Ehrengeleit der Freiwilligen Feuerwehr Wittlich (Fotos: Rainer Stöckicht).
Schülerinnen der Clara-Viebig Realschule + bringen ihre Gedanken zum „Hände der Versöhnung reichen vor (Foto: Rainer Stöckicht).
Kranzniederlegung (Foto: Rainer Stöckicht).
Alle Mitwirkenden an dem diesjährigen Volkstrauertag (Foto: Rainer Stöckicht).
Schülerinnen der Clara-Viebig Realschule + plus und Bürgermeister Joachim Rodenkirch reichen sich einander die Hände (Fotos: Theresia Rodenkirch).
Hände zur Versöhnung reichen
„Es herrscht Krieg in Europa und im Nahen Osten!“ begann Bürgermeister Joachim Rodenkirch seine Ansprache zum diesjährigen Volkstrauertag, der mit einer Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem städtischen Friedhof Burgstraße am vergangenen Sonntag begangen wurde. Sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Mitglieder städtischer Gremien und Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Institutionen und Organisationen unterstrichen durch ihre Teilnahme die Bedeutung dieses wichtigen Gedenktages.
Mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der am 24. Februar 2022 begann und den fürchterlichen Terrorakt der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem 1.400 Israelis grausam ermordet wurden, ging Rodenkirch auf die Geschichte zurückliegender Kämpfe und Gewaltakte im Zweiten Weltkrieg ein, die vor 80 Jahren allein im Jahr 1943 mehr als 900.000 Tote gefordert haben. 6 Millionen Jüdinnen und Juden wurden Opfer der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten.
Wo und wie die Kriege der Gegenwart enden werden, sei ungewiss. Gewiss sei aber, dass viele unschuldige Menschen zu Opfern werden. Hinter jedem Opfer, hinter jedem Einzelschicksal steht ein Name, jedes Leben steht für einen Menschen mit einer unverlierbaren und unantastbaren Würde. Vor diesem Hintergrund machte der Bürgermeister deutlich, dass der Volkstrauertag wichtiger denn je sei. Die Erinnerung an die Opfer damals und heute sollte Gedenken und Mahnung zugleich sein. Der Stadtrat hat am 16. November eine entsprechende Resolution „Gemeinsam gegen Antisemitismus – Wittlich zeigt Solidarität mit den Jüdinnen und Juden“ einstimmig gefasst.
Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Clara-Viebig-Realschule plus hatten in diesem Jahr das Thema „Hände zur Versöhnung reichen“ vorbereitet. Sie wiesen auf eine Auswahl historischer Ereignisse hin, die in die Geschichte eingegangen sind. So besiegelte der Händedruck zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle in Paris die deutsch-französische Freundschaft. Dem folgten Helmut Kohl und Francois Mitterand, als sie Hand in Hand der gefallenen Soldaten der Weltkriege gedachten. Auch der Hoffnung auf Frieden zwischen Israelis und Palästinensern wurde gedacht. Am Ehrenmal wurden die Kränze der Landesregierung, der Stadt Wittlich, der Bundeswehr sowie der Volksbünde niedergelegt. Dabei erklang das Lied „Ich hatt einen Kameraden“. Die Gedenkveranstaltung wurde musikalisch begleitet von der Musikgemeinschaft des Blasorchesters Wittlich 1921 und des Musikvereins Bergweiler.
Der Volkstrauertag wurde auf Vorschlag des 1919 gegründeten Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Dieser Tag sollte ein Zeichen der Solidarität mit den Hinterbliebenen der Gefallenen und Kriegstoten aussenden. Seit 1945 wird am Volkstrauertag aller Opfer des Krieges gedacht. So treten neben die toten Soldaten auch Frauen, Kinder und Männer, die in den besetzten Ländern und in Deutschland zu Opfern von Krieg, Gewalt und NS-Verfolgung wurden. Von Anfang an riefen die Bundespräsidenten dazu auf, auch an die Opfer der Diktatur zu erinnern, an Menschen, die aus politischen, religiösen Heute wird am Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert und gleichzeitig zu Versöhnung, Verständigung und Frieden gemahnt. In diesem Jahr ist das Gedenken an die vielen Toten des Krieges in der Ukraine von besonderer Dringlichkeit an diesem Trauertag.