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Bitburger Landbote
Ausgabe 17/2020
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Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz: Neues Digitalangebot zum kulturellen Erbe online - 3D-Erfassung der barocken Gartenskulpturen auf Schloss Malberg

(3D-Aufnahme und Nachbearbeitung der Tietze-Figuren auf Schloss Malberg, Fotos: N. Underwood, GDKE)

Die Generaldirektion erweitert im Zuge der Corona-Krise ihre Digitalaktivitäten. Unter dem Motto "Wir machen Geschichte lebendig" lädt sie zu einer digitalen Entdeckungsreise in das kulturelle Erbe des Landes ein. Seit Anfang April findet man unter der Adresse https://gdke.rlp.de/de/kulturerbe-online/ die kostenfreien, wechselnden Angebote für Kulturinteressierte. Kulturminister Konrad Wolf freut sich: "Auch in der aktuell schwierigen Situation wünschen sich die Menschen weiterhin eine Teilhabe am kulturellen Erbe. Es ist ein schönes Zeichen, dass die GDKE ihre digitalen Aktivitäten nun intensiviert. Da lohnt sich ganz sicher ein Klick auf die Internetseiten der Generaldirektion." Die kostenfreien Angebote finden sich unter den Rubriken "Einblicke Digital", "Exponat der Woche", "Burg/Schloss der Woche", "Kids und Co." und "Lesehäppchen". Dahinter verbergen sich Einblicke in aktuelle und vergangene Ausstellungen, besondere Exponate, kulturpädagogische Angebote, interessante Artikel und Berichte sowie Bewegtbild-Ausflüge in Museen, Burgen und Schlösser. Diese werden kontinuierlich erweitert und auf der Internetseite eingestellt.

Ein weiteres aktuelles Projekt der GDKE, Direktion Landesdenkmal- pflege, ist die 3D-Erfassung der barocken Gartenskulpturen des Schlosses Malberg (siehe Fotos). Um das Jahr 1760 erfolgte die Ausstattung des ca. 30 Jahre zuvor angelegten „Runden Gartens“ mit insgesamt zehn weiß gefassten Sandsteinskulpturen, welche der Werkstatt des bedeutenden fränkischen Rokokobildhauers Ferdinand Tietz zugeschrieben werden. Das Skulpturenprogramm zeigt Figuren der antiken Mythologie mit Themen der Natur, der Jahreszeiten sowie der Jagd. Aufgestellt wurden sie auf der Brüstung der Gartenumfassung und auf der Balustrade oberhalb der Treppe. Nach Abbau der Skulpturen von ihren angestammten Aufstellungsorten wurde die Restauration 1994 fertiggestellt, allerdings ließ das bereits altersbedingt geschwächte Material die erneute Aufstellung der Figuren im Außenbereich nicht mehr zu. Seither sind die Skulpturen in der Schlosskapelle aufgestellt und somit vor den Witterungseinflüssen des Außenklimas geschützt.

Seit mehreren Jahren verfolgt der Förderverein Schloss Malberg e.V. das Ziel, Kopien der Gartenskulpturen anfertigen zu lassen, welche anstelle der Originale im Garten gezeigt werden können. Die Skulpturen der Flora und Diana wurden bereits bildhauerisch kopiert und flankierend oberhalb der Treppe auf der Terrassenbalustrade aufgestellt. Im November 2019 wurden in einer Kooperation mit der TH Köln durch Studierende des Studiengangs Restaurierung alle Figuren mittels 3D- Scan vermessen. Für die Denkmalpflege ergeben sich aus diesem Verfahren weitere Möglichkeiten und Vorteile, die über das hier verfolgte Ziel der Erstellung von Kopien hinausgehen. Die hohe Messgenauigkeit von unter 0,1 mm ermöglicht eine sehr präzise Erfassung und Dokumentation der Skulpturen und ihres Zustandes. Die Modelle können im virtuellen Raum frei betrachtet werden und erweitern somit die Möglichkeiten der Fotografie durch neue Perspektiven auf die dreidimensionalen Bildwerke. Des Weiteren helfen die 3D-Modelle dabei, die Formensprache des Bildhauers zu verstehen und die Möglichkeiten zur Fertigung von Rekonstruktionen der an den Skulpturen verlorenen Originalelemente zu studieren und deren Ausgestaltung zu diskutieren. (Text GDKE)