Titel Logo
Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer
Ausgabe 45/2019
Verbandsgemeinde Ruwer
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Das Forstamt Hochwald informiert:

Fichte als Brennholz

Wegen des Überangebotes an Fichte bieten viele Forstbetriebe des Forstamtes Fichte als Brennholz zu günstigen Konditionen an

In vielen Gemeindewäldern des Forstamtes Hochwald wird für die anstehende Saison Fichtenholz zu günstigen Konditionen außerhalb der Brennholz-Versteigerungen als Brennholz angeboten. Dies ist für die Hunsrückregion ungewöhnlich, unter Beachtung einiger Dinge spricht jedoch nichts gegen die Verwendung von Fichtenhölzern in Kamin oder Ofen.

Durch die zwei aufeinanderfolgenden, überdurchschnittlich trockenen Jahre mit heißen Sommern haben alle Waldbäume gelitten. Im Bereich des Forstamtes Hochwald ist, wie in weiten Teilen Mitteleuropas, vor allem die Fichte betroffen. Auf Grund des Befalls mit Borkenkäfer mussten auch im Jahr 2019 große Mengen Fichtenholz zwangsweise eingeschlagen werden. Da die angefallenen Mengen die Verarbeitungskapazität der mitteleuropäischen Sägewerke übersteigen und ein starker Preisverfall eintrat, ist gerade schwächeres Holz minderer Qualität kaum noch am Markt abzusetzen. „In den meisten Betrieben bieten wir für die anstehende Brennholzsaison auch Fichtenbrennholz zu günstigen Konditionen an. In Regionen wie dem Schwarzwald oder dem Alpenraum wird von je her die Fichte auch als Brennholz verwendet.“ sagt Forstamtsleiter Thomas Vanck vom Forstamt Hochwald.

Die vorhandenen Arbeitskapazitäten sind teilweise immer noch in der Käferholzbearbeitung gebunden, sodass der Einschlag von Laubhölzern im Moment nur in begrenztem Umfang möglich ist. Für Verbraucher wiederum bietet sich die Chance, preiswert an Brennholz zu kommen.

Das Nadelholz besitzt im Vergleich zu Laubhölzern eher einen geringen Brennwert von 1.500 kWh/rm. Wird der Brennwert allerdings pro kg berechnet, liegt die Fichte vorne. Ein Raummeter Kaminholz aus der Fichte ersetzt etwa 160 l Heizöl.

Das Fichtenbrennholz zeichnet sich dadurch aus, dass es sehr schnell eine wirksame Wärme erzeugt. Die weiteren Vorteile sind das geringere Gewicht gegenüber Laubhölzern, was den Transport erheblich erleichtert. Bei entsprechender Lagerung befindet sich das Nadelholz nach zwei Jahren in trockenem und verbrauchbarem Zustand. Bei Laubhölzern beträgt die Trockenzeit in der Regel drei Jahre. Um Schäden zu vermeiden, ist es bei allen Holzfeuerungen wichtig, dass trockenes Holz verbrannt wird und der Feuerstelle sowie dem Schornstein ausreichend Luft zugeführt wird.

Die Fichte als Kaminholz hat den Nachteil, dass sie durch die geringere Dichte gegenüber Laubholz sehr schnell verbrennt und sie sollte wegen möglichem Funkenflug nicht in offenen Kaminen verfeuert werden.

Die unter der Rinde verborgenen Fichtenborkenkäfer sind auf Fichten spezialisiert und dringen nicht in den Holzkörper des Baumes ein. Die Sorge, dass man sich den Borkenkäfer mit dem Brennholz in die Wohnung holt ist unbegründet, denn er ist spätestens nach der Holztrocknung nicht mehr am Brennholz zu finden. Er stellt auch keine Gefahr für schon im Haus verbautes Holz dar, da er nur unter der Rinde frischen Holzes ihm zusagende Bedingungen findet.

Für die Forstbetriebe ist es wichtig, dass die Fichtenstämme rasch aufgearbeitet und spätestens bis Ende März abtransportiert werden, damit die in der Rinde verborgenen Borkenkäfer nicht sofort in den nächsten Fichtenbestand fliegen können und dort weitere Schäden anrichten.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Revierleitung. Nähere Infos auch unter www.wald-rlp.de.