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Wittlicher Rundschau
Ausgabe 28/2026
Aktuelles aus der Stadt
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Medikamente bei Hitze: Worauf Betroffene achten sollten

Heiße Tage können die Wirkung und Verträglichkeit von Medikamenten beeinflussen. Gleichzeitig kann hohe Temperatur Arzneimittel selbst schädigen, wenn sie falsch gelagert werden. Deshalb ist es wichtig, bei Sommerhitze sowohl auf die Aufbewahrung als auch auf die eigene Medikation zu achten.

Die meisten Medikamente sollen bei Raumtemperatur, also in der Regel zwischen 15 und 25 Grad Celsius, gelagert werden. Besonders geeignet ist ein kühler, trockener Raum in der Wohnung. Badezimmer, Küche, Fensterbank und Auto sind dagegen ungeeignet, weil dort Hitze, Feuchtigkeit oder starke Temperaturschwankungen auftreten können. Besondere Vorsicht gilt für hitzeempfindliche Arzneiformen wie Zäpfchen, Cremes, Salben, Säfte, Dosieraerosole und Wirkstoffpflaster. Auch kühlpflichtige Medikamente wie Insuline, manche Impfstoffe, Biologika oder einzelne Augentropfen müssen entsprechend den Angaben in Packungsbeilage und Originalverpackung gelagert werden; beim Transport sollte die Kühlung gesichert sein, ohne dass das Arzneimittel direkten Kontakt zum Kühlelement hat.

Ein Hitzeschaden ist oft nicht sicher zu erkennen. Verfärbungen, Ausflockungen, veränderter Geruch, aufgeblähte Verpackungen oder verflüssigte Zäpfchen, Cremes und Salben können Warnzeichen sein. Im Zweifel sollten solche Medikamente nicht einfach weiterverwendet, sondern in Apotheke oder Arztpraxis überprüft werden.

Auch im Körper kann Hitze die Wirkung von Medikamenten verändern.

Hohe Temperaturen fördern Flüssigkeitsverlust und können zu Dehydrierung führen. Dadurch steigt bei manchen Wirkstoffen die Konzentration im Körper, was Nebenwirkungen oder sogar Überdosierungen begünstigen kann.

Besonders aufmerksam sollten Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes, neurologischen oder psychischen Erkrankungen sein. Kritisch sein können unter anderem Entwässerungsmittel (Diuretika), Blutdruckmedikamente wie ACE-Hemmer oder Sartane, Abführmittel, bestimmte Antidepressiva, Neuroleptika, Anticholinergika, Schmerzmittel wie Ibuprofen sowie Lithium. Einige dieser Medikamente fördern Flüssigkeits- oder Salzverluste, mindern das Durstgefühl, verringern das Schwitzen oder beeinflussen die Temperaturregulation des Körpers.

Wichtig ist: Medikamente sollten bei Hitze nicht eigenständig abgesetzt oder in der Dosis verändert werden. Bei einzelnen Präparaten kann in Hitzeperioden zwar eine ärztlich begleitete Dosisanpassung sinnvoll sein, etwa wenn Blutdruck abfällt, Schwindel auftritt oder Dehydrierung droht. Ob das nötig ist, hängt jedoch immer von Erkrankung, Medikament, Alter, Trinkmenge, Nierenfunktion und allgemeinem Gesundheitszustand ab.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte daher rechtzeitig das persönliche Gespräch mit Hausärztin, Hausarzt oder Apotheke suchen – besonders vor angekündigten Hitzewellen. Das gilt erst recht bei mehreren Medikamenten gleichzeitig, bei Vorerkrankungen, im höheren Alter oder wenn bereits Beschwerden wie Schwäche, Schwindel, Verwirrtheit, trockener Mund oder Kreislaufprobleme auftreten. Nur im individuellen Einzelfall kann verlässlich beurteilt werden, wie Medikamente im Sommer richtig gelagert werden und ob eine Anpassung der Einnahme oder Dosierung erforderlich ist.

Informieren Sie sich rechtzeitig, wie Ihre persönliche Medikation bei Hitze zu handhaben ist – insbesondere bei chronischen Erkrankungen, mehreren Arzneimitteln oder bereits bestehenden Kreislaufproblemen.