Wandergruppe auf dem Lieserpfad (Fotos: ©Tourist-Information Wittlich Stadt & Land).
Unter dem Motto „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach…“ trafen sich am Freitag, 5. Juni, 25 kulturinteressierte Teilnehmer vor dem Alten Rathaus am Marktplatz zum geführten Mühlenstreifzug mit Albert Klein.
Spannendes Wissen über die ehemaligen Mühlen in Wittlich
Bei eher durchwachsendem Wetter startete die Gruppe fröhlich das bekannte Müllerlied „Das Wandern ist des Müllers Lust…“ intonierend über den Marktplatz zur ersten Station am ehemaligen Gerberhaus in der Trierer Straße Nr. 12.
1763 errichtete Philipp Lauer das am Mühlenteich liegende Gerberhaus mitten in der Stadt. Der Mühlenteich wurde im Laufe der Jahrhunderte überbaut und ist heute aus dem Stadtbild Wittlichs verschwunden. Über dem Hauseingang zeigen sich die Intialen des Vaters Jacob Lauer (J L), das Erbauungsjahr und das Handwerkszeichen der Gerber, zwei schräg gekreuzte Schabmesser vor einer senkrecht gestellten Gerberfalze.
Weiter ging es zum Pariser Platz zum Standort der erstmals 1272 erwähnten Stadtmühle. 1963 wurde das Mühlengebäude mitsamt der Häuserzeile entlang der Trierer Straße abgerissen. Anhand präziser Zeichnungen erklärte Albert Klein den gespannt lauschenden Zuhörern den Verlauf des ehemaligen Mühlenteichs und die Funktionsweise der Mühle, die 1911 so viel Strom erzeugte, dass die Stadtverordneten der Müllerin Witwe Greßnich die Kilowattstunde für 4 Pfennig abkauften.
Weitere Stationen waren das Mühlenrad der ehemaligen landwirtschaftlichen Maschinenfabrik Wintrich, die Brückenmühle, das Bürgerwehr und die Viezmühle.
Historiker Klein wusste mit fundiertem Wissen und schmunzelnd erzählten Anekdoten die Geschichte der Mühlen zu visualisieren und schnell wurde deutlich: Die Mühlen waren weit mehr als reine Arbeitsstätten – sie waren Treffpunkte, Motor der Region und oft Mittelpunkt des Stadtlebens.
Neben den historischen Einblicken kam auch das gesellige Miteinander nicht zu kurz. Unterwegs blieb Zeit für guteGespräche,schöne Ausblicke und während der gemeinsamen Einkehr in der idyllisch gelegenen Hasenmühle bei regionalem Viez und herzhaftem Mühlenbrot mit köstlichen Dips waren sich alle Teilnehmer einig: Die Kombination aus Bewegung, Kulturgeschichte und regionalem Genuss machte diesen Stadtspaziergang zu einem besonderen Erlebnis.
Drei weitere Mühlenstreifzüge werden am Samstag, 18.07. um 11 Uhr, am Freitag, 11.09. um 15 Uhr und am Freitag, 10.10. um 15 Uhr angeboten. Treffpunkt ist die Tourist-Information am Marktplatz. Die Führungen enden nach ca. anderthalb Stunden und 3,5 Kilometern mit einer gemeinsamen Einkehr und der Verkostung von regionalem Viez und frischgebackenem Mühlenbrot mit Dip.
Tickets gibt es zum Preis von 12 € pro Teilnehmer inklusive Viezverkostung und kleinem Mühlensnack in allen Vorverkaufsstellen von www.ticket-regional.de. Formularbeginn