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Eifel-Mosel-Hunsrück-Aktuell
Ausgabe 46/2018
Bausendorf - amtlich
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Gedenkveranstaltung „Jüdisches Leben im Alftal“

„Schalom – Frieden für alle“

Bausendorf. Zu einer beeindruckenden Gedenkveranstaltung „Jüdisches Leben im Alftal“ hatte der Pfarrgemeinderat Bausendorf-Olkenbach-Diefenbach, der Arbeitskreis „Jüdisches Leben“ und das Emil-Frank-Institut Wittlich zum Gedenken an die Pogrome vor 80 Jahren im Alftal ins Gemeindezentrum Bausendorf eingeladen. Das aktuelle Thema fand viele Besucher aus Bausendorf, dem Alftal und der näheren Umgebung (s. Bild). Organisation, Moderation und Textauswahl hatte Pastoralreferent Armin Surkus-Anzenhofer übernommen. Mit Gedanken, Gebeten, Fürbitten für den Frieden und Gesängen mit dem Vokalensemble „Zeller Hamm“ unter Leitung von Regionalkantor Helmut Bremm, wurde unter dem Leitwort: „Gegen das Vergessen“ des menschenverachtenden Staatsterrors des Naziregimes, auch in unserem überschaubaren und idyllischen Alftal, gedacht. Besondere Aufmerksamkeit fand die Einspielung von Zeitzeugenaussagen zu den Ereignissen des 9. November 1938 in Bausendorf. In diesen Einspielungen, gesprochen von Erich Roth, damals 14 Jahre alt, und Walter Neuwinger, 11 Jahre, wird von einer organisierten und gesteuerten hasserfüllten Brutalität berichtet. Mit sichtlich bewegter Stimme erzählten sie von dem guten, vertrauensvollen und einvernehmlichen Miteinander von Juden und Bausendorfer Bürgerinnen und Bürger. Sie konnten und können die brutale Gewalt des 9. November 1938, mit dem die systematische Verfolgung und Vernichtung der Juden im Rahmen einer Ideologie begann, nicht verstehen. Sie schlossen mit einem Mahnruf: „Seid wachsam und wehret den Anfängen, das darf nie mehr geschehen, Gleichgültigkeit und Wegsehen helfen nicht!“ Die Gedenkveranstaltung schloss mit dem Segen für Frieden und Versöhnung durch Pastor Pater Ludwig Eifler.

Im zweiten Teil der Veranstaltung referierte Dr. Anja Klasen zum Thema „Jüdisches Leben im Alftal“. Anja Klasen stammt aus Bengel und hat sich schon als Gymnasiastin mit dem jüdischen Leben im Alftal beschäftigt. Eindrucksvoll, sorgfältig aufgearbeitet und sehr anschaulich, berichtet sie mit ihrer Präsentation von dem Leben und den Schicksalen der Juden im Alftal. Bilder und Briefe von jüdischen Mitbewohnern gaben die Sorgen, Ängste und Nöte und auch die Stimmungslage fühlbar wieder.

Mit einem geführten Rundgang zu den jüdischen Häusern und weiteren Treffen will der Arbeitskreis mit Blick nach vorne seine Arbeit fortsetzen, um dieses Erinnern wach zu halten und unvergessen zu machen.

Ossi Steinmetz, Mitglied des Arbeitskreises