Schülerinnen des Erdkunde-Leistungskurses stellen ihre Ergebnisse zur Innenstadtentwicklung vor und diskutieren mit Vertreterinnen der Stadtverwaltung über Aufenthaltsqualität, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung (Foto: Privat).
Was tragen Handel und Gastronomie zu einer lebendigen Innenstadt bei? Mir dieser Frage beschäftigten sich Schülerinnen des Erdkunde-Leistungskurses des Peter-Wust-Gymnasiums und präsentierten ihre Ergebnisse nun Vertreterinnen der Stadtverwaltung. Zu Gast im Unterricht waren Klimaanpassungsmanagerin Julia Hollweg sowie Antonia Gierten von der Wirtschaftsförderung der Stadt Wittlich, die gemeinsam mit den Schülerinnen über ihre Erkenntnisse und Ideen diskutierten.
In den vergangenen Wochen hatten sich die Schülerinnen intensiv mit der Wittlicher Innenstadt beschäftigt. Sie führten Kartierungen zu den Themen Einzelhandel und Gastronomie durch, erfassten die räumliche Verteilung von Geschäften und gastronomischen Angeboten und ergänzten ihre Arbeit durch eine eigene Befragung. Dabei wollten sie herausfinden, wie sich die wirtschaftliche Situation der Händler und Gastronomen heute darstellt und wie sie ihre Zukunftsperspektive an diesem Standort einschätzen.
Die vorgestellten Ergebnisse zeigten, dass die Schülerinnen ein gutes Gespür für die Herausforderungen der Innenstadtentwicklung bekommen haben. Besonders im Fokus stand neben dem Thema der Belebung der Innenstadt, die Bedeutung klimafreundlicher Gestaltungselemente und die Frage nach attraktiven Aufenthaltsflächen für junge Menschen.
Nach der Präsentation stellten Julia Hollweg und Antonia Gierten ihre jeweiligen Arbeitsbereiche vor und informierten über aktuelle Strategien und Programme, die zurzeit mit der Innenstadtentwicklung befasst sind – unter anderem das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) und das Klimaanpassungskonzept der Stadt Wittlich. Beide Vorhaben zielen darauf, die Innenstadt zukunftsfähig zu gestalten, sie widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen und zugleich die Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.
Ein wichtiger Bestandteil des Austauschs war die Diskussion mit den Schülerinnen über ihre Perspektive als jugendliche Nutzerinnen der Innenstadt: Wie wünschen sie sich das Stadtzentrum als Ort zum Treffen, Verweilen und Leben? Welche Orte fehlen, was könnte verbessert werden – und wie lässt sich Nachhaltigkeit in den Stadtalltag integrieren? „Es ist uns sehr wichtig, die Sichtweise junger Menschen einzubeziehen, denn es geht um ihre Zukunft, die wir heute gestalten“, betonte Klimaanpassungsmanagerin Julia Hollweg. „Die Schülerinnen haben mit großem Engagement gearbeitet und wertvolle Impulse geliefert, die wir in die weiteren Planungen zum ISEK und Klimaanpassungskonzept aufnehmen werden.“ Auch Antonia Gierten von der Wirtschaftsförderung zeigte sich beeindruckt vom Engagement des Kurses: „Die Schülerinnen haben sich intensive Gedanken zum Thema Innenstadtentwicklung gemacht, wir sind froh, dass wir ihnen die Perspektive und Handlungsmöglichkeiten der Stadtverwaltung darstellen konnten. Diese Form des Austausches und der Beteiligung ist für uns enorm bereichernd“.
Zum Abschluss wurden konkrete Ideen diskutiert – von mehr Grünflächen und schattenspendenden Aufenthaltsorten bis hin zu Veranstaltungen, die gezielt junge Menschen ansprechen. Die Stadtverwaltung will diese Anregungen in ihre weiteren Planungen einfließen lassen. Der Projekttag machte damit deutlich, wie gewinnbringend die Zusammenarbeit zwischen Schule und Verwaltung für die Entwicklung der Innenstadt sein kann.
Wittlich setzt damit ein deutliches Zeichen: Die Innenstadt der Zukunft entsteht im Dialog – auch und gerade mit der jungen Generation.