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Bad Breisiger-Sinziger Nachrichten
Ausgabe 24/2021
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Klyukin trifft Dante Alighieri – in Bad Breisig

Aus der Beschriftung des Werkes: "Der listige Ratgeber". Sein Umriss ist der eines Engels, doch bei näherer Betrachtung sieht man, dass er aus einem Netz besteht und jeden Betrachter verführen will, dorthin zu gehen, von wo man nicht mehr wiederkommt

"Verdrossenheit" Seine Kleider sind abgenutzt und viel zu lang. Er sieht aus, wie ein geächteter und schmutziger Clown. Er wurde ausgestoßen, weil er nicht glücklich sein kann.

Die Dame scheint trotz des Fegefeuers guten Mutes zu sein.

Brigitte Kiblitsky bei der Vorstellung des Künstlers und seiner Werke

Auch Bürgermeister Marcel Caspers war unter den Gästen

Skulpturen sind im Kurpark zu bestaunen

BAD BREISIG. DG. Natürlich hat Vasily Klyukin Dante nicht persönlich getroffen, denn der Todestag des italienischen Dichterfürsten jährt sich in diesem Jahr zum 700. Mal. Dante ist wohl einer der namhaftesten Dichter der italienischen Literatur und des europäischen Mittelalters schlechthin. Sein bekanntestes Werk ist die erst kurz vor seinem Tode vollendete „Göttliche Komödie“, in der er seine Reise durch die Hölle, durch das Purgatorium (Fegefeuer) bis ins Paradies beschreibt. Der in Moskau geborene Klyukin ist ein bekannter zeitgenössischer russischer Bildhauer und Architekt. Im Gedenken an Dante, dessen literarisches Erbe lebendig gehalten werden soll, hat er unter dem Titel „In Dante Veritas“ eine Serie von insgesamt 27 Skulpturen geschaffen, in denen er das Thema der „Göttlichen Komödie“ aufgriff. Die Ausstellung startete in St. Petersburg, war bei der Biennale in Venedig zu sehen sowie in Luzern und Zug in der Schweiz. Die erste Station in Deutschland ist in Bad Breisig und im Osthaus Museum Hagen, noch in diesem Jahr geht es nach Wien. In Deutschland, Spanien und Frankreich sind noch weitere Stationen geplant.

Klyukin ist nicht bange, mit Technik und Formen zu experimentieren. Die Skulpturen bestehen aus Metall, oft aus sehr feinen Streifen, teilweise monströs und bedrohlich anmutend, aber auch sehr filigran, auf jeden Fall ausdrucksstark. Eine kurze auf einer kleinen Tafel angebrachte Erläuterung öffnet dem Betrachter weiter Sinn und Hintergrund des jeweiligen Werkes.

Dass Bad Breisig in den Genuss der Ausstellung kommt, ist der bei der Tourist-Info ehemals für Kultur zuständigen Brigitte Kiblitsky und ihrem Ehemann Joseph als Mitarbeiter des russischen Museums zu verdanken, die Kontakte zu Klyukin haben. Nach der offiziellen Begrüßung durch die Beigeordnete Barbara Krebs-Haupt, die mit „You are very welcome“ endete, eröffnete Brigitte Kiblitsky dann auch ihre Laudatio mit den Worten: „Herrlich, dass wir uns wieder treffen können, die Kunst zu feiern“ und stellte anschließend Künstler und die Werke kurz vor. Ein besonderer Dank galt Ex-Bürgermeister Udo Heuser, der den ersten Schritt zur Ausstellung initiiert hatte. Klyukin selbst bedankte sich und freute sich, in Bad Breisig zu sein. Im Kurpark sind die folgenden Exponate noch bis Oktober zu sehen: