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Bad Breisiger-Sinziger Nachrichten
Ausgabe 48/2022
Aktuelles
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Wandern im Novembernebel

Auf dem Weiselstein

An der Dedenbacher Hütte "Schau ins Land"

REMAGEN. Die goldenen Herbsttage waren schlagartig in graues, feuchtes, düsteres und kaltes Novemberwetter umgeschlagen, was einige Unverzagte des Remagener Eifelvereins jedoch nicht von einer Wanderung von Königsfeld zur Wachholderheide am Weiselstein, zum Waldgut Schirmau und zur Wanderhütte „Schau ins Land“ abhielt.

Das Wetter erzeugte gedämpftes Licht, in dem das Farbspiel des Laubs mit dem auffallenden Rot der Wildkirsche besondere Akzente setzte. Über freies Feld führte der Weg nach Schalkenbach und im langsam aufkommenden Nebel löste sich die Fernsicht in diffuses Grau auf. Eine intensive Stille lag auf der zur Ruhe gekommenen Landschaft. „Seltsam im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein“, beschrieb Dichter Hermann Hesse diese Stimmung treffend.

Nach Verlassen des Ortes ging es kontinuierlich ansteigend und bei deutlich zunehmender Kälte zum Weiselstein, dessen Aussichtsturm schemenhaft im dichter werdenden Nebel auftauchte. Am Wegrand liegende Quarzfelsstücke zeugen vom dort früher betriebenen (wenig ergiebigen) Quarzabbau. Vom hellen Gestein leitet sich wohl der Name „Weiselstein“ ab.

Unter der Remise des Waldgutes Schirmau konnte bald die ersehnte Rast eingelegt werden. Die Gebäude stehen an der Stelle einer im Mittelalter bestehenden Siedlung, die auf den Resten einer römischen villa rustica errichtet wurde. Heute ist das Waldgut Schirmau eine Seniorenerholungsstätte der Stadt Krefeld, die auf eine Stiftung der Krefelder Familie von der Leyen zurück geht. Gestärkt ging es weiter Richtung Dedenbacher Hütte „Schau ins Land“ (an diesem Tag „Schau in den Nebel“). Von dort wurde Königsfeld so rechtzeitig erreicht, dass die Zeit noch für eine Einkehr im „Vinxtbachcafe“ reichte.