Was kann eine Vor-Ort-Apotheke heute eigentlich leisten? Dieser Frage ging der Ortsgemeinderat von Gillenfeld bei einem Besuch in der Osmia-Apotheke nach. Schnell wurde deutlich: Mit dem Klischee der „Schubladenzieher“ hat eine moderne Apotheke längst nichts mehr zu tun. Das Leistungsspektrum reicht heute weit über das Mischen von Salben und den reinen Verkauf von Arzneimitteln hinaus.
So bietet die Apotheke seit Kurzem auch Bluttests an. Der Ortsbürgermeister ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und stellte sich direkt als Testkandidat zur Verfügung, um seinen Vitamin-D-Wert bestimmen zu lassen.
Dass Apotheken umfassend zu Medikamenten beraten, gilt als selbstverständlich. Darüber hinaus erfuhren die Ratsmitglieder, dass Apotheken bei Patienten mit mehreren verordneten Medikamenten sogenannte Medikationschecks durchführen. In enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt wird dabei geprüft, ob die Arzneimittel miteinander verträglich sind, zur jeweiligen Lebenssituation passen und korrekt dosiert werden.
Das Thema „viele Medikamente“ führte zu zwei weiteren Aspekten, die die Leistungsfähigkeit der Apotheke unterstreichen. Zum einen ist eine gut organisierte Lagerhaltung entscheidend, um eine große Bandbreite an Medikamenten vorrätig zu haben. Bei einem Blick hinter die Kulissen konnten die Ratsmitglieder den Kommissionier Automaten besichtigen – ein automatisiertes Lagersystem, das die Mitarbeiter bei der Einlagerung, Verfallskontrolle und Bestandsoptimierung unterstützt. Was früher in langen Schubladen aufbewahrt wurde, ist heute platzsparend, effizient und digital organisiert. Und sollte ein Medikament einmal nicht verfügbar sein, wird es in der Regel kurzfristig beschafft.
Zum anderen spielt der Kundenservice eine zentrale Rolle. Gerade bei der Einnahme vieler Medikamente kann schnell der Überblick verloren gehen. Hier setzt die Apotheke auf die sogenannte Verblisterung: Dabei werden die Medikamente für den Kunden wochenweise in übersichtlichen Portionen, quasi einem „Arzneimittelkalender“, vorbereitet. Der Ortsgemeinderat konnte diesen Service sogar selbst ausprobieren und stellte einen Wochenblister für einen fiktiven Patienten zusammen.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Patienten und Angehörige behalten jederzeit den Überblick über die Einnahme. Gleichzeitig erhöht sich die Arzneimittelsicherheit, da jede Wochenration nach dem Vier-Augen-Prinzip kontrolliert wird. Zudem übernimmt die Apotheke die rechtzeitige Nachbestellung der benötigten Medikamente.
Inzwischen lag auch das Ergebnis des Vitamin-D-Tests des Ortsürgermeisters vor – doch dieses unterliegt selbstverständlich der Schweigepflicht.
Insgesamt gewann der Ortsgemeinderat bei der Führung einen anschaulichen Eindruck davon, wie umfassend und auf hohem Niveau eine moderne Apotheke heute zur Gesundheitsversorgung beiträgt – oft ohne, dass dies im Alltag sofort sichtbar wird.