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Remagener Nachrichten
Ausgabe 12/2026
Seite 2
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„Offene Tür“ im Remagener Rathaus

Bürgermeister Björn Ingendahl erläutert zwei Besucherinnen das Goldene Buch der Stadt.

Auch der Ratskeller erstrahlt im neuen Glanz

Da ist das Schmuckstück aus dem Jahr 1835. Heute modern und funktional

Festakt mit Einsegnung des Gebäudes

REMAGEN. DG. „Heute ist ein Tag der Freude und des Stolzes! Wir weihen unser Rathaus nach einer umfassenden Kernsanierung wieder ein und lassen es segnen – ein Symbol für unsere Stadt, das nun frisch, modern und vor allem für alle zugänglich ist,“ so die einleitenden Worte von Bürgermeister Björn Ingendahl im Rahmen der feierlichen Einsegnung des kernsanierten historischen Gebäudes aus dem Jahr 1835. Pfarrer Heiko Marquardsen von der katholischen Kirche und Pastorin Johanna Karcher von der evangelischen Kirchengemeinde sprachen dann die Segenswünsche aus. Ingendahl gab einen kurzen Rückblick auf die reichhaltige Geschichte des Gebäudes. Nach der Grundsteinlegung 1835 konnte das Gebäude bereits vier Jahre später seiner Nutzung übergeben werden. „Ein klassizistisches Juwel, das unserer Stadt Würde und gleichzeitig Charme verlieh,“ so Ingendahl weiter. Und was heute kaum denkbar wäre: In den Anfangsjahren waren neben der Verwaltung noch Schule und Bürgermeisterwohnung untergebracht. Allerdings zählte Remagen damals nur rund 3.500 Einwohner. Arge Kriegsschäden erforderten einen bis 1949 dauernden Wiederaufbau. „Das Rathaus hat Kriege überstanden, Generationen gedient und ist nun bereit für die nächsten Jahrhunderte und strahlt jetzt heller denn je,“ schwärmte Ingendahl. „Bei der Sanierung wurden aber nicht nur kosmetische Veränderungen vorgenommen, es war eine echte Kernoperation.“ Ein neues Dach mit entsprechender Isolierung, neue, den heutigen technischen Anforderungen entsprechende Fenster, eine moderne Heizungs- und Klimaanlage mit Wärmepumpe erforderten einen großen Aufwand. Daneben wurde die komplette Elektrik und IT auf den neuesten Stand gebracht. Und mit den neuen Fußböden und Möbeln entsteht ein richtiger Wohlfühleffekt. „Besonders stolz bin ich auf zwei Meilensteine, die nicht ohne Kampf errungen wurden. Zuerst die Barrierefreiheit: Früher war unser Sitzungssaal im Dachgeschoss versteckt – eine Art Olympiatriathlon für alle, die Treppen steigen mussten. Nun ist er im Erdgeschoss, leicht erreichbar für jedermann. Und das Entscheidende: Ein außenliegender Aufzug macht das Rathaus endlich für alle zugänglich.“ Das war aber kein Spaziergang, wie der Bürgermeister feststellte. Denn die Denkmalbehörde hatte hier zunächst arge Bedenken, wie auch bei der PV-Anlage auf dem Dach. „Aber jetzt produziert unser Rathaus nicht nur Beschlüsse, sondern auch grünen Strom! Wir sparen Energie und schützen die Umwelt – und das auf einem Gebäude, das älter ist als wir alle“, freute er sich, inzwischen doch sehr erleichtert. Das Bürgerbüro ist nun in die Passage gegenüber umgezogen, was sowohl für die Mitarbeitenden als auch die Bürger sicher von Vorteil ist. „Liebe Gäste, dieses Rathaus ist mehr als Stein und Mörtel. Es ist das Herz unserer Stadt, ein Ort der Demokratie, der Begegnung und des Dienstes für unsere Bürgerinnen und Bürger. Durch all diese Maßnahmen haben wir es nicht nur saniert, sondern für die Zukunft gerüstet – inklusiv, nachhaltig und einladend. Ich danke allen Beteiligten: Meinem Bauamt mit Frank Nelles, dem dieses Projekt sicherlich einige schlaflose Nächte gebracht hat, den Handwerkern, die geschwitzt haben, den Planern, die getüftelt haben, und ja, sogar der Denkmalbehörde, die uns auf Trab gehalten hat. Möge diese Segnung uns allen Kraft und Segen bringen. Auf ein Rathaus, das uns noch lange dient!“ Für die Sanierung waren Kosten in Höhe von rund 4 Mio. erforderlich, an denen sich der Bund und das Land mit knapp 1,5 Mio. beteiligt haben. Zahlreiche Besuchende nahmen an diesem Tag die Gelegenheit wahr, sich das Schmuckstück einmal näher anzusehen und dabei auch den Aufzug ausgiebig zu testen. Schön, dass auch der Ratskeller in frischem Glanz erstrahlt. Die Zukunft des Rathauses, also quasi die Hardware, ist damit gesichert. Jetzt müssen dort dann nur noch die richtigen Beschlüsse gefasst werden...