Fotos: Marita Blahak
Im historischen Jugendstilhaus „Café Hansen“ am Bernkasteler Markt hängt ein Werk des in der Region bekannten Kunstmalers Wilhelm Terwei (1875 -1946). Dieses 1928 entstandene Gemälde vom historischen Marktplatz in Bernkastel stand im Mittelpunkt einer Lesung im Café.
Zum 80. Todestag Terweis nahm Heimatforscher Stefan Kritten die Gelegenheit wahr, den Maler, sein Leben und Wirken vorzustellen. Eine interessierte Gästeschar hatte sich in gemütlicher Runde eingefunden, darunter neben Konditor und Inhaber Norbert Hansen auch Terweis Enkel und Ur-Enkelin.
Draußen vor der Tür pulsierte auch schon damals das Leben auf dem bevölkerten Marktplatz, bis heute die „Gute Stube“ von Bernkastel. Diese Gute Stube beschrieb Kritten anhand des Textes „Als der Großvater die Großmutter nahm“ von Peter Kremer, einem bekannten Heimatdichter der Region. Die Szene auf dem Gemälde spielt um 1880 und zeigt das lebendige, bunte Treiben auf dem Marktplatz zu jener Zeit. Es war, als blickten die Zuhörer in dieses „alte“ Bernkastel hinein, das, in warmen Farben gemalt, sein „Sonntagsgesicht“ zeigt. Detailliert beschreibt Peter Kremer das Geschehen auf dem Markt. Dort ist der Bäcker zu sehen, der seine Backstube verlässt. Eine Gruppe Frauen unterhält sich, während Kühe mit einem Leiterwagen den Marktplatz überqueren. Hebt der kleine Hund etwa sein Bein am Pranger? Und was beobachten die Personen hinter den Fensterscheiben? Natürlich fehlt auch nicht ein Weinfass, das ebenso zu entdecken ist wie fröhlich spielende Kinder und flanierende Herrschaften. In unterhaltsamer Weise bringt Kritten die amüsante Beschreibung von Peter Kremer den Zuhörern nahe. Keine Kleinigkeit auf dem lebendigen Marktplatz wird übersehen.
Geschichte wird hier lebendig und der Marktplatz von Bernkastel erweist sich damals wie auch heute noch als lebensfroher Mittelpunkt für seine Bewohner und Besucher.