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Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer
Ausgabe 14/2020
Aus den Gemeinden
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Sehr geehrte Waldracher Bürgerinnen und Bürger,

wir befinden uns in einer sehr schwierigen Zeit. Es scheint um uns herum alles in Frage gestellt und auch in Teilen zu zerbrechen. Viele lieb gewordenen Annehmlichkeiten stehen uns derzeit nicht zur Verfügung. Das öffentliche Vereins- und Sozialleben in Waldrach ist gänzlich zum Erliegen gekommen. Es ist einfach nichts mehr so wie es war.

Wir haben zwar alle technischen Möglichkeiten miteinander in Kontakt zu bleiben ohne uns zu begegnen, aber all dies kann den physischen Kontakt zwischen Menschen nicht ersetzen.

Gerade wir hier in Waldrach pflegen eine ausgeprägte Vereinskultur. Ob es die kulturtragenden Vereine, die Sportvereine, die Hilfsorganisationen, die Fördervereine, die Räte der einzelnen Institutionen oder andere Gruppierungen sind. Alle tragen zum guten sozialen Miteinander in einer Gesellschaft bei. Das Fehlen dieser Aktivitäten fehlt uns zurzeit an allen Ecken und Enden.

Aber, es wird auch eine Zeit nach Corona geben. Blicken wir zuversichtlich in diese Zeit. Lernen wir unseren „sozialen Wohlstand“ zu schätzen. Lernen wir sorgsam mit uns und unserem Umfeld umzugehen.

Ich bin mir sicher, wir werden die Welt mit anderen Augen sehen. Vielleicht merken wir, dass nicht alles selbstverständlich ist; dass es Dinge gibt die der intensiven Pflege bedürfen; dass wir bewusster durchs Leben gehen müssen.

Erste Anzeichen dafür zeigen sich in der enormen Hilfsbereitschaft die wir tagtäglich innerhalb unserer Dorfgemeinschaft erfahren dürfen. Dies spiegelt sich ganz besonders in der Hilfsaktion der Zivil- und Pfarrgemeinde Waldrach wieder. Die Aktion „Waldrach hilft“ bietet Hilfe und Halt in dieser Zeit. Hier können sich hilfsbedürftige Menschen melden und ihnen wird geholfen. Diese Hilfe kann von pastoralen Gesprächen bis hin zu ganz alltäglichen Herausforderungen wie Arztbesuchen, Einkäufen usw. gehen. Auch in unzähligen nachbarschaftlichen Hilfsangeboten zeigt sich, dass wir das „füreinander“ in den Focus gerückt haben.

Wenn sich etwas Positives aus dieser Corona-Pandemie ableiten lässt, dann sind es solche Zeichen der christlichen Nächstenliebe. Wir lassen uns nicht allein. Trotz der gebotenen und notwendigen körperlichen Distanz zwischen uns, sind wir uns doch ein großes Stück nähergekommen.

Es wäre schön, wenn wir diesen Rückenwind der Solidarität und der Mitmenschlichkeit auch in die Zeit nach Corona mitnehmen würden. Ich bin mir sicher, wir können dies schaffen.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Rainer Krämer, Ortsbürgermeister