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Mitteilungsblatt Südeifel
Ausgabe 18/2023
Seite 5 - Wald und Holz im Neuerburger Land
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Forstämter Bitburg, Neuerburg und Prüm rufen gemeinsam zum Waldschutz auf

Die Waldbestände, v. a. Fichtenreinbestände in Eifelkreis Bitburg-Prüm sind durch starke Trockenheit des vergangenen Sommers erheblich geschwächt. Die allermeisten Borkenkäfer haben den Winter entweder in der Nadelstreu oder unter den Rindenschuppen überlebt. Die Borkenkäfer werden bei mehr als 16°C ausschwärmen und dann bevorzugt geschwächte Fichten befallen. Sie vermehren sich exponentiell mit jeder Generation um den Faktor 20. Das heißt: Die aus einer befallenen Fichte ausfliegenden Käfer reichen aus, um weitere 20 Fichten zum Absterben zu bringen. Mit dem Ausfliegen der nächsten Käfergeneration kostet es 400 Fichten das Leben, die dritte Käfergeneration (diese hatte sich im Eifelraum 2022 ausgebildet) befällt 8.000 Fichten.

Die Eifel-Forstämter befürchten 2023 einen nochmals spürbar zunehmenden Käferholzanfall mit einhergehenden Waldflächenverlusten. Alle Waldbesitzer werden gebeten, v.a. Fichten intensiv auf Befallsmerkmale zu kontrollieren. Dies vor allem in Bereichen, wo Käferholz im Vorjahr angefallen war und in einem Radius von bis zu 300 m um diese Vorjahresbefallsstellen.

Befallsmerkmale sind: Frische Harztropfen am Kronenansatz, Bohrmehl-Ansammlungen hinter Rindenschuppen oder am Stammfuß, abfallende grüne Nadeln.

Sorgen Sie bitte nach dem Erkennen von frischem Käferholz für eine rechtzeitige Aufarbeitung und für einen raschen Abtransport aus dem Wald. Dann kann von diesen Bäumen keine weitere Infektionsgefahr ausgehen. Je nach Witterung bleibt dafür nur wenig Zeit. Es dauert gerade einmal sechs bis maximal acht Wochen bis sich aus abgelegten Eiern neue Käfer entwickeln. Weiterführende Hinweise und Informationen zum Borkenkäfer-Monitoring finden Sie hier: https://tinyurl.com/t5svmekr

Waldschutz ist wirksam, wenn es z. B. gelingt die Rinde der Bäume zu entfernen, wenn sich die Käfer noch im weißen Larvenstadium befinden. Geeignete Arbeitsverfahren sind: Entrinden der Bäume mit dem Schäleisen, maschinengestützte streifenweise Entrindung durch Motorsägen mit entsprechenden Aufsätzen für die Entrindung), Entrindung durch Harvester entweder in der Saftzeit durch die stärker eingestellten Entastungsmesser und 2faches Durchlassen der Bäume durch das Aggregat oder spezielle Entrindungsköpfe.

Aktuelle erlaubt es die Holzmarktsituation, das anfallende Käferholz mit entsprechend gutem Deckungsbeitrag zu ernten. Sprechen Sie die jeweils zuständigen Privatwaldbetreuer der Forstämter Bitburg, Neuerburg und Prüm (siehe jeweilige Homepage der Forstämter) an. Sie beraten Sie gerne.

Die Forstämter weisen darauf hin, dass auch durch Borkenkäfer geschädigte Wälder nicht ohne Genehmigung des zuständigen Forstamtes gem. § 14 LWaldG in eine andere Nutzungsart (z. B. Grünland) umgewandelt werden dürfen.