Im Nachgang zur Informationsveranstaltung zum Klimaanpassungskonzept (KLAK) und zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) am 28. Januar 2026 wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Die Ergebnisse geben einen differenzierten Einblick in die Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Prioritäten der Wittlicher Bürgerinnen und Bürger und bilden eine wichtige Grundlage für die weiteren Planungen.
Klimafolgen sind im Alltag angekommen
Die Auswertung zeigt deutlich: Klimaveränderungen werden in Wittlich konkret und unmittelbar erlebt. Besonders häufig genannt wurden extrem niedrige Wasserstände, aufgeheizte Straßen und vertrocknete Grünflächen sowie Schäden durch Starkregen und Hochwasser. Auch starke Hitze in Innenräumen und gesundheitliche Belastungen spielen für viele Menschen eine zunehmende Rolle. Trockenheit, Hitze und Starkregenereignisse prägen somit bereits heute den Alltag vor Ort.
Was Wittlich lebenswert macht – und wo Handlungsbedarf besteht
Als besonders angenehme Aufenthaltsorte wurden vor allem Bereiche mit viel Grün, Schatten und Wassernähe genannt – darunter der Stadtpark, das Lieserufer sowie die umliegenden Wälder. Diese Orte zeichnen sich durch ein kühles Mikroklima und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten aus.
Demgegenüber stehen klar benannte Problembereiche: stark versiegelte Flächen, fehlender Schatten, aufgeheizte Plätze sowie unzureichend begrünte Parkplätze. Auch Hochwasser- und Starkregenrisiken, insbesondere in der Altstadt und entlang der Lieser, wurden hervorgehoben. Hinzu kommt die zunehmende Überhitzung von Gebäuden wie Kindertagesstätte, Schulen und Pflegeeinrichtungen.
Klare Prioritäten bei Klimaanpassungsmaßnahmen
Die Befragten setzen eindeutige Schwerpunkte: Maßnahmen wie mehr Grünflächen und Straßenbäume, Verschattung öffentlicher Räume sowie Entsiegelung und bessere Versickerung stoßen auf sehr hohe Zustimmung. Ebenfalls wichtig sind kühle öffentliche Orte, Trinkbrunnen und eine verbesserte Bürgerinformation. Einschränkungen bei der Wassernutzung werden hingegen deutlich kritischer gesehen.
Auch im privaten Bereich zeigt sich Engagement: Viele Bürgerinnen und Bürger haben bereits Maßnahmen wie Sonnenschutz oder Regenwassernutzung umgesetzt. Gleichzeitig besteht insbesondere bei Dach- und Fassadenbegrünung noch erhebliches Potenzial.
Innenstadt zwischen Stärke und Herausforderung
Die Ergebnisse zur Innenstadtentwicklung zeigen ein gemischtes Bild. Zwar wird die Innenstadt für ihre historischen Gebäude, das Lieserufer, den Stadtpark sowie Gastronomie und Veranstaltungen geschätzt, gleichzeitig bestehen deutliche Defizite.
Kritisch gesehen werden vor allem:
Auch die Einschätzung der Innenstadt ist gespalten: Rund die Hälfte der Befragten würde sie weiterempfehlen, die andere Hälfte äußert sich zurückhaltend oder kritisch.
Zentrale Handlungsfelder für die Zukunft
Aus den Ergebnissen lassen sich klare Handlungsschwerpunkte ableiten:
Besonders im Fokus stehen dabei vier zentrale Räume: der Platz an der Lieser, das Umfeld von ZOB und Schlossgalerie, der Marktplatz sowie das grüne Band aus Stadtpark, Lieserufer und Altstadt.
Klimaanpassung und Stadtentwicklung gemeinsam denken
Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist die enge Verknüpfung von Klimaanpassung und Stadtentwicklung. Viele Maßnahmen – insbesondere Begrünung, Entsiegelung und Verschattung – tragen gleichzeitig zur Verbesserung des Stadtklimas und der Aufenthaltsqualität bei. Eine integrierte Umsetzung von KLAK und ISEK bietet daher große Chancen, Synergien zu nutzen und Ressourcen effizient einzusetzen.
Veröffentlichung der Ergebnisse: Die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung sind auf der Homepage der Stadt Wittlich veröffentlicht und für alle Interessierten zugänglich gemacht. Bei Rückfragen kontaktieren Sie gerne Frau Hollweg unter Julia.Hollweg@Stadt.Wittlich.de oder per Telefon unter 06571-171253.