Titel Logo
Bad Breisiger-Sinziger Nachrichten
Ausgabe 32/2026
Seite 2
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Westumer Generationenpark wird festivaltauglich

Symbolischer Spatenstich für die Westumer Dorfbühne.

 

Baugenehmigung für feste Bühne und Lagerräume der Vereine liegt vor – LEADER Programm zahlt 75 Prozent der Kosten

WESTUM. TW. Der Generationenpark mitten im Sinziger Stadtteil Westum wird weiter aufgewertet. Aber was genau soll da gebaut werden? Das wollten rund 50 Einwohner wissen, die jüngst zu einer Projektvorstellung gekommen waren. Antworten gab es vom Verein Dorfgemeinschaft Westum, hier in erster Linie von Felix Blaich. Der machte schon vorab deutlich, wie weit das Projekt bereits geschritten ist, indem er gemeinsam mit Sinzigs Bürgermeister Andreas Geron zum Spaten griff, um den symbolischen ersten Spatenstich vorzunehmen. Heißt: es kann losgehen mit dem geplanten Bauwerk, die Baugenehmigung ist da.

Ziele des Projektes gibt es gleich mehrere, denn es soll ein multifunktionales Gebäude entstehen, nachdem an gleicher Stelle das sogenannte „Haus Felsch“ abgerissen wurde. Dort soll nun eine Art größere Doppelgarage entstehen, die Lagerkapazitäten für die Westumer Vereine bietet. Denn die haben ihr Inventar aktuell im ganzen Dorf in privaten Liegenschaften verteilt. Steht ein Fest an, muss vieles rangeholt werden, und das von überall. Damit soll bald Schluss sein. Der neue Lagerraum bietet einiges an Platz und wird das Sockelgebäude des künftigen Bauwerks. In diesen Sockel integriert wird noch eine behindertengerechte Toilette als Ergänzung zu den bestehenden Toiletten in den Bauwerken am Generationenplatz, die nicht barrierefrei sind.

Der Clou des Ganzen wird aber auf den Sockel gebaut. Dort entsteht eine überdachte Bühnenfläche. Wenn also künftig Chöre singen, Bands spielen oder Open-Air-Gottesdienste gefeiert werden, dann bedarf es keines Bühnenbaus mehr, es ist eine fertige Spielfläche vorhanden. „Obwohl im Jahr hier mehrere Veranstaltungen und Konzerte stattfanden, haben wir bislang jedes Mal eine Bühne auf- und nachher wieder abgebaut“, erinnerte Blaich. Damit soll künftig Schluss sein. Da die Bühne auch noch überdacht ist, ergibt sich als dritte Funktion ein schattenspendender Bereich im Generationenpark, wo die Bäume noch recht jung sind und diese Funktion noch nicht erfüllen. Der Treffpunkt mitten in Westum wird also deutlich aufgewertet.

Möglich macht diese Aufwertung das LEADER-Programm der Europäischen Union. Dieses Förderprogramm übernimmt dreiviertel der Kosten des Neubaus, den Felix Blaich auf rund 160.000 Euro bezifferte. Das klingt auf den ersten Blick recht günstig. Es klappt aber nur, weil sich zahlreiche Handwerksunternehmen, von denen viele aus Westum kommen, einbringen. Natürlich sind auch die Westumer gefordert, mit anzupacken. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem die Restfinanzierung durch die Dorfgemeinschaft mit ihrer Abteilung „Murretanier“ finanziert werden soll. Die Dorfgemeinschaft tritt also als Bauträger auf, sie wird Eigentümer und Betreiber der Dorfbühne und auch für die Instandhaltung des Gebäudes aufkommen. Das Grundstück, auf dem die Kombination aus Lagerhalle und Bühne steht, wurde von der Stadt Sinzig gepachtet, nachdem die Gremien dem Projekt zugestimmt hatten.

Lange warten wollen sie in Westum nicht mit der Umsetzung, schon in den nächsten Wochen soll es losgehen. Felix Blaich erläuterte die Zeitschiene: Baubeginn im August 2026, Fertigstellung des Rohbaus im September 2026 und Bauabschluss zum Jahresende. Im kommenden Frühjahr soll es schließlich eine offizielle Einweihung geben. Klappt alles, dann sind seit dem ersten offiziellen Aufschlag gerade einmal drei Jahre vergangen. Im Bürokratiedschungel eine kurze Zeit, weil die Beteiligten überwiegend das Projekt wollten und sich voll und ganz dafür eingesetzt haben. Nur der Kreisverwaltung erteilte Blaich einen kleinen Rüffel: „Das Baugenehmigungsverfahren war extrem zäh und nicht nimmer von dem Geist geprägt, dass man hier ein ehrenamtliches Projekt unterstützen will.“ Aber letztendlich gab es auch hier grünes Licht.

Da die Bühne mitten im Ortskern liegt, musste ein Nutzungs- und Lärmschutzkonzept her. Die Bühne soll in erster Linie den mobilen Bühnenbau bei bestehenden und wiederkehrenden Veranstaltungen ersetzen. Blaich nannte als potentielle Nutzer den Chor, die Karnevalisten, die Kirche, die Dorfgemeinschaft und die Theatergruppe. Die aus optischen Gründen nach allen Seiten offene Bühne soll bei Veranstaltungen Rück- und Seitenwände erhalten. Die Summe der Veranstaltungen werde begrenzt und im Regelfall enden Beschallungen um 22 Uhr. Der Verein Dorfgemeinschaft werde als Betreiber auf die Einhaltung der Vorschriften achten, sagte Felix Blaich.

Architekt Christian Schwarz stellte den Anwesenden die Eckdaten des Gebäudes mit Maßen und im Hinblick auf Referenzobjekte in der Nachbarschaft vor und ging auch auf Einzelheiten der Gebäudegestaltung ein. Aus den Reihen der Zuhörer gab es ungeteilte Zustimmung zu dem Projekt, wie die Fragerunde zeigte. Da ging es um allesamt lösbare Dinge, wie die verbleibende Nutzung bestehender Parkflächen, die Zufahrt zum Park oder die barrierefreie Erreichbarkeit der Bühne. Im Prinzip freut sich ganz Westum auf die neue Lagermöglichkeit für die Vereine und auf eine feste Bühne im Generationenpark.