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Eifel-Mosel-Hunsrück-Aktuell
Ausgabe 16/2019
Amtlicher Teil
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Landkreise und Stadt Trier einigen sich auf weiteres Vorgehen in Sachen Regionalinitiative

„Die Regionalinitiative geht weiter!“ – das ist die klare Botschaft, auf die sich die Partnerinnen und Partner der seit 2006 bestehenden Regionalinitiative Mosel kürzlich einigen konnten. Dem vorausgegangen war eine kurze Zeit der Ungewissheit, hatte doch der Stadtrat der Stadt Trier gegen ein finanzielles Engagement in der neu aufgestellten Regionalinitiative Mosel votiert. Damit stand die gesamte Initiative auf dem Spiel, obwohl die Landkreise Mayen-Koblenz, Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg in ihren Kreistagen mit großen Mehrheiten für eine finanzielle Unterstützung der Regionalinitiative gestimmt hatten. In einer gemeinsamen Sitzung haben sich die Vertreter der Kreise und beteiligten Institutionen nun verständigt, wie es weitergeht.

„Wir bedauern die Entscheidung der Stadt Trier sehr und finden es einfach schade, dass sich das Oberzentrum ein Stück weit aus der Zusammenarbeit mit der Region zurückzieht“, macht Landrat Gregor Eibes als Vorsitzender der Regionalinitiative die Stimmung in der Steuerungsgruppe deutlich: „Gleichwohl haben die vier Kreisgremien zwischen Palzem und Koblenz für ein weiteres Engagement gestimmt und uns damit auch den Auftrag erteilt, weiter für die Region zu arbeiten.“ Insofern wolle man jetzt mit den verbliebenen Partnern weiterarbeiten und die entsprechenden finanziellen Mittel nutzen. Auch wenn die Stadt Trier einer finanziellen Beteiligung an einer neu aufgestellten Regionalinitiative nicht zugestimmt habe, bleibe Sie trotzdem Mitglied der Regionalinitiative. In einem ersten Schritt soll nun mit der Einrichtung einer Personalstelle die organisatorische Grundlage für die Umsetzung eines neuen Konzeptes geschaffen werden. Mit der Sicherstellung zeitlicher und finanzieller Ressourcen erhofft sich die Regionalinitiative neuen Schub für ihre Aktivitäten, waren doch in der Expertise des Beratungsbüros Project M das fehlende Personal und das unzureichend vorhandene Budget als die wesentlichen Hemmschuhe benannt worden.

Mit neuem Schwung plant die Regionalinitiative jetzt die Umsetzung des seit 2017 unter Beteiligung zahlreicher Akteure erstellten Konzeptes zur Weiterentwicklung der Regionalinitiative. Ein Eckpfeiler des neuen Konzeptes ist die Abkehr von der „Dachmarke“ mit einheitlichen Standards für alle Branchen, sondern die Schaffung einer „Markenfamilie“, die Themenbereiche wie z. B. Wein, Tourismus, Kultur oder regionale Produkte vereint. Das bedeutet, dass unter dem Dach der Markenfamilie und unter Beachtung der gemeinsamen Philosophie, jedes Mitglied für sich arbeitet und Entscheidungen trifft. Sichergestellt werden soll ein abgestimmtes Handeln und ein einheitliches Auftreten nach außen durch einen regelmäßen Austausch und gemeinsame Regeln. Ergebnis ist eine größere Gestaltungs- und Handlungsfreiheit für die jeweiligen Partner. Um auch Privatpersonen und Unternehmen die Unterstützung der Initiative zu ermöglichen, ist die Gründung eines Vereins geplant. „Wir haben ein überzeugendes Konzept erarbeitet, in dem sich alle Partner wiederfinden und bereit sind, mitzuwirken“ betont Eibes die bestehende Einmütigkeit in der Region zu dem Konzept.

Übergreifende Projekte, die mehrere Bereiche betreffen, waren bisher und sollen auch zukünftig eine wichtige Säule der Regionalinitiative sein. Für die Zukunft liegen bereits zahlreiche Ideen auf dem Tisch: Mit einer gezielten Imagekampagne für die Mosel sollen alle Menschen an der Mosel zu Mosel-Botschaftern werden. Damit soll nicht nur für den Urlaub an der Mosel geworben werden – auch das Arbeiten, Investieren und Leben an der Mosel gilt es mit Stolz nach außen zu bewerben. Themen wie Baukultur, Fachkräftesicherung und Betriebsnachfolge ergänzen die Agenda. Umgesetzt werden sollen die guten Ideen auch mit Unterstützung durch das europäische Förderprogramm LEADER. Inwieweit sich auch die Stadt Trier an einem LEADER-Antrag beteiligt, gilt es in den nächsten Wochen auszuloten. Wichtig sei für ihn, fasst Gregor Eibes seine Philosophie zusammen, dass sich etwas entwickele: „Unser Ansatz ist nicht zu lamentieren und nur zu diskutieren: Wir möchten, dass etwas passiert an der Mosel. Dass bestehende gute Projekte gestärkt werden und neue Initiativen entstehen. Die Mosel ist eine großartige Region – das müssen wir uns selbst immer wieder deutlich machen und nach außen tragen!“

Hintergrund:

Die 2006 gegründete Regionalinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, die verschiedenen Akteure in der Mosel-Region zu vernetzen und neue Projekte anzustoßen. Teil der Initiative sind die Kammern, der Weinbauverband, die Weinwerbung, der Tourismus, das DLR und die Landkreise. Die Regionalinitiative Mosel habe die Mosel-Region entscheidend mitgeprägt und vorangebracht. Dabei sei das Spektrum der erreichten Erfolge breit, so Eibes. So wurde das Thema „Qualität“ auf breiter Front durch die Umsetzung der Dachmarke Mosel und der damit verbundenen Zertifizierung unter dem Label der bekannten gelben Mosel-Krone nach vorne gebracht. Über 100 Betriebe konnten bisher die Auszeichnung „Qualitätsgastgeber“ in Empfang nehmen. Auch das Projekt „Lebendige Moselweinberge“ unter Federführung des DLR Mosel hat das Thema Biodiversität als ein Ergebnis der einzigartigen Kulturlandschaft in den Mittelpunkt gerückt. Schon über 100 Menschen haben an der Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter Teil genommen und bieten als „Experten der Artenvielfalt“ Führungen und Veranstaltungen für Gäste und Einheimische an.