MARKKLEEBERG
– Die nationale Qualifikation im Kanuslalom hat zur Halbzeit eine überragende Dominatorin: Olympiasiegerin Ricarda Funk präsentierte sich im Kanupark Markkleeberg in Bestform. Mit vier Siegen in vier Rennen hat sich die Ausnahmeathletin aus dem Rheinland ein komfortables Polster für die finale Auswahlrunde in der kommenden Woche erarbeitet.
Ricarda Funk unterstrich im Kajak-Einer (K1) eindrucksvoll, warum sie zur absoluten Weltspitze gehört. Die 34-Jährige, die ihre Sportlaufbahn beim KSV Rhein-Kurier im rheinland-pfälzischen Bad Breisig begonnen hat, ließ der Konkurrenz in keinem der vier Läufe eine echte Chance. In ihrer gewohnt reflektierten Art analysierte die Rheinländerin ihre Leistung nach dem perfekten Wochenende:
„Ich bin sehr happy mit dem Einstieg. Gestern war ich richtig im Flow. Heute war ein bisschen der Kopf mit dabei, aber ich denke, die Herausforderung der Strecke habe ich ganz gut und solide gelöst.“
Besonders spannend war ihr taktischer Ansatz am Sonntag: Funk versuchte, sich an der aggressiveren Technik der Herren-Konkurrenz zu orientieren – ein Experiment, das Mut und höchste Präzision erforderte. „Das ist mir nicht ganz gelungen durchzuziehen. Deshalb bin ich im zweiten Lauf einen Schritt zurückgegangen“, erklärte sie die ständige Abwägung zwischen Risiko und Linienwahl auf dem Wasser.
Trotz der Dominanz bleibt die Konzentration hoch, denn abliefern muss sie in Augsburg noch einmal. Am kommenden Wochenende stehen dort erneut vier Rennen sowie die Wettbewerbe in der neuen olympischen Disziplin Kajak-Cross an. Nach der Vorstellung von Markkleeberg dürften die Tickets für die internationalen Höhepunkte für die Rheinländerin jedoch nur noch Formsache sein.