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Bitburger Landbote
Ausgabe 37/2020
Aus den Ortsgemeinden
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Waldbegang August 2020

Unter dem Motto „Jung und Alt in den Wald“ fand der diesjährige Waldbegang am 15. August zum ersten Mal öffentlich statt. Alle interessierten Bürger und Bürgerinnen, insbesondere auch Familien mit Kindern, waren hierzu herzlich eingeladen.

Die Resonanz war groß und so starteten wir mit zwei Gruppen in den Wald. Förster Martin Lotze versammelte Eltern und Kinder um sich und vermittelte mit Spielen und Aktionen viel Wissenswertes über den Wald. Stand in dieser Gruppe auch der "Begang" des Waldes weniger im Mittelpunkt, so verstand der Förster es aber besonders, Kindern und Eltern in lockerer Runde Ideen und Anregungen für einen Waldbesuch mit auf den Weg zu geben und diesen wortwörtlich "begreifbar" zu machen. Es wurde gespielt und gemütlich auf dem Waldboden einer Geschichte gelauscht. Viele interessante eigene Erfahrungen und die Informationen von Herrn Lotze rundeten diesen Ausflug vollends ab.

Alle anderen wurden von Revierförster Burkhard Pickan und Forstamtsleiter Jürgen Weis fachkundig über den Zustand unseres Waldes informiert. Drei extrem trockene Jahre hintereinander haben dem Wald stark zugesetzt. Neben starkem Borkenkäferbefall an Fichten, der große Bestände zum Absterben bringt, leidet auch die für unseren Wald so typische Rotbuche mittlerweile vermehrt unter der extremen Trockenheit. Der Klimawandel ist auch in unserem Wald angekommen!

Herr Pickan und Herr Weis erläuterten uns, dass der Wald durch den Aufbau arten- und strukturreicher Mischwälder langfristig erhalten und klimastabiler entwickelt werden soll. Diese haben gegenüber Monokulturen, meist aus Fichte oder Douglasie, den großen Vorteil, dass sie weitaus weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten sind. So werden Fichten- und Douglasienforste in unserem Wald z. B. mit kleinen Gruppen aus Buchen, sog. „Klumpen“ unterpflanzt. Diese können sich dann unter dem Schirm der Nadelbäume allmählich entwickeln. Lücken, die im Laufe der Zeit entstehen, werden mit anderen Laubbäumen wie Eichen oder auch mit Weißtannen bepflanzt. Oder aber sie begrünen sich selbst mit sog. Pionierarten wie Birken und Weiden. Daneben versucht der Forst, weitere Baumarten einzubringen, die trockenheitsresistenter sind, wie Weißtannen, Esskastanien oder auch Baumhaseln. Allmählich soll auf diese Weise ein vielschichtiger, ökologisch wertvoller, klimastabiler Mischwald entstehen.

Im Anschluss an die Waldführung durch das engagierte und fachkundige Team des Forstamtes Bitburg, konnten wir uns bei Getränken und Gegrilltem auf der Turnhallenwiese stärken und den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen. Es war ein informativer und ansprechender Waldbegang 2020.

Ortsgemeinde Wolsfeld
Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit und Soziales