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Mitteilungsblatt VG Daun
Ausgabe 42/2026
Amtliche Bekanntmachungen und Mitteilungen für die Ortsgemeinden und die Stadt
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Neues zur römischen Siedlung „Villa Rustica“ am Standort „Kloster“

Auf der heutigen Gemarkung Hinterweiler befand sich am Wirtschaftsweg nach Berlingen zu römischer Zeit ein Landgut von erheblicher Größenordnung und Bedeutung. Die vorliegenden Erkenntnisse aus archäologischer Sicht ergeben eine hochwertige Ausstattung des Haupt- und Wohngebäudes und belegen die herausgehobene Stellung des Eigentümers.

Im September 2025 wurde in Ergänzung einer Begutachtung aus 2014, eine zweite wissenschaftliche Untersuchung mit Hilfe geophysikalischer Verfahren am Standort durchgeführt. Das Ergebnis ist sehr aufschlussreich und kann einem Bericht des Archäologen und Einwohners von Kirchweiler, Eric van der Kuijl, unter der Rubrik „Gemeinde – Römische Siedlung“ auf der Homepage der Ortsgemeinde Kirchweiler entnommen werden.

Derzeit werden die auf dem Gelände aufgelesenen Fundgegenstände wissenschaftlich erfasst und bewertet. Mit Spannung erwarten wir das Ergebnis. Vorsorglich sei darauf hingewiesen, dass die Suche nach entsprechenden Gegenständen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Denkmalbehörde zulässig ist.

Besonders bemerkenswert und interessant sind die konkreten Angaben zum Umfang der Bebauung, was wiederum Rückschlüsse auf die durch das Landgut bewirtschafteten Flächen zulässt. Die Porticus-Villa (Gebäude mit Säulengang) bestand aus einem vollständig ummauerten und bebauten Gelände mit Außenmaßen von etwa 121 x 74,6 Metern. Auf der östlichen Seite befand sich das große Hauptgebäude mit Porticus, bestehend aus zwei Ecktürmen mit mehreren dazwischen liegenden, annähernd gleichmäßig angeordneten Räumen. Dieses Hauptgebäude maß 74,6 x 45,8 Meter. Zentral zwischen Hauptgebäude und Eckgebäuden befand sich ein großes Gebäude mit einem Impluvium (vertieftes Wasserbecken). Dieses Gebäude hatte einen Grundriss von 36,1 x 20,2 Meter. Westlich davon standen weitere vier Häuser mit Größen von etwa 150 bis 240 m². Insgesamt war eine Fläche von rd. 7.500 m² bebaut. Im Vergleich weist die Pfarrkirche eine Grundfläche von ca. 420 m² auf.

Als nächstes Projekt steht die Erarbeitung einer bildlichen Rekonstruktion des Anwesens an. Diese soll als 3D-Modellierung erfolgen und an Ort und Stelle über eine Infotafel präsentiert werden. Umsetzbar ist auch die Erstellung einer App, über die eine virtuelle Begehung der Räumlichkeiten möglich wäre. Für die Rekonstruktion fallen Kosten an, die derzeit nicht finanziert sind. Geprüft werden aktuell Fördermöglichkeiten auch im Hinblick auf eine touristische Inwertsetzung durch den Standort unmittelbar am überregionalen Radweg „Ardennen-Eifel-Mosel“.

Die bisherigen Maßnahmen zur Erforschung der römischen Landsiedlung wurden durch das „Chronikteam Kirchweiler“ angeregt und begleitet. Finanziert wurden diese durch Sponsorengelder der Volksbank Eifel-Mitte, heute Trier-Eifel, der Kreissparkasse Vulkaneifel sowie mit Haushaltsmitteln der Ortsgemeinden Kirchweiler und Hinterweiler. Vielen Dank dafür.

Für das Chronikteam Kirchweiler
Ewald Adams