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Bad Breisiger-Sinziger Nachrichten
Ausgabe 30/2026
Vereine und Verbände
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Ministerpräsident zu Gast im Lebenshilfehaus

Gordon Schnieder (li.) im Gespräch mit einigen Bewohnenden, in der Mitte Sinzigs ehemaliger Bürgemeister Norbert Hesch, ganz rechts Ulrich van Bebber

Im Außenbereich versammelten sich bei guter Stimmung alle noch zum Gruppenbild.

 

 

Stilles Gedenken in Sankt Peter, Sinzig

SINZIG. DG. Fünf Jahre ist es jetzt schon her, als unser Ahrtal von einer verheerenden Flut mit zerstörerischer Kraft und vielen Toten heimgesucht wurde. Auch Sinzig war im Besonderen betroffen, da zwölf Bewohnende des Lebenshilfehauses dabei ihr Leben lassen mussten. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder besuchte anlässlich des Jahrestages die Einrichtung in Sinzig. Das Gebäude ist inzwischen weitgehend wieder hergestellt, allerdings wird es zukünftig kein Wohnheim mehr sein. Neben Verwaltungsaufgaben dient das Haus dann als Tagesstätte auch im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe, wie der Vorsitzende der Lebenshilfe im Kreis Ahrweiler, Ulrich van Bebber, bei seiner Begrüßung erläuterte. Er machte auch noch einmal deutlich, dass es sich bei der damaligen Katastrophe wegen unzureichender Strukturen im Land um Staatsversagen gehandelt habe. Ein Hinweis galt noch der schwierigen Zeit der Unterbringung der Bewohnenden, für die in Hohenleimbach und Rolandseck eine Bleibe gefunden wurde. Während das Haus in Hohenleimbach weiter als Unterkunft bestehen bleibt, werden die übrigen Bewohnenden in das neu zu errichtende Gebäude in der Sinziger Innenstadt, für das nach einigen Querschlägen nun doch ein geeignetes Grundstück gefunden wurde, umziehen können. Denn Sinzig ist ihre Heimat geworden, und da möchten sie auch wieder hin, wie mehrere Bewohnende eindrucksvoll bestätigten. Spätestens Anfang 2029 soll es dann so weit sein. Schnieder, der von den Staatssekretären Kathrin Anklam-Trapp und Torsten Welling sowie vom Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Andreas Kruppert begleitet wurde, betonte, dass die Trauer an diesem Tag sicher im Vordergrund stehe, dass aber gerade im Hinblick auf das neue Gebäude auch wieder Hoffnung bestehe. Er richtete anerkennende Wort an die Verantwortlichen der Lebenshilfe, die sich in unermüdlichem Einsatz für die Belange der Menschen mit Beeinträchtigung eingesetzt haben. Nach einem Rundgang durch das Gebäude ging es in den großen Außenbereich. Auch hier ist noch nicht alles fertig, in Kürze soll auch ein Hochseilgarten errichtet werden, der im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe sowie für Vereine nutzbar sein soll. Anschließend nutzte Schnieder die Gelegenheit, sich bei einem Snack und Getränken mit einigen Bewohnenden auszutauschen, bevor es dann zum nächsten Termin zur zentralen Gedenkveranstaltung nach Ahrweiler ging.

Tags darauf gab es ab 17 Uhr in St. Peter die Gelegenheit, noch einmal in sich zu gehen und der schwierigen Zeit zu gedenken, was aber nur von einer relativ kleinen Schar von Betroffenen genutzt wurde. In ein halbstündiges Orgelspiel waren Passagen eingebettet, in denen Pastor Frank Werner einige Worte und Gebete zu den damaligen Ereignissen fand. War das Orgelspiel zunächst etwas schwer und dem Anlass entsprechend eher mit trauriger Klangfarbe, wurde das später heller und fröhlicher, was sicher auch die Hoffnung zum Ausdruck bringen sollte. Fünf Jahre sind es her, vergessen kann man das sicher nicht. Aber hoffen, dass mit Sicherheit wiederkehrende Fluten in ihren Auswirkungen nicht so schlimm ausfallen. Dafür muss aber noch einiges an Maßnahmen getan werden, und das möglichst bald.