Traben-Trarbach/Gicumbi.
Die Partnerschaft zwischen der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach und dem ruandischen Distrikt Gicumbi – mit besonderem Fokus auf den Sektor Giti – nimmt zunehmend konkrete Formen an. Beim Besuch einer Delegation aus Traben-Trarbach vom 13. bis 17.02.2026 wurden nicht nur bestehende Projekte evaluiert, sondern vor allem neue, zukunftsweisende Initiativen auf den Weg gebracht.
Bürgermeister Marcus Heintel wurde dabei von Max Bölcker aus dem Jugendparlament der Verbandsgemeinde begleitet. Bereits die herzliche Aufnahme in Ruanda zeigte, wie tief die Verbindung zwischen den Partnern ist – eine Verbindung, die im Rahmen der langjährigen Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda entstanden ist und nun auf kommunaler Ebene intensiv gelebt wird.
Neben kulturellen Eindrücken in Kigali, darunter der Besuch der Gedenkstätte Kigali Genocide Memorial und des Kandt House Museum, stand vor allem die Arbeit vor Ort im Distrikt Gicumbi im Mittelpunkt. In intensiven Gesprächen mit dem Exekutivkomitee wurden der aktuelle Stand der Partnerschaft reflektiert und konkrete Perspektiven für die kommenden Jahre entwickelt.
Konkrete Projekte im Bildungsbereich
Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der Förderung von Bildung und Infrastruktur. An der Groupe Scolaire in Giti konnten geeignete Flächen für den Bau von Sport- und Spielplätzen bestätigt werden. Dank einer bereits erfolgreich abgeschlossenen Spendenkampagne in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach ist der Baubeginn für Basketball-, Volleyball- und Handballfelder für März 2026 geplant. Damit wird nicht nur die schulische Infrastruktur verbessert, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur sozialen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler geleistet.
Darüber hinaus wird aktuell die Einrichtung einer Schulpartnerschaft zwischen einer Schule in Traben-Trarbach und der Groupe Scolaire in Giti geprüft – ein Projekt, das insbesondere den interkulturellen Austausch junger Menschen stärken soll.
Auch an der Groupe Scolaire in Tanda wurden Bedarfe klar benannt: Spielplätze, Lehrerzimmer, eine Mensa sowie ein Computerraum stehen auf der Prioritätenliste. Gemeinsam mit weiteren rheinland-pfälzischen Partnerkommunen sollen hierfür neue Spendenaktionen initiiert werden.
Die Technische Schule Giti beeindruckte die Delegation durch ihre praxisorientierte Ausbildung. Hier eröffnen sich vielversprechende Möglichkeiten für Kooperationen im Bereich der technischen Bildung – ein wichtiger Schritt, um jungen Menschen vor Ort langfristige Perspektiven zu bieten.
Landwirtschaft als Zukunftsfeld
Neben der Bildung rückt auch die Landwirtschaft stärker in den Fokus der Partnerschaft. Im Sektor Giti arbeiten über 800 Kaffeebauern, deren Arbeit großes Potenzial für gemeinsame Projekte bietet. Erste Gespräche zeigten, dass insbesondere im Bereich nachhaltiger Anbau und Vermarktung neue Kooperationen denkbar sind.
Partnerschaft mit Perspektive
Der Besuch markiert einen entscheidenden Entwicklungsschritt: Die Partnerschaft zwischen Traben-Trarbach und Gicumbi/Giti hat sich von einer eher konzeptionellen Zusammenarbeit hin zu konkret umsetzbaren Projekten entwickelt.
Ein weiteres Highlight steht bereits fest: Für August 2026 ist der Gegenbesuch des Bürgermeisters des Distrikts Gicumbi in Traben-Trarbach geplant – verbunden mit der Teilnahme am Ruanda-Tag Rheinland-Pfalz. Dies unterstreicht den gegenseitigen Willen, die Zusammenarbeit nachhaltig und auf Augenhöhe weiterzuführen.
Die Reise hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit liegt. Entscheidend für den weiteren Erfolg werden nun klare Projektstrukturen, verlässliche Finanzierung und eine enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten sein.
Die Partnerschaft zwischen Traben-Trarbach und Gicumbi/Giti ist damit ein gelungenes Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit auf lokaler Ebene konkrete Verbesserungen für die Menschen vor Ort schaffen kann – und gleichzeitig Brücken zwischen Kulturen baut.