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Wittlicher Rundschau
Ausgabe 26/2026
Aktuelles aus der Stadt
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Aktuelle Situation des Eichenprozessionsspinners in Wittlich

(Foto: M. Becker).

Aufgrund von Klimaveränderungen haben sich Eichenprozessionsspinner (EPS), in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet. Dies ist einmal den Temperaturen geschuldet, aber vor allem dem schlechten Gesundheitszustand vieler Eichenbestände im Stadtgebiet und dessen Umfeld.

Die Brennhaare der Raupe verursachen durch ein Nesselgift bei Kontakt starken Juckreiz und Ausschlag. Zum Schutz kann es daher vorkommen, dass man im Stadtgebiet auf abgesperrte Bereiche rund um Eichen trifft. Die Stadtverwaltung Wittlich informiert daher über die Merkmale von Eichenprozessionsspinnern und erklärt, was man tun kann, wenn man solche entdeckt.

Eichenprozessionsspinner sind harmlose graue Falter, die rund drei Zentimeter groß werden können und die von Ende Juli bis Anfang September nachts fliegen. Die Weibchen legen dabei ihre Eier im oberen Kronenbereich von Eichen ab. Im darauffolgenden Frühjahr schlüpfen die Raupen mit dem Laubaustrieb und durchlaufen fünf bis sechs Entwicklungsstufen bis sie sich Verpuppen und zu Faltern entwickeln.

Die stark behaarten Tiere sind zunächst gelblich-braun gefärbt mit dunklem Kopf und halten sich ab Laubaustrieb überwiegend in der äußeren Krone auf. Mit zunehmender Entwicklung wandern sie in Prozessionen nach dem nächtlichen Fressen zur Ruhephase immer weiter Richtung Stamm, wo sie ab dem dritten Stadium beginnen die typischen Nester aus feinen weißen Fäden zu bauen. Dort halten sich die Tiere tagsüber zur Ruhe und zur Häutung auf, weshalb die Nester eine hohe Konzentration an Brennhaaren enthalten.

Ab dem dritten Stadium sind die Tiere an den Seiten grau mit schwarzem Rückenstreifen und beginnen Brennhaare zu bilden, die für die allergischen Reaktionen verantwortlich sind. Die Raupen werden bis zu fünf Zentimeter lang und die Menge der Brennhaare steigt mit jeder Häutung.

Aufpassen beim Rasenmähen

In besonders warmen Jahren bauen die Tiere die Nester im Bereich des unteren Stammes von Bäumen. Darum rät die Stadtverwaltung: Bürgerinnen und Bürger sollten beim Rasen mähen im direkten Umfeld von Eichen besonders achtsam sein. Werden Nester versehentlich beschädigt, können Brennhaare aufgewirbelt und in der Umgebung verteilt werden.

Umgang mit EPS Befall

Im Siedlungsbereich ist eine Bekämpfung der Tiere aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll. Die Stadtverwaltung setzt dabei auf Flächen in ihrem Eigentum in erster Linie auf eine Beobachtung der Befallsentwicklung, mit Absperren der betroffenen Bereiche und Absammeln oder Absaugen der Nester durch eigenes Fachpersonal. In besonders sensiblen Bereichen, wie Kindergärten, Schulen und Spielplätzen, kann bei starkem Befall eine vorsorgliche Behandlung der Eichen vor dem dritten Larvenstadium erfolgen. Die Raupen sterben dadurch ab, bevor sie die gesundheitlich relevanten Brennhaare ausbilden. Der Einsatz von Fallen mit sogenannten Lockstoffbeuteln wurde ebenfalls getestet hat sich aber als nicht wirkungsvoll erwiesen.

Verhältnismäßig handeln

Bei der Bekämpfung gilt die Verhältnismäßigkeit: Nicht jeder Befall erfordert automatisch eine Bekämpfung. Vorrang haben Bereiche mit regelmäßigem Publikumsverkehr, beispielsweise Kindergärten, Schulen, Spielplätze oder innerstädtische Grünanlagen

Bürgerinnen und Bürger können einen Befall in stark frequentierten Bereichen über den Mängelmelder der Stadt Wittlich melden, möglichst mit Foto und genauer Ortsangabe. Die Stadt prüft die Meldung und leitet bei Bedarf weitere Schritte ein. Bei befallenen Eichen auf Privatgrundstücken liegt die Verantwortung für erforderliche Maßnahmen grundsätzlich bei den jeweiligen Grundstückseigentümern.

Internetseite Mängelmelder: https://wittlich.xn--mngelmelder-l8a.de/#pageid=1

Tipp

Grundsätzlich kommt EPS nur an den beiden heimischen Eichenarten vor, selten werden Rot- oder Sumpfeichen befallen. Raupen die Gespinste an anderen Baumarten und Büschen anlegen, sind in der Regel immer einer anderen ungefährlichen Art zu zuordnen.

Die Population des Eichenprozessionsspinners befindet sich derzeit im Aufbau. Der Befall ist in diesem Jahr deutlich stärker als in den vergangenen Jahren. Daher ist auch in den kommenden Jahren mit einem erhöhten Befallsdruck zu rechnen.

Bürgerinnen und Bürger sollten zu befallenen Bäumen sowie zu Nestern und Raupen grundsätzlich Abstand halten und Absperrungen beachten.