stationen im Leben von Sigi Hudelist. Am 9. September 1946 wurde er in Edenreit bei Schnaitsee geboren, dort verbrachte er auch Teile seiner Kindheit. Die Kirchgänge mit der Oma nach Schnaitsee sind ihm im Gedächtnis geblieben, lange Spaziergänge im Wald und in der Natur waren ihm bis zuletzt eine große Freude. Aufgewachsen ist er im Elternhaus in Schnaitsee, wo er 1960 auch seine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker bei der damaligen Firma Weber begann. Später arbeitete er in Autowerkstätten in Wasserburg und Emertsham. Mit 16 Jahren trat Sigi Hudelist der Feuerwehr in Schnaitsee bei. Seine berufliche Ausbildung und sein Geschick für alles Technische waren besten Voraussetzungen für seine Funktionen als Maschinist und Gerätewart. Die Feuerwehrkameraden vertrauten gerne der von Sigi gepflegten Ausrüstung, und sie vertrauten ihm auch in den langen Jahren seiner Amtszeit von 1992 bis 2006 als 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. Seine Kameradschaft, Einsatzwille und Verlässlichkeit zeigten sich auch bei vielen Projekten der Feuerwehr. Den Neubau vom Feuerwehrhaus 1987 hat er ganz maßgeblich begleitet. Nebenbei fand er aber auch noch Zeit mit einigen Mitstreitern die alte Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1884 zu restaurieren, um sie für historische Übungen wieder einsatzfähig zu machen.

Im Jahr 1975 feierte Siegfried Hudelist Hochzeit mit Hermine, dem Ehepaar wurden vier Söhne geschenkt: Siegfried jun. Günther, Martin und Maximilian, wobei Maximilian schon kurz nach der Geburt betrauert werden musste. Mit der Familie und der Feuerwehr durfte Sigi ein erfülltes Leben führen, das mit dem Ruhestand ab 2011 natürlich etwas ruhiger, gemütlicher verlief. Nun war mehr Zeit für die Hobbies wie das morgendliche Schwimmen im Weitsee, am liebsten verbunden mit einem Ratsch. Gerne fuhr er auch mit seinem alten Moped durch die Gegend und blieb interessiert an allem, was sich in einer Heimat ereignete. Als väterlicher Freund und Berater blieb er seinen Feuerwehrkameraden lange eng verbunden, wo er gebraucht wurde, packte er gerne mit an. Am 16. August 2026 verstarb Siegfried Hudelist nach kurzer Krankheit, für viele in Schnaitsee aber doch sehr überraschend.

Angeführt von sechs Fahnenabordnungen zog die Trauergemeinde im Anschluss an das Familiengrab. Hier verabschiedeten sich auch die Vereinsvorstände vom Männerverein (Hans Urbauer), der Krieger- und Soldatenkameradschaft (Stefan Spreigl) und der Freiwilligen Feuerwehr Schnaitsee (Thomas Schmidinger jun.) mit ehrenden Worten von Siegfried Hudelist. Der Herzblut-Feuerwehrler und Ehrenkommandant hinterlässt eine Lücke in Schnaitsee.